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12.05.2026

Ministerin Warken bei Feier zum 60-jährigen Bestehen: "Wir Bischemer sind stolz auf unser Krankenhaus"

Hoher Besuch beim Jubiläum des Krankenhauses Tauberbischofsheim: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gratulierte am vergangenen Samstag als Ehrengast zum 60-jährigen Bestehen des Krankenhauses in ihrer Heimatstadt. Bei einem Festakt unterstrich sie die Bedeutung des Klinikstandortes für die Versorgung der Menschen in Tauberbischofsheim und darüber hinaus in der gesamten Region. Beim anschließenden Tag der offenen Tür bekamen die zahlreichen Besucherinnen und Besucher bei Vorträgen und Mitmachaktionen einen Einblick in moderne Diagnostik und Therapie. Davon berichtet die BBT-Gruppe in dieser Pressemitteilung.

Mit dem Krankenhaus Tauberbischofsheim verbindet Nina Warken eine ganz eigene Geschichte: Drei Sommer lang hat die Ministerin im Krankenhaus ihrer Heimatstadt vor vielen Jahren als Praktikantin während der Ferien gejobbt. „Was mir gut in Erinnerung geblieben ist, ist das Erlebnis, mit wieviel Einsatz und Herzblut die Mitarbeitenden sich täglich um ihre Patienten gekümmert haben. Das hat mich schon damals sehr beeindruckt; das gilt auch heute noch für die Mitarbeitenden des Krankenhauses Tauberbischofsheim. Und das spüren auch die Menschen: Wir Bischemer sind stolz auf unser Krankenhaus.“

Das 1966 an der Albert-Schweitzer-Straße eingeweihte Krankenhaus sei schon bei seiner Eröffnung ein Zeichen für Professionalität, Menschlichkeit und moderne Medizin gewesen. „Auch heute ist die Klinik ein wichtiger Grund- und Regelversorger in der Region – und mehr noch: ein Ort der Hoffnung und Zuversicht für die Menschen, ein Stück Kultur und Heimat“, unterstrich die Ministerin. In den sechs Jahrzehnten habe es in der Krankenhauslandschaft viele Änderungen gegeben, die das Krankenhaus Tauberbischofsheim mitgestaltet habe: Vom Krankenhaus über den Zusammenschluss in der „Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH“ bis hin zur Partnerschaft mit dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim unter dem Dach der BBT-Gruppe. „Dabei hat das Krankenhaus Tauberbischofsheim nicht nur die Traditionen bewahrt, sondern auch immer den Mut zu Innovationen in die Zukunft bewiesen. Nicht zuletzt mit dem Neubau für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vor zehn Jahren haben die Verantwortlichen in moderne Strukturen und in eine moderne Architektur investiert und gezeigt: Architektur für eine gute Gesundheit endet nicht an der Eingangstür.“

Nina Warken verwies in ihrer Ansprache allerdings auch auf die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitssektor und räumte ein, dass durch finanzielle Engpässe und den Fachkräftemangel viele Krankenhäuser heute unter starkem finanziellem Druck stehen. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie wir die medizinische Versorgung dauerhaft sicherstellen können.“ Die Politik habe mit der Krankenhausreform der vorangegangenen Bundesregierung eine erste Antwort gegeben. „Diese Reform haben wir jetzt noch einmal angepasst und notwendige Änderungen vorgenommen“, sagte die Ministerin. Nach wie vor bleibe eine stärkere Orientierung an Qualität und fachlicher Spezifizierung. „Nicht jedes Krankenhaus soll künftig jede Leistung erbringen. Für komplexere Eingriffe muss man künftig vielleicht auch mal längere Wege in Kauf nehmen, was am Ende aber im Sinne der Patienten ist, weil Behandlungsergebnisse bei stärkerer Spezialisierung besser sind“, betonte Nina Warken. „Aber unser Ziel bleibt es, eine gute, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung flächendeckend sicherzustellen.“ Dafür habe man nun den Bundesländern mehr Spielraum und den Krankenhäusern mehr Zeit für die Umstellung gegeben.

Die Ministerin ging auch auf den aktuellen Kabinettsentwurf zur Stabilisierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung ein. „Mir ist bewusst, dass das allen Beteiligten viel abverlangt, aber ohne entschiedene Gegensteuerung würde sich die Situation für die Beitragszahler weiter verschärfen“, betonte Nina Warken. „Wir wollen stabile Beiträge, denn wir wollen Gesundheit bezahlbar halten, jetzt und für künftige Generationen.“

Mit Blick auf die im Entwurf angekündigte eingeschränkte Finanzierung von Tariferhöhungen für Beschäftigte in den Krankenhäusern machte sie ihren Standpunkt deutlich: „Bei den Löhnen für die Pflege hatten wir großen Nachholbedarf.“ Diesen habe man mit den Lohnsteigerungen in den letzten Jahren aufgeholt. Warken: „Wir greifen nicht in die Tarifautonomie ein. Was Tarifparteien aushandeln, muss sich allerdings an den wirtschaftlichen Bedingungen orientieren. Es ist kein finanzieller Spielraum mehr dafür da, dass die Krankenkassen einfach alles übernehmen, was ausgehandelt wird.“ Die Ministerin appellierte an alle Beteiligten, die eingeleiteten Veränderungen gemeinsam anzugehen.

Abschließend dankte sie den Beschäftigten für die täglich geleistete Arbeit: „Ein Krankenhaus lebt von seinen Beschäftigten, Sie geben dem Krankenhaus jeden Tag ein Gesicht. Für Ihren täglichen Einsatz, die Kompetenz und die Zuwendung meinen ausdrücklichen Dank. Ich wünsche dem Krankenhaus, dass es den erfolgreichen Weg in die Zukunft weitergehen kann.“

Dem ausdrücklichen Dank an die Mitarbeitenden schlossen sich auch der Geschäftsführer der BBT-Gruppe, Dr. Frank Zils, und der Landrat des Main-Tauber-Kreises, Christoph Schauder, an.

