Alkoholtestkäufe im Main-Tauber-Kreis: Für einen achtsamen Umgang sensibilisiert
Das Jugendamt des Landratsamtes Main-Tauber Kreis hat in Zusammenarbeit mit örtlich zuständigen Beamten der Polizeireviere Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim kürzlich an insgesamt sechs Tagen Alkoholtestkäufe vorgenommen.
Die Alkoholtestkäufe wurden von 16- und 17-jährigen Auszubildenden des Landkreises getätigt. Sie wurden dabei von Mitarbeitern des Jugendamtes sowie der Polizei beaufsichtigt. In insgesamt 62 Einzelhandelsgeschäften, Getränkehandlungen sowie Tankstellen fanden Testkäufe statt. Die Jugendlichen suchten dabei gezielt branntweinhaltigen Alkohol aus mit dem Ziel, diesen an der Kasse zu bezahlen.
In insgesamt 28 Fällen gelang es den Testkäufern, das für sie verbotene branntweinhaltige Getränk zu erwerben. In zahlreichen Fällen wurde der Ausweis der Testkäuferinnen und -käufer zuvor überprüft und dennoch der Alkohol verkauft.
Unmittelbar nach dem Kaufvorgang wurden alle 62 Testkäufe an der Kasse aufgedeckt. Die Kassierer wurden anschließend im Beisein der Filialleitung über den Testkauf informiert. Im Falle der korrekten Vorgehensweise beim versuchten Testkauf erhielt das betroffene Verkaufspersonal eine schriftliche Belobigung des Polizeipräsidiums Heilbronn. Die Kassierer, die branntweinhaltige Getränke an die jugendlichen Testkäuferinnen und -käufer abgegeben haben, erwartet demgegenüber eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. Für solche Verstöße können Bußgelder bis zu einer Höhe von 50.000 Euro verhängt werden.
„Die Quote der festgestellten Verstöße im Rahmen der Testkäufe lag bei 45 Prozent. Sie verdeutlicht die Notwendigkeit, auf diese Problematik und den verantwortungsvollen Umgang hinzuweisen. Es ist deshalb weiterhin erklärtes Ziel des Jugendamtes und der Polizei, verstärkt Kontrollen im Main-Tauber-Kreis vorzunehmen“, erklärt Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit. „Die zuletzt veröffentlichten Vergleichszahlen in Baden-Württemberg verzeichneten für den Main-Tauber-Kreis einen leichten Rückgang. Dennoch ist die Zahl von Jugendlichen unter 18 Jahren, die nach dem Genuss von branntweinhaltigen Getränken in alkoholisiertem Zustand in den Krankenhäusern eingeliefert werden, nach wie vor zu hoch.“