Sechs Müll-Sünder überführt - Fangprämien ausgezahlt / Aktion gegen illegale Ablagerungen wird verlängert
Als „großen Erfolg“ wertet Landrat Christoph Schauder die Aktion einer „Fangprämie“ für Bürgerinnen und Bürger, die zur Aufklärung von illegalen Abfallentsorgungen an Reiseabfall-Containern beitragen. „Die Verschmutzungen und Ablagerungen sind seit dem Start unserer Aktion und dem großen Echo in Presse, Rundfunk und sozialen Medien deutlich zurückgegangen. Inzwischen hat unser Landratsamt gegenüber sechs Verursachern rechtskräftig Bußgelder verhängt und dementsprechend wird an sechs Hinweisgeber aus der Bevölkerung die Fangprämie in Höhe von jeweils 152,80 Euro ausbezahlt“, fasst Landrat Schauder zusammen. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird die Fangprämien-Aktion, die am 31. Juli auslaufen sollte, um drei Monate bis Ende Oktober verlängert.
Die Aktion bezieht sich auf die 14 Standorte von Unterflur-Containern für Reiseabfälle im Landkreis. Sie wurden im Jahr 2024 entlang der Bundesstraßen in Betrieb genommen, beispielsweise an Plätzen an der B 290 und an der B 27. Damit sollte dazu beigetragen werden, einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Main-Tauber-Kreis zu verhindern. In der Folge zeigte sich jedoch ein nachhaltiges Problem mit wildem Müll, der häufig in Säcken oder lose neben den Behältern abgelegt wurde. Das Amt für Straßen- und Radwegebau des Landratsamtes verzeichnete einen erheblichen personellen sowie finanziellen Aufwand für die ordnungsgemäße Beseitigung, die in kurzen zeitlichen Abständen nötig war. „Diese Situation hat sich seit dem Beginn der Fangprämien-Aktion deutlich verbessert“, bekräftigt Landrat Schauder.
Doch die Verschmutzungen und deren Beseitigung sind nicht nur Ärgernis, sondern echte Gefahr, weil häufig auch Lebensmittel neben den Containern abgelagert werden. Diese können potenziell den Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) enthalten. Er ist für Menschen ungefährlich. Wenn jedoch Wildschweine solche kontaminierten Lebensmittel fressen, können sie an der gefährlichen Tierseuche erkranken. Diese kann sich auf Hausschweinbestände ausweiten. In jedem Fall kommt es bei einem Seuchenausbruch zu massiven Restriktionen und hohen finanziellen Einbußen für die heimische Landwirtschaft. „Durch Lebensmittel-Ablagerungen neben den Unterflur-Containern wird der Sinn der Container – die Seuchenprävention – ins Gegenteil verkehrt. Die Seuchengefahr steigt deutlich. Daher sind solche Taten besonders verwerflich“, schließt Landrat Schauder.
Vor diesem Hintergrund hat die Landkreisverwaltung die „Fangprämie“ ausgelobt, die Privatpersonen erhalten können, wenn sie zur Überführung von Tätern beitragen. Die Auszahlung erfolgt, sofern die ans Landratsamt übermittelten Informationen zu einer rechtskräftigen Verurteilung, einem Strafbefehl oder einer geahndeten Ordnungswidrigkeit führen. Entsprechende Schilder wurden an allen 14 Container-Standorten angebracht. Die Höhe der Belohnung wurde auf 152,80 Euro festgesetzt, was der jährlichen Abfallgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt im Main-Tauber-Kreis entspricht.
Aufgrund der hohen Kosten, welche die Beseitigung illegaler Ablagerungen verursacht, und insbesondere auch aufgrund der Seuchengefahr unterstreicht Landrat Schauder, dass das Konzept „Fangprämie“ gut und richtig sei: „Es kann nicht sein, dass das Fehlverhalten Einzelner zulasten der Allgemeinheit geht“. Er verweist auf das dezentrale Entsorgungssystem im Main-Tauber-Kreis, das unter anderem zwölf gut erreichbare Recyclinghöfe und -inseln umfasst, zusätzlich zur regelmäßigen Abfuhr von Restmüll, Biomüll, Leichtverpackungen und Papier direkt an der Haustür. Die Sperrmüllabfuhr findet auf Abruf, aber ebenfalls direkt an der Wohnung statt. „Zudem gehören die Müllgebühren im Main-Tauber-Kreis im landesweiten Vergleich zu den niedrigsten. Die Ablagerungen an den Rastanlagen sind deshalb rein auf Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit zurückzuführen“, sagt der Landrat.
Die Auslobung der Prämie, ihre Verlängerung um drei Monate und die zugehörigen Hinweisschilder sind laut Schauder nur eine Maßnahme im Rahmen einer mehrstufigen Strategie, weitere Schritte würden bei Bedarf folgen.
Wie bekomme ich eine Fangprämie?
Wer Zeuge einer illegalen Ablagerung an einem Unterflur-Reisecontainer wird, kann Hinweise mit Angaben zu Fahrzeugkennzeichen von Verursachern, zur Täterbeschreibung sowie zu Art, Zeit und Ort der beobachteten Ablagerungen per E-Mail an strassen-radwegebau@main-tauber-kreis.de senden. Es wird empfohlen, Bildmaterial zur Dokumentation beizufügen, sofern Fotos gemacht werden können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die bis Samstag, 31. Oktober, befristete Aktion wird aus Mitteln des Amtes für Straßen- und Radwegebau finanziert. Die genauen Modalitäten sind auf der Internetseite des Landratsamtes unter www.main-tauber-kreis.de/stopp-muell einsehbar.