Manz-Backtechnik: Landrat besichtigt Manufaktur für die Küchen dieser Welt
Qualität, Langlebigkeit und echter Service stehen bei der Manz-Backtechnik GmbH in Creglingen im Mittelpunkt. Im Dialog mit Landrat Christoph Schauder machten Geschäftsführer Robert und Ehefrau Dagmar Häußler deutlich, wie sich das traditionsreiche Familienunternehmen im Ländlichen Raum behauptet. Im Fokus des Austauschs standen neben den beeindruckenden Qualitätsstandards des Betriebs auch die zunehmende Regulatorik, der Fachkräftemangel im Handwerk sowie die Chancen einer gesteuerten Zuwanderung.
„Die Manz-Backöfen sind handwerkliche Meisterstücke und Spitzenqualität, die weltweit in den Küchen dieser Welt zum Einsatz kommt. In dem Familienunternehmen trifft ein generationenübergreifender Qualitätsanspruch auf innovative Servicekonzepte. Als Landrat erfüllt es mich mit Stolz, dass diese Meisterwerke von Creglingen aus in die ganze Welt geliefert werden und diese Qualität international geschätzt wird“, zeigte sich Landrat Christoph Schauder beeindruckt. Das 1962 von Heinz Manz gegründete Unternehmen fertigt qualitativ hochwertige und individuell angepasste Geräte für die private und gewerbliche Nutzung an. Die extreme Robustheit der Öfen sorgt für eine Lebensdauer der Geräte von rund einem halben Jahrhundert. In Kombination mit der kompakten Bauweise sind die Produkte deshalb beispielsweise auf Schiffen sehr gefragt, da sie dem starken Seegang problemlos trotzen.
Nachhaltigkeit durch Reparierbarkeit und Kundennähe
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Creglinger Betriebs ist der gelebte Servicegedanke. „Bei uns kann jedes einzelne Teil ausgetauscht werden, die Kunden schätzen diesen Service und die Qualität“, erklärte die Tochter des Unternehmensgründers, Dagmar Häußler. Sie zeichnet für die Verwaltung des Betriebs verantwortlich. Zum Kundenkreis zählen mittlerweile 35.000 Abnehmer, darunter Kunden aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Frankreich. Die Backofen-Manufaktur liefert rund 600 Geräte jährlich aus.
Zudem setzt das Familienunternehmen stark auf das Erlebnis der Qualität vor Ort. In den eigenen Räumlichkeiten werden Live-Back- und Kochvorführungen sowie Fortbildungen in der hauseigenen Akademie angeboten. Ein besonderes Highlight sind die „Herrgottstaler Backtage“, die seit 25 Jahren fester Bestandteil des Jahresprogramms sind und jedes Jahr mehrere tausend Besucher anziehen.
Geschäftsführer Robert Häußler lobte zudem den Dialog mit dem Landratsamt und der Stadt Creglingen, etwa bei dem vor einigen Jahren erfolgten Neubau. „Gute Kommunikation basiert auf gegenseitigem Respekt, nur so lassen sich Lösungen und Kompromisse finden“. Landrat Schauder bekräftigte dies, fand jedoch auch kritische Worte für die Vorgaben aus den übergeordneten politischen Ebenen: „Die Regulatorik hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, den Preis hierfür zahlen unsere Unternehmen. Diese Entscheidungen kommen aus Stuttgart, Berlin oder Brüssel, aber wir vor Ort müssen sie anwenden und umsetzen. Nicht alle gut gemeinten Vorgaben haben allerdings in der Praxis einen Mehrwert für die Wirtschaft vor Ort“. Er plädierte hier für mehr gesetzgeberisches Augenmaß.
Fachkräftemangel in Ländlichen Regionen aktuell ein Dauerbrenner
Neben der Bürokratie bewegt das Thema Fachkräftemangel das Unternehmen. Manz bietet Ausbildungen als Mechatroniker, Elektriker und Konstruktionsmechaniker an, doch der ländliche Raum erschwert die Suche. „Zudem hat das Handwerk bei den Jugendlichen nicht das Standing, das es verdient, und gilt nicht als hip“, gab Häußler zu bedenken. „Die hervorragenden Perspektiven und der Einsatz modernster Technik werden vom Elternhaus oft noch übersehen, wenngleich sich die Wahrnehmung aktuell leicht dreht. Events wie der Handwerkstag in Tauberbischofsheim mit mehr als 1000 Schülern leisten hier einen entscheidenden Beitrag, um das Handwerk für junge Menschen attraktiver zu machen“, erklärte Ursula Mühleck, Dezernentin für Kreisentwicklung und Bildung.
Um den Mangel an Arbeitskräften langfristig aufzufangen, fordert der Geschäftsführer eine „Zuwanderung mit Köpfchen“. Im Creglinger Betrieb arbeiten bereits viele Nationen unter einem Dach, darunter Mitarbeiter aus Ungarn, Syrien und der Ukraine. „Aber eine gelungene Integration lebt auch davon, dass beide Seiten zu diesem Erfolg beitragen“, betonte Häußler.