Einmachen rettet: Haltbarmachen gegen Verschwendung (Dreiteilige Serie zu Erntedank, Teil 1)
Im Rahmen der landesweiten Erntedankwochen widmet sich das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in der dreiteiligen Reihe „Retten durch Einmachen“ der Thematik, wie Lebensmittel durch verschiedene Haltbarmachungsmethoden vor dem Verderb gerettet werden können.
Im Sommer und Herbst sind die Hochzeiten der regionalen Produkte. Wer einen eigenen Garten oder eine Streuobstwiese besitzt, fragt sich regelmäßig: wohin mit zwei Kilogramm Aprikosen, sechs Kilogramm Tomaten oder zehn Zucchinis, die alle innerhalb weniger Tage reifen? An dieser Stelle kommt das Haltbarmachen ins Spiel. Das eigene Gemüse oder Obst am perfekten Reifepunkt ernten und für den späteren Verzehr konservieren – regionaler geht es nicht.
Spätestens, wenn ab Januar und Februar die Lager der Erzeuger leerer werden und das Angebot heimischer Produkte schrumpft, sehnt sich der Gaumen nach der Vielfalt des Sommers zurück. Das „Überangebot“ im Sommer steht der Sehnsucht im Winter entgegen. Da hilft der „Sommer im Glas“, um die Zeit bis zum nächsten Sommer zu überbrücken.
Auch wer selbst keinen Garten und keine Streuobstwiese besitzt, wird im Spätsommer und Herbst bei direktvermarktenden Betrieben oder im Lebensmitteleinzelhandel vom großen saisonalen Angebot sprichwörtlich erschlagen. Der positive Nebeneffekt: Obst und Gemüse, das es aktuell im Überfluss gibt, wird meist preisgünstig angeboten. Hier können sich Schnäppchenjäger freuen. Damit jedoch die fünf Kilogramm Möhren aus dem Angebot nach dem dritten Mal Möhrengemüse und dem vierten Karottensalat innerhalb einer Woche nicht „zu den Ohren heraushängen“, bietet die Konservierung für den Vorrat eine gute Alternative.
Der selbsthergestellte Vorrat hat einen weiteren Vorteil. Wenn es im Alltag schnell gehen muss, nimmt man sich einfach ein Glas aus dem Vorratsschrank oder taut sich etwas Eingefrorenes auf und hat im Handumdrehen eine selbst zubereitete Mahlzeit auf dem Tisch. Denn nicht nur einzelne Lebensmittelgruppen, sondern teilweise auch ganze Gerichte bzw. Menükomponenten können für den Vorrat vorbereitet werden. Auch als Notvorrat können die eigens eingemachten Leckereien schlussendlich genutzt werden.
Welche Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Lebensmittel gibt es denn nun eigentlich? Sicherlich die gängigste Methode ist das Einfrieren. Klassisches Einkochen oder Einlegen in Essig, Öl, Salz, Zucker oder Alkohol, wie bei Großmutter, kennen viele auch noch. Trocknen oder Dörren sind zwar nicht kompliziert, aber doch nicht so verbreitet. Effektiv für kurzfristige Verlängerung der Aufbewahrungsdauer, aber nicht für alle Lebensmittel ideal, ist das Vakuumieren. Durch Sauerstoffentzung wird der Verderbnis-Prozess verzögert. Dafür ist jedoch in der Regel besonderes Zubehör erforderlich. Fermentieren hingegen erlebt seit ein paar Jahren einen Aufschwung. Dabei steht weniger die Konservierung im Vordergrund, vielmehr der gesundheitliche Nutzen oder der Geschmack. Ob Sauerteig, Joghurt oder Sauerkraut – fermentierte Lebensmittel bereichern den Speiseplan.
In den nächsten Teilen der dreiteiligen Serie werden die verschiedenen Methoden genauer betrachtet.
Rezepttipp der Woche – Kräutergemüsewürze auf Vorrat
Selbstgemachte Kräutergemüsewürze kann wie herkömmliche Brühe, als Basis für Suppen und Saucen oder zum Verfeinern von beispielsweise Reis verwendet werden. Für eine selbst hergestellte Gemüsewürze werden Sellerie, Karotten, Lauch, Kräuter (beispielsweise Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel) sowie wahlweise Zwiebel, Knoblauch oder Petersilienwurzeln in gleichen Teilen benötigt. Das Gemüse waschen, gegebenenfalls schälen und grob zerkleinern. Kräuter verlesen, waschen und gut abtropfen lassen. Anschließend alles in einem Fleischwolf oder Mixer zerkleinern. Auf ein Kilogramm Kräutergemüsepüree 300 Gramm Salz zur Masse geben. Die fertige Gemüsewürze in gut ausgespülte oder ausgekochte Twist-off Gläser füllen, Luftblasen herausdrücken und dicht verschließen. Im Kühlschrank hält sich die Gemüsewürze etwa ein Jahr.
Geschmacksvarianten mit anderen Gemüsesorten und Kräutern sind möglich. Bei der Verwendung der Gemüsewürze ist zu beachten, dass der Salzgehalt sehr hoch ist. Daher besser zuerst die Würze verwenden und anschließend (nach)salzen.
INFO:
Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg ruft seit Montag, 14. September, bis Sonntag, 25. Oktober, landesweit zu Erntedankwochen auf. In der dreiteiligen Reihe „Retten durch Einmachen“ widmet sich das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreises im Rahmen der Erntedankwochen den Möglichkeiten der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung durch Haltbarmachung. Der erste Teil der Serie befasst sich mit den Vorteilen sowie der Vorstellung der verschiedenen Möglichkeiten zur Haltbarmachung.