Einmachen rettet: Haltbarmachen gegen Verschwendung - Dreiteilige Serie zu Erntedank, Teil 2
Im Rahmen der landesweiten Erntedankwochen widmet sich das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in der dreiteiligen Reihe „Retten durch Einmachen“ der Thematik, wie Lebensmittel durch verschiedene Haltbarmachungsmethoden vor dem Verderb gerettet werden können. In diesem Teil der Serie geht es um das Einkochen sowie das Trocknen und Dörren.
Obst und Gemüse, aber auch Semmelknödel- oder Kuchenteig lassen sich durch Einkochen länger haltbar machen. Für eine lange Haltbarkeit ist es wichtig, dass nur einwandfreie Lebensmittel zum Einsatz kommen und dass sehr hygienisch gearbeitet wird. Die Gläser und Verschlüsse müssen unbeschädigt und ausgekocht sein. Die Lebensmittel werden bis knapp unter dem Glasrand geschichtet und vollständig mit Aufguss bedeckt. Den Gläserrand mit einem sauberen Tuch reinigen und das Glas anschließend verschließen. Die Gläser werden anschließend bei 75 bis 100 Grad Celsius für bis zu 120 Minuten erhitzt. Die Hitze kann im (Ein-)Kochtopf, im Wasserbad oder im Backofen erzeugt werden. Durch die Hitze dehnen sich Wasserdampf und Luft im Glas aus und werden aus dem Glas verdrängt. Beim anschließenden Abkühlen entsteht im Glas ein Vakuum, welches für einen luftdichten Verschluss sorgt. Wenn Fleisch oder Gemüse wie Bohnen eingekocht werden, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung die Lebensmittel grundsätzlich innerhalb von ein bis zwei Tagen doppelt auf 100 Grad Celsius zu erhitzen. Zwischen den beiden Erhitzungsvorgängen sollte das Einweckgut am besten bei Raumtemperatur gelagert werden. Nach dem Abkühlen des Einweckguts sollte der Deckel fest auf dem Glas sitzen. Eingekochte Lebensmittel halten sich in der Regel ein Jahr.
Eine andere Methode, bei der Wärme zum Einsatz kommt, ist das Trocknen oder Dörren. Dabei wird den Lebensmitteln Wasser entzogen, sodass sich Mikroorganismen nicht mehr vermehren können. Bereits bei 30 Grad Celsius trocknen Apfelringe, Pilze oder kleingeschnittenes Suppengrün. Im Backofen oder in einem Dörrautomat ist dies möglich. Das Auffädeln von Gemüse- und Obstscheiben auf eine Schnur, die in einem warmen Raum (Dachboden, Heizung) gehangen werden, stellt eine energiearme Möglichkeit dar. Grundsätzlich sollte Obst und Gemüse in gleich große Stücke oder Scheiben geschnitten werden, um eine einheitliche Trocknungszeit zu erreichen. Das vorbereitete Gut gleichmäßig auf Roste oder Siebe verteilen, in Backofen oder Dörrautomat geben und während der Trocknung immer wieder kontrollieren. Getrocknetes Obst darf beim Einschneiden keine nassen Stellen mehr zeigen. Die Dörrzeit richtet sich nach Größe und Dicke des Lebensmittels. Abschließend das Dörrgut in luftdicht verschließbare Gläser oder Folienbeutel verpacken und dunkel sowie trocken lagern. Die Haltbarkeit beträgt oft ein Jahr.
Im letzten Teil der dreiteiligen Serie werden die Methoden Einfrieren, Einlegen sowie Fermentieren genauer betrachtet.
Rezepttipp der Woche – Tomatensauce aus dem Ofen
Das beliebteste Gemüse in Deutschland ist die Tomate. Tomatensauce mag sprichwörtlich jedes Kind. Umso naheliegender ist es, sich eine solide Tomatensauce auf Vorrat selbst herzustellen. Dazu den Backofen auf 250 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vorheizen. Für etwa drei Kilo Tomaten zwei Backbleche mit jeweils einem Esslöffel Zucker bestreuen. Tomaten waschen, putzen und mit der Schnittfläche nach unten auf den Backblechen verteilen. Die Backbleche nacheinander für 15 Minuten im Backofen erhitzen. Im Anschluss die Tomatenschale abziehen. Beide Bleche auf eines zusammenkippen (Vorsicht: heiß!). Sechs Esslöffel Olivenöl und einen Teelöffel Salz hinzufügen. Alles miteinander vermischen und im Backofen bei 220 Grad Celsius in 30 Minuten fertigstellen. Die entstandene Sauce in einen Mixer geben oder mit einem Pürierstab pürieren, wer mag auch gerne durch ein Passiertuch oder ein sauberes Geschirrtuch passieren, gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken und einkochen. Geschmacksvarianten mit anderen Gemüsesorten und Kräutern wie Oregano oder Thymian sind möglich.
INFO:
Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg ruft seit Montag, 14. September, bis Sonntag, 25. Oktober, landesweit zu Erntedankwochen auf. In der dreiteiligen Reihe „Retten durch Einmachen“ widmet sich das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreises im Rahmen der Erntedankwochen den Möglichkeiten der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung durch Haltbarmachung. Der dritte Teil der Serie befasst sich mit den Haltbarmachungsmethoden Einlegen, Einfrieren sowie Fermentieren.