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23.06.2026

Grenzüberschreitender Weg: Wittighausen und Bütthard prüfen gemeinsames Flurneuordnungsprojekt

Die Gemeinde Wittighausen und der Markt Bütthard verfolgen gemeinsam die Idee, die Infrastruktur und die Agrarstruktur im Grenzraum zwischen Baden-Württemberg und Bayern weiterzuentwickeln. Auf Initiative der Gemeinde Wittighausen wurde die Untere Flurneuordnungsbehörde des Main-Tauber-Kreises angefragt, ob eine Umsetzung möglicher Maßnahmen im Rahmen eines Flurneuordnungsverfahrens unterstützt werden könnte.

Die Untere Flurneuordnungsbehörde informierte die Gemeinderäte beider Kommunen nun bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin über den aktuellen Stand der Überlegungen. Im Mittelpunkt standen erste Planungsansätze für einen länderübergreifenden und multifunktionalen landwirtschaftlichen Weg sowie weitere mögliche Maßnahmen, um die ländliche Infrastruktur auf baden-württembergischer Seite zu verbessern. Der angedachte Weg soll künftig sowohl dem landwirtschaftlichen Verkehr als auch dem Radverkehr dienen. Eine solche multifunktionale Verbindung könnte die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen erleichtern und gleichzeitig eine attraktive Radwegeverbindung zwischen den beiden Gemeinden schaffen. Die genaue Trassenführung ist jedoch noch nicht festgelegt und war Gegenstand erster Abstimmungen mit den kommunalen Gremien.

Neben der länderübergreifenden Wegeverbindung werden auf baden-württembergischer Seite weitere Entwicklungsmöglichkeiten betrachtet. Gedacht wird daran, das landwirtschaftliche Wegenetz zu optimieren, die Agrarstruktur durch bodenordnerische Maßnahmen zu verbessern und einen möglichen Ringweg zum erleichterten Abtransport der erzeugten Feldfrüchte zu realisieren.

Die Gemeinderäte von Wittighausen und Bütthard begrüßten die vorgestellten Ansätze und sprachen sich dafür aus, die Untersuchungen gemeinsam mit der Flurneuordnungsbehörde weiterzuführen. Ziel ist es, die Machbarkeit des Vorhabens näher zu prüfen und die bisherigen Überlegungen weiter zu konkretisieren.

"Mit dem Projekt eröffnet sich die Chance, die landwirtschaftliche Infrastruktur weiterzuentwickeln und gleichzeitig eine attraktive Verbindung für den Radverkehr zu schaffen. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer frühzeitig eingebunden werden. Wir stehen noch ganz am Anfang eines offenen Entwicklungsprozesses und planen im September eine öffentliche Gemeinderatssitzung, in der auch unter anderem die Finanzierung des Projekts Thema sein wird", sagte Bürgermeister Marcus Wessels von der Gemeinde Wittighausen.

Auch Bütthards Bürgermeister Udo Konrad sieht in den bisherigen Überlegungen großes Potenzial für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit: "Die Landesgrenze spielt im Alltag vieler Menschen und Betriebe nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb ist es sinnvoll, gemeinsam über Lösungen nachzudenken, die sowohl der Landwirtschaft als auch der Allgemeinheit zugutekommen. Die nun vorgestellten Ansätze bieten eine gute Grundlage, um die Möglichkeiten einer gemeinsamen Entwicklung weiter zu prüfen."

Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass sich das Projekt noch in einem frühen Planungsstadium befindet. Weder über die Einleitung eines Flurneuordnungsverfahrens noch über konkrete Maßnahmen, deren Umfang oder die endgültige Trassenführung wurde bislang entschieden. Die derzeitigen Untersuchungen dienen ausschließlich dazu, mögliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen und deren Umsetzbarkeit zu bewerten.

"Ein besonderes Anliegen ist uns die frühzeitige Information und Beteiligung der Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sowie der Bürgerinnen und Bürger. Niemand soll vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Deshalb werden wir an der geplanten Gemeinderatssitzung im September die bisherigen Überlegungen vorstellen, Fragen beantworten sowie Anregungen aus der Bevölkerung aufnehmen und eine weitere Informationsveranstaltung im Winter 2026/27 abhalten", betonte Werner Rüger, Amtsleiter der unteren Flurneuordnungsbehörde und Dezernent für Technik des Main-Tauber-Kreises.

Ob letztlich ein Flurneuordnungsverfahren eingeleitet wird und welche Maßnahmen umgesetzt werden können, wird von den Ergebnissen der weiteren Untersuchungen sowie von der Unterstützung durch die beteiligten Eigentümer, Kommunen und Fachbehörden abhängen. Die nun vorgestellten Ideen bilden den Auftakt eines offenen Planungs- und Beteiligungsprozesses mit dem Ziel, den ländlichen Raum auf beiden Seiten der Landesgrenze nachhaltig weiterzuentwickeln.

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