Fortbildung des Forstamtes für Privatwaldbesitzer stößt auf großes Interesse
Mehr als 20 Privatwaldbesitzende haben kürzlich an einer Fortbildung "Kultursicherung und Jungbestandspflege" des Forstamtes des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in Freudenbach bei Creglingen teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der zuständigen Privatwaldsachbearbeiterin Lisa Tripps gemeinsam mit den Revierleitungen Edeltraud Wirth und Niels Meffert sowie Forstwirtschaftsmeister Detlef Nörr und Forstwirt Marco Häberlein geleitet. Im Mittelpunkt standen praktische Verfahren zur Pflege junger Waldbestände und deren Bedeutung für den Aufbau klimastabiler Wälder.
Auf einer Fläche mit Eichen-Naturverjüngung wurden zunächst Möglichkeiten der Kultursicherung mit Handwerkzeugen wie Heppe, Waldteufel, Kultursense und schwedischem Ziehmesser gezeigt. Die Forstleute erklärten, wie Zukunftsbäume frühzeitig von bedrängender Konkurrenzvegetation befreit werden und welche Besonderheiten es bei den unterschiedlichen Baumarten und Wuchsverhältnissen zu beachten gibt.
Anschließend wurde der Freischneider als wichtiges Arbeitsgerät für die Kultursicherung erläutert und die Anwendung demonstriert. Forstwirtschaftsmeister Detlef Nörr und Forstwirt Marco Häberlein erklärten zudem geeignete Schneidwerkzeuge und Arbeitsverfahren sowie wichtige Aspekte für einen sicheren und effizienten Einsatz.
Als weitere Möglichkeit wurde eine funkgesteuerte Mulchraupe erklärt. Dabei zeigte ein Forstunternehmer die Einsatzmöglichkeiten bei der Kultursicherung und der Anlage von Pflanzreihen. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Einsatz eines Raupenmulchers bei der Kultursicherung lediglich als Notlösung in Betracht kommen sollte, beispielsweise wenn die Arbeiten von Waldbesitzern nicht mehr selbst bewältigt werden können und keine Unternehmer mit Freischneidern zur Verfügung stehen. Vor einem solchen Maschineneinsatz wird eine Kontaktaufnahme und Beratung bei der zuständigen Revierleitung dringend empfohlen.
Im zweiten Teil der Fortbildung ging es um das Thema der Jungbestandspflege. Die Teilnehmenden lernten Pflegeverfahren kennen und diskutierten anhand von praktischen Beispielen, welche Bäume als Zukunftsbäume ausgewählt und welche Konkurrenzbäume entnommen werden sollten. Mit der Fällung ausgewählter Bäume wurde unmittelbar sichtbar, wie gezielte Pflegeeingriffe den jungen Bestand fördern.
Die Fortbildung zeigte, dass eine konsequente Kultursicherung und Jungbestandspflege wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung klimastabiler Wälder sind. Neben der fachlichen Vermittlung standen dabei auch der Erfahrungsaustausch über die Herausforderungen der heutigen Waldbewirtschaftung im Mittelpunkt.