Geschäftsführer Zils: Wir brauchen unternehmerische Handlungsspielräume

Frank Zils hob die Besonderheit des Krankenhauses Tauberbischofsheim hervor: „Was das Krankenhaus hier auszeichnet, ist die enge räumliche und fachliche Verbindung bei der Versorgung von Menschen sowohl mit somatischen, körperlichen als auch mit psychischen Erkrankungen.“ Gerade in den vergangenen Jahren habe man die Angebote in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung ausgebaut und zugleich – neben der Akut- und Notfallmedizin – Schwerpunkte für Geriatrie, spezielle Schmerztherapie und Demenzversorgung eingerichtet. „Das trifft auf die besonderen Bedürfnisse gerade der vielen älteren Menschen hier in der Region. Sich an diesen besonderen Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu orientieren, die passenden medizinischen und pflegerischen Leistungen anzubieten, die Menschen wohnortnah gezielt und in hoher Qualität zu versorgen, ist uns als BBT-Gruppe ein zentrales Anliegen“, betonte der BBT-Geschäftsführer mit Blick auf die Tradition des Ordensgründers Peter Friedhofen. Angesichts der aktuellen politischen Vorgaben werde dies allerdings für die Krankenhausträger immer schwieriger. „Grundsätzlich müssen Reformmaßnahmen so ausgestaltet sein, dass sie Versorgungssicherheit gewährleisten, Planungssicherheit schaffen und dabei die tatsächlichen Versorgungsrealitäten vor Ort angemessen berücksichtigen“, machte Frank Zils deutlich. „Wir brauchen eine faire und ausgewogene Lastenverteilung im Gesundheitssystem, wir brauchen unternehmerische Handlungsspielräume, um uns für die Zukunft gut aufstellen zu können.“

Dies habe man auch in einem Gespräch mit der Ministerin vor Beginn des Festaktes betont. „Bitte nehmen Sie unsere Sorgen und Bedenken mit in die parlamentarische Debatte, die jetzt folgt; und nehmen Sie unsere Vorschläge zu Änderungen an dem Kabinettsentwurf auf. Denn wir möchten auch in Zukunft noch viele Jubiläen wie das heutige hier in Tauberbischofsheim und an den anderen BBT-Krankenhausstandorten feiern.“

Landrat Schauder: Den Weg der Strukturveränderungen aktiv begleiten

Landrat Christoph Schauder unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Krankenhauses Tauberbischofsheim als „wichtigen Ankerpunkt für die Menschen in der Stadt und der Region“. Angesichts der zunehmenden Krisen biete das Krankenhaus Tauberbischofsheim mit seinem speziellen Behandlungsangebot für psychisch kranke Menschen „einen Schutzraum für die Seele“ weit über den Main-Tauber-Kreis hinaus. „Der Landkreis als Mitgesellschafter hat den Weg der Strukturveränderungen in den vergangenen Jahren aktiv mit begleitet.“ Als Mitgesellschafter sichere man mit dem Krankenhaus Tauberbischofsheim und dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim die Daseinsvorsorge der Menschen. Der Landrat dankte den Verantwortlichen der BBT-Gruppe sowie dem Caritas-Verband ausdrücklich für das „gute und vertrauensvolle Miteinander“. Schauder: „Ich bin überzeugt, dass wir die Herausforderungen in den nächsten Monaten und Jahren gemeinsam bewältigen werden. Wir als Landkreis werden alles tun, damit das Krankenhaus Tauberbischofsheim langfristig bestehen bleibt.“

Ein Baum als Symbol des Wachsens und Gedeihens

Die erfolgreiche Geschichte des Krankenhauses Tauberbischofsheim und wichtige Wegmarken stellte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Matthias Jähnel, vor. Zum Abschluss des Festaktes pflanzten die Verantwortlichen gemeinsam mit der Bundesgesundheitsministerin einen Baum auf dem Gelände als Symbol für das Wachsen und Gedeihen der Gesundheitsversorgung am Standort Tauberbischofsheim.

Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich über das aktuelle medizinische Angebot am Krankenhaus Tauberbischofsheim zu informieren. In mehreren Vorträgen erläuterten Ärztinnen und Ärzte verständlich und praxisnah wichtige Gesundheitsthemen. Die Chefärztin der Abteilung Geriatrie, Dr. Ana Maria Mateescu, informierte, wie Demenz besser verstanden und im Alltag begleitet werden kann. Dr. Heiko Sprenger berichtete, wann ein künstliches Gelenk sinnvoll ist, und Chefarzt Dennis Sankat sprach über neue Ansätze in der Schmerztherapie. Auf großes Interesse stießen auch die Vorträge zu Herzrhythmusstörungen und Depressionen.

Darüber hinaus konnte man Medizin hautnah erleben: Die Besucher konnten ausprobieren, wie eine Herz-Druck-Massage funktioniert, und ihr Geschick bei ersten Übungen der Schlüssellochchirurgie testen. Sie konnten außerdem einen Blick auf moderne Ultraschall- und Endoskopieverfahren werfen und sich über Qualitätsmanagement im Krankenhaus informieren. Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Einblicke in Aroma- und Tanztherapie und in viele weitere Bereiche des Hauses waren geboten. Feuerwehr und DRK waren außerdem mit Einsatzwagen vor Ort. Ein buntes Kinderprogramm und leckeres Essen rundeten die Geburtstagfeier des Krankenhauses ab.

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