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10.06.2026

Leitende Notärztinnen bestellt: Erstmals im Kreis Frauen für solches Amt gewonnen

Erster Landesbeamter Florian Busch hat kürzlich Anja Schäfer und Tina Wiedermann zu Leitenden Notärztinnen für den Main-Tauber-Kreis bestellt. Es ist im Kreis das erste Mal, dass Frauen diese Aufgabe übernehmen. Damit verfügt der Landkreis nun über zehn Leitende Notärztinnen und -ärzte, zwei weitere stehen in absehbarer Zeit zur Verfügung. Sie kommen bei Großschadensereignissen und im Katastrophenfall zum Einsatz und engagieren sich freiwillig. Die Bestellung erfolgte auf Vorschlag des Bereichsausschusses für den Rettungsdienstbereich Main-Tauber.

„Eine schnelle, effektive und gut strukturierte medizinische Versorgung geht besonders in unserem Flächenlandkreis mit zahlreichen Herausforderungen einher. Genau deshalb haben wir den Fokus darauf gelegt, die Versorgung langfristig sicherzustellen. Inzwischen haben wir eine gute geographische und altersmäßige Durchmischung im Team der Leitenden Notärzte erreicht. Als solche müssen Sie jederzeit in der Lage sein, besonnen und gleichzeitig schnell zu handeln. Ich freue mich, dass wir mit Ihnen zwei hochengagierte Führungskräfte gefunden haben, die sich dieser Herausforderung stellen“, betonte Erster Landesbeamter Florian Busch. Anja Schäfer erwiderte, dass ihre Kollegin und sie im Arztberuf „keinen Job, sondern eine Einstellung“ sehen.

Zum Aufgabenspektrum der Leitenden Notärzte gehört es, die medizinische Versorgung insbesondere bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten sowie bei Katastrophen und Großschadensereignissen sicherzustellen und zu koordinieren. Sie fungieren als Schnittstelle zwischen den örtlichen Rettungskräften und der Stabsstelle „Brand-/ Katastrophenschutz, Rettungswesen“ im Landratsamt Main-Tauber-Kreis. „Wir befinden uns in einem fortwährenden Austausch mit den Leitenden Notärzten und geben vor der Ernennung beispielsweise eine regionale Einweisung. Die medizinische Versorgung in Baden-Württemberg befindet sich in einem Umbruch. Deshalb haben wir als Stabsstelle Strukturen geschaffen, um den Personalstock in diesem elementar wichtigen Thema nachhaltig aufbauen zu können und die Hilfsfristen für jede Situation so gering wie möglich zu halten“, erklärte Kreisbrandmeister Andreas Geyer.

Für Anja Schäfer liegen die beruflichen Wurzeln beim Jugendrotkreuz in ihrem Heimatort Pülfringen. Nach dem Abitur ließ sie sich zunächst zur Rettungssanitäterin ausbilden. Noch heute ist sie dem Kreisverband Tauberbischofsheim des Roten Kreuzes verbunden und gehört als Kreisverbandsärztin dem Präsidium an. Zudem hat sie Kontakte zur Freiwillige Feuerwehr, so dass ihr Engagement als Leitende Notärztin nun der nächste Schritt gewesen sei. Anja Schäfer trat im Jahr 2008 in die Bundeswehr ein und schlug die Offizierslaufbahn ein. Sie studierte Medizin in Mainz, im Rahmen ihrer Weiterbildung war sie danach zwei Jahre lang am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg tätig. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin ist seit 2017 in der Hermann-Köhl-Kaserne in Niederstetten stationiert. Im gleichen Jahr war sie beim Bundeswehr-Einsatz in Mali als Notärztin außerhalb des Camps eingesetzt.

Auch für Tina Wiedermann war das Engagement beim Jugendrotkreuz mit Sanitätsdiensten in der Bereitschaft Lauda-Königshofen der Schlüssel, der sie letztendlich zum Medizinstudium geführt hat. Die Fachärztin hat an der Universität Würzburg studiert, ist seit 2018 am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim tätig und hat dort zuletzt die Aufgaben einer Oberärztin in der Orthopädie und Unfallchirurgie übernommen.

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