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08.05.2026

Fast ein Viertel der Betriebe in der Region steht zur Übergabe an

Die Betriebsnachfolge im Handwerk ist bereits jetzt ein akutes Thema und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Allein im Kammerbezirk der Handwerkskammer Heilbronn-Franken stehen bis 2030 rund 3000 der knapp 12.600 Betriebe zur Übergabe an. Eine aktuelle Umfrage bestätigt diese Zahlen und liefert neue Erkenntnisse.

Die Betriebsinhaber im Handwerk sind aktuell im Durchschnitt 52,9 Jahre alt. Davon planen acht Prozent, ihren Betrieb in den nächsten zwei Jahren und 15 Prozent in den nächsten fünf Jahren zu übergeben. In 50 Prozent der Fälle soll die Übergabe an ein Familienmitglied erfolgen. Weitere potenzielle Übernehmer sind Mitarbeiter (14 Prozent), sonstige Externe (acht Prozent) sowie Wettbewerber und Existenzgründer (je ein Prozent). 27 Prozent der Betriebsinhaber sind unentschlossen, an wen sie übergeben sollen. Eine Betriebsschließung ist in den kommenden zwei Jahren bei elf Prozent und in den kommenden fünf Jahren bei zehn Prozent geplant.

Die größten Herausforderungen bei der Betriebsübergabe sehen die Betriebsinhaber, die eine Übergabe anstreben, in den steuerlichen Aspekten (46 Prozent), der Suche nach einem geeigneten Nachfolger (45 Prozent) sowie der Ermittlung des Unternehmenswerts (40 Prozent). Es folgen die geringe Rentabilität des Betriebs (27 Prozent), die Personalübernahme (17 Prozent), baurechtliche oder sonstige Auflagen (15 Prozent), die Durchsetzung der Kaufpreiserwartungen (14 Prozent), die Ermittlung der zukünftigen Miete der Betriebsgebäude (13 Prozent) sowie die Ermittlung des Immobilienwerts (fünf Prozent).

Mehr als die Hälfte der übergabewilligen Betriebsinhaber schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit einer (zukünftigen) Betriebsübergabe als positiv ein. 19 Prozent bewerten sie als hoch, 33 Prozent als eher hoch. 31 Prozent können die Aussichten derzeit (noch) nicht beurteilen. Gleichzeitig schätzen acht Prozent die Erfolgswahrscheinlichkeit als eher gering und neun Prozent als gering ein.

Sascha Grimm-Neumann, Abteilungsleiter Unternehmensberatung der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, ordnet die Ergebnisse der Umfrage wie folgt ein: „Die Betriebsnachfolge ist eines der wichtigsten Themen im Handwerk. Das unterstreicht die aktuelle Sonderumfrage eindrucksvoll. Um handwerkliche Fachkompetenz und Arbeitsplätze zu sichern, muss es uns gelingen, die zur Übergabe anstehenden Betriebe an geeignete Übernehmer zu vermitteln. Für qualifizierte Handwerker ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt, um über eine Betriebsübernahme nachzudenken.“

Landesprojekt „Next Generation Handwerk“

Um Übergeber und potenzielle Übernehmer zusammenzubringen, haben die acht baden-württembergischen Handwerkskammern das Landesprojekt „Next Generation Handwerk“ ins Leben gerufen. Das Projekt wird im Rahmen der Kampagne „Nachfolge BW“ vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert und soll die Nachfolgesituation im Handwerk nachhaltig verbessern.

Die betriebswirtschaftlichen Berater der Handwerkskammern unterstützen Übergeber und potenzielle Übernehmer während des gesamten Prozesses individuell, neutral und kostenfrei. Ergänzend dazu veranstaltet die Handwerkskammer Heilbronn-Franken auch regelmäßig Netzwerkveranstaltungen zum Thema Betriebsnachfolge. Die nächste findet am Mittwoch, 22. Juli, um 16 Uhr im Hoftheater Öhringen statt. Anmeldungen sind bis zum 15. Juli unter www.hwk-heilbronn.de/netzwerkveranstaltung möglich.

Weitere Informationen zum Projekt „Next Generation Handwerk“ gibt es unter www.hwk-heilbronn.de/ngh sowie auf der Plattform www.nachfolge-im-handwerk.de

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