Jugendhilfeausschuss: Bilanz der Jugendgerichtshilfe im Ausschuss vorgestellt
Der Jugendhilfeausschuss des Main-Tauber-Kreises hat vor kurzem im Landratsamt getagt. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Jahresbilanz der Jugendgerichtshilfe mit der Suche nach weiteren Einsatzstellen, die finanzielle Entwicklung des Jugendfonds, ein aktuelles Update zum Familienbericht 2025 sowie ein praktischer Einblick in die regionale Jugendsportarbeit.
Im Jahr 2025 bearbeitete das Jugendamt 585 Strafverfahren gegen Minderjährige und Heranwachsende zwischen 14 und 21 Jahren. Davon wurden 166 im vereinfachten Diversionsverfahren erledigt, während in 99 Fällen die Staatsanwaltschaft Anklage erhob. Die Jugendgerichtshilfe begleitete die jungen Menschen über den gesamten Verfahrensverlauf, verfasste sozialpädagogische Stellungnahmen für die Gerichte und überwachte verhängte Weisungen sowie Auflagen. Zudem hielt sie während des Vollzugs Kontakt zu Inhaftierten und arbeitete bei der Wiedereingliederung eng mit der Bewährungshilfe zusammen.
Eine häufige gerichtliche Sanktion ist die Verhängung gemeinnütziger Arbeitsauflagen. Aktuell stehen der Verwaltung rund 50 Einsatzstellen zur Verfügung. Da Organisationen zunehmend Bedingungen an eine Aufnahme knüpfen oder Kooperationen beenden und parallel auch die Bewährungshilfe auf diese Plätze zugreift, kommt es vermehrt zu Engpässen. Um gerichtliche Auflagen zeitnah und pädagogisch wirksam umzusetzen, strebt die Verwaltung eine engere Kooperation mit bestehenden Trägern an und sucht aktiv nach weiteren gemeinnützigen Partnern im Kreisgebiet.
Über Projekte und Aktivitäten der Jugendarbeit informierte Sportkreisjugendreferent Tim Döke das Gremium. Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz für Baden-Württemberg kommt Jugendverbänden neben Schule und Familie ein hoher Stellenwert als eigenständige Erziehungsträger zu. Der Main-Tauber-Kreis fördert die Sportjugendarbeit mit jährlichen Mitteln für den Jugendsport sowie durch eine finanzielle Beteiligung an der hauptamtlichen Stelle des Referenten beim Sportjugendförderverein Main-Tauber e.V. Die Fachstelle gilt als unverzichtbare Schnittstelle zu den Vereinen vor Ort.
Ferner berichtete die Verwaltung den Ausschussmitgliedern über die aktuellen Entwicklungen des Jugendfonds Main-Tauber-Kreis, der seit 2005 besteht. Im Erhebungszeitraum vom 1. August 2025 bis zum 31. Juli 2026 überstiegen die Einnahmen die getätigten Ausgaben, sodass der Fonds zum Stichtag einen Kassenstand von knapp 98.000 Euro aufweist. Mit den Fondsmitteln werden benachteiligte Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unbürokratisch bei elementaren lebenspraktischen Angelegenheiten unterstützt, um ihre Entwicklung nachhaltig zu fördern.
Des Weiteren stellte die Kreisverwaltung dem Gremium ein aktuelles Update zum Familienbericht 2025 vor. Der Bericht ist fester Bestandteil des Berichtswesens der Jugendhilfeplanung im Landkreis. Er bildet demografische Trends, sozialstrukturelle Veränderungen sowie die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten ab. Auf dieser Datengrundlage erfüllt das Jugendamt seine gesetzliche Planungsverpflichtung, um die regionalen Jugendhilfestrukturen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Unter www.main-tauber-kreis.de/buergerinfoportal-kreistag können die Beschlussvorlagen zur Sitzung und in Kürze auch die Beschlüsse eingesehen werden.