"LEADER ist gelebte Regionalentwicklung" - Schauder und Präsident Dr. Brötel fordern starke Mittelausstattung
Das europäische LEADER-Programm ist ein Erfolgsmodell für die ländlichen Räume in Baden-Württemberg. Damit das Programm auch in der Förderperiode 2028 bis 2034 fortgeführt werden kann, braucht es aus Sicht der Landkreise verlässliche Rahmenbedingungen und vor allem eine auskömmliche finanzielle Ausstattung.
Landkreistagspräsident Dr. Achim Brötel appelliert vor diesem Hintergrund an die Landesregierung, sich bei den weiteren Verhandlungen auf allen Ebenen mit Nachdruck für attraktive Förderbedingungen und eine starke Mittelausstattung einzusetzen, die mindestens der bisherigen Förderung entspricht.
Schauder: LEADER essenziell für nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums
Diese Sichtweise teilt auch Landrat Christoph Schauder (Main-Tauber-Kreis): „Das Förderprogramm LEADER ist essenziell für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. Gerade in unserem Main-Tauber-Kreis, der sich durch zahlreiche kleinere Kommunen und eine ländliche Struktur auszeichnet, leistet LEADER einen entscheidenden Beitrag, um strukturelle Nachteile gegenüber städtisch geprägten Gebieten auszugleichen. Besonders strukturschwächere Kommunen werden dabei unterstützt, ihre Lebensqualität zu erhalten und weiter zu verbessern, Arbeitsplätze zu sichern sowie echte Perspektiven für kommende Generationen zu schaffen. Das Besondere an LEADER sind nicht nur Investitionen in innovative Projekte, sondern vor allem auch die gestärkte Eigeninitiative vor Ort, die interkommunale Zusammenarbeit und der gesellschaftliche Zusammenhalt. Der Main-Tauber-Kreis setzt sich daher ausdrücklich für eine Fortsetzung des Förderprogramms LEADER über das Jahr 2027 hinaus ein. Dazu bedarf es aber attraktiver Förderbedingungen und einer auskömmlichen Finanzierung, die mindestens dem bisherigen Niveau entspricht.“
Dr. Brötel: LEADER bringt Europa direkt in die Regionen
Wie Landkreistagspräsident Dr. Breötel betont, „bringt LEADER Europa direkt in die Regionen – und zwar nicht als abstraktes Förderprogramm, sondern als konkrete Unterstützung für Ideen, die vor Ort entstehen. Das ist gelebte Regionalentwicklung: Die Menschen vor Ort entscheiden mit, was ihre Region braucht, und setzen ihre Ideen gemeinsam um.“
Ob Dorfentwicklung, Nahversorgung, Tourismus, Kultur, regionale Wertschöpfung oder neue Angebote für das gesellschaftliche Miteinander: LEADER ermögliche Projekte, die unmittelbar in den Regionen Wirkung entfalten. Entscheidend sei dabei der besondere Bottom-up-Ansatz: Kommunen, Vereine, Unternehmen und engagierte Bürgerinnen und Bürger entwickeln gemeinsam Lösungen, die auf die jeweiligen örtlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
„Die Stärke von LEADER liegt darin, dass nicht von oben bestimmt wird, was eine Region braucht. Die Regionen selbst entwickeln ihre Zukunft. Genau diesen Ansatz sollten wir nicht schwächen, sondern stärken“, sagt Dr. Brötel, der zugleich auch Präsident des Deutschen Landkreistags ist.
Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für 2028 bis 2034 sehen die Landkreise insbesondere eine mögliche Absenkung der EU-Förderquote kritisch. Die kommunalen Haushalte stünden bereits heute unter erheblichem finanziellem Druck. Zusätzliche Eigenanteile könnten deshalb dazu führen, dass gute Projekte trotz vorhandener Ideen und engagierter Akteure nicht umgesetzt werden.
„Was wir jetzt nicht brauchen, sind höhere Hürden für die Regionen. Wir brauchen Rückenwind für diejenigen, die vor Ort Verantwortung übernehmen und etwas bewegen wollen“, unterstreicht Dr. Brötel.
Landkreistagspräsident Dr. Brötel richtet daher einen klaren Appell an die Landesregierung: „Die Landesregierung sollte ihre Möglichkeiten nutzen und sich auf Ebene der Europäischen Union wie auch auf Bundesebene für eine angemessene Mittelausstattung von LEADER einsetzen. Nur mit ausreichenden finanziellen Spielräumen kann das Programm seine Wirkung in den ländlichen Räumen auch künftig entfalten. LEADER darf nicht zum Opfer knapper werdender Fördermittel werden. Gerade in Zeiten großer Herausforderungen brauchen unsere ländlichen Räume Instrumente, die Eigeninitiative ermöglichen und Investitionen vor Ort auslösen“, bekräftigt Brötel.
„Die Botschaft aus unseren Landkreisen ist trotz äußerst angespannter Haushaltslage eindeutig: Wir wollen LEADER auch nach 2027. Jetzt müssen die politischen und finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden“, betont Landkreistagspräsident Dr. Achim Brötel. „Wer den ländlichen Raum stärken will, muss auch bereit sein, in seine Zukunft zu investieren. LEADER ist dafür ein bewährtes und wirkungsvolles Instrument. Und deshalb braucht es auch eine Förderquote, die mindestens der bisherigen entspricht.“