Ein zweites Leben für die eigenen Qualitätsprodukte - Landrat besichtigt Kärcher Service-Center in Buch
„Reparieren statt wegwerfen“ ist das Motto im Ahorner Ortsteil Buch. In ihrem modernsten Service Center bereitet die Alfred Kärcher SE & Co. KG jährlich rund 200.000 gebrauchte Kleingeräte von Privat- und Gewerbekunden wieder auf und verleiht den Produkten ein zweites Leben.
Im Fokus des Austauschs zwischen Landrat Christoph Schauder und Christian May, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands sowie Vorstand für Vertrieb, Marketing und Service des Unternehmens, Werksleiter Fabian Breuning und Kommunikationsleiter David Wickel-Bajak sowie Ursula Mühleck, Dezernentin für Kreisentwicklung und Bildung beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, und Bürgermeister Benjamin Czernin standen beim Betriebsrundgang die wirtschaftlichen Herausforderungen, die politischen Rahmenbedingungen, der Fachkräftemangel sowie der Unternehmensanspruch, Qualität und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.
„Kärcher steht für jahrzehntelang nutzbare Qualitätsprodukte made in Germany sowie einen nachhaltigen Innovationsgeist. Als Landkreis sind wir sehr stolz darauf, dass sich ein solches Weltunternehmen mit diesem hochmodernen Neubau für den Wirtschaftsstandort Main-Tauber-Kreis entschieden hat“, erklärte Landrat Christoph Schauder mit Blick auf die Investitionssumme in Höhe von rund 26 Millionen Euro. „Das ist ein klares Bekenntnis zum regionalen Standort mit globaler Reichweite.“ In dem 2023 eröffneten Zentrum arbeiten auf 10.000 Quadratmetern Werksfläche 100 Mitarbeiter.
Zwischen Qualitätsanspruch und wirtschaftlichen Herausforderungen
„Unsere Kunden vertrauen auf die Langlebigkeit von Kärcher-Geräten, die darauf ausgelegt sind, built for life zu sein. Diesen hohen Anspruch fordern sie auch Jahre nach dem Kauf und nach Ablauf der Garantie ein. Mit unserem hochmodernen Standort in Ahorn überführen wir dieses Qualitätsversprechen in eine echte Kreislaufwirtschaft. Solange eine Reparatur wirtschaftlich sinnvoll ist, erhalten wir den Wert der Geräte und beweisen, dass sich Premium-Qualität und Ressourcenschonung perfekt ergänzen”, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands Christian May.
Zudem verwies er auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen: „Eine dynamische und schwer vorhersehbare Marktsituation trifft auf eine steigende Konsumzurückhaltung der Kunden. Zudem kosten uns als Unternehmen die bürokratischen Hürden und politischen Leitplanken, etwa bei den Themen Arbeits- sowie Datenschutz und der Dokumentationspflicht, enorm viel Zeit, Geld und Personal. Hier gilt es in Berlin und Brüssel Lösungen zu finden, damit der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht weiter zurückfällt. Wir dürfen bei Entwicklungen nicht immer nur die Risiken mit Verordnungen regulieren, sondern müssen die sich bietenden Chancen konsequent nutzen.“
„Als Landkreis und Ansprechpartner vor Ort nehmen wir die Sorgen der regionalen Wirtschaft sehr ernst. Politische Entscheidungen an runden Tischen müssen vor Ort anwendbar und praktikabel sein. Ich versichere Ihnen: Der Landkreis steht fest an der Seite seiner Wirtschaftsunternehmen und hat hier immer ein offenes Ohr“, erklärte Landrat Schauder. „Das Reparaturzentrum ist ein wichtiger Arbeitgeber und zugleich ein echtes Aushängeschild für Ahorn. Deshalb ist es unser Anspruch als Gemeinde, eine gute und lösungsorientierte Kommunikation mit unseren Wirtschaftsunternehmen vor Ort zu pflegen“, ergänzte Bürgermeister Benjamin Czernin.
Mit „Repair 4.0“ gegen den Fachkräftemangel
Ein zentrales Thema war zudem der allgegenwärtige Fachkräftemangel. Von den rund 100 Beschäftigten am Standort sind aktuell 50 bis 60 als Elektriker tätig. Werksleiter Fabian Breuning machte die Situation deutlich: „Wir würden noch mehr einstellen, aber der Fachkräftemangel in der ländlichen Gegend schlägt voll durch.“
„Der Main-Tauber-Kreis steuert dieser Entwicklung mit modern ausgestatteten Beruflichen Schulen und vielfältigen Aktivitäten entgegen, denn die Auszubildenden von heute sind unsere Fachkräfte von Morgen“, erklärte Ursula Mühleck und verwies exemplarisch auf die Ausbildungsbotschafter sowie die regionalen Ausbildungsmessen. Zudem werde mit der Arbeitsmarktdrehscheibe eine virtuelle Plattform für Unternehmen geboten, um Mitarbeitern bei Bedarf neue Arbeitsmöglichkeiten zu vermitteln.
Am Standort in Ahorn setzt Kärcher zudem auf eng verzahnte Produktionsabläufe und einen hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung und der Logistik. Unter dem Stichwort „Repair 4.0“ erklärte Breuning: „Wir wissen jederzeit, wo sich welches Gerät in welcher Reparaturphase befindet.“ Ergänzt wird dieses Konzept mit einem fundierten Weiterbildungskonzept. Die Mitarbeiter werden in der Kärcher „Learn-Academy“ erstklassig geschult, zudem wird großer Wert auf das Betriebsklima gelegt. „Mitarbeiterbindung und -qualifizierung sind in unserem Unternehmen an jedem Standort fest verankert“, bekräftigte Christian May.
Das Standortkonzept: Zwischen Energieeffizienz und Zukunftsplanung
Dass Innovationsgeist und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, zeigt sich in Ahorn nicht nur bei den reparierten Geräten, sondern auch am Gebäude selbst. Der Standort erfüllt dank Pelletheizung, Wasseraufbereitung und einer Solaranlage den hohen Energieeffizienzstandard KfW 40. Zudem bietet das Areal Raum für die Zukunft: Die Aussichten zur weiteren Vergrößerung durch zusätzliche Bauabschnitte hatten Kärcher in der Wahl des Standorts bestärkt. Das Service-Center, das Kärcher-Geräte aus zehn europäischen Ländern betreut, erreichte mit bereits drei Millionen reparierten Geräten einen echten Meilenstein mit Signalwirkung.