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16.04.2026

Europäische Impfwoche schärft Bewusstsein - Kampagne vom 19. bis 25. April

Bereits zum 20. Mal findet in diesem Jahr die Europäische Impfwoche statt. In der Woche von Sonntag, 19. April, bis Samstag, 25. April, macht die Kampagne auf die Bedeutung von Impfungen aufmerksam und schärft das Bewusstsein der Bevölkerung für deren Bedeutung. Das Motto 2026 lautet dabei „Impfstoffe wirken für jede Generation“. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis bietet im Rahmen der Aktionswoche am Donnerstag, 23. April, von 14 bis 16 Uhr eine Impfsprechstunde an.

Steigende Zahlen der RSV-Prophylaxe im Main-Tauber-Kreis

Aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere Krankheitsverläufe empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit Juni 2024 für die unter Einjährigen eine Prophylaxe gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Dabei erhalten Neugeborene und Säuglinge Antikörper, die vor schweren RSV-Erkrankungen schützen. Der Schutzeffekt hat sich bereits in der darauffolgenden RSV-Saison deutlich gezeigt. Während die Gesamtzahl der übermittelten RSV-Fälle in Baden-Württemberg in der Saison 2024/25 im Vergleich zur Vorsaison leicht anstieg, halbierte sich die Zahl der übermittelten Fälle bei den unter Einjährigen nahezu. Dieser Trend lässt sich auch im Main-Tauber-Kreis nachweisen. Die Zahl der gemeldeten RSV-Fälle bei den unter Einjährigen ist um 38 Prozent gesunken. Das Robert Koch-Institut analysiert jedes Jahr die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen und berechnet daraus die Impfquoten in Deutschland. Zwischen April und September des Jahres 2024 und damit im ersten Jahr seit Einführung der Empfehlung erhielten im Main-Tauber-Kreis 62 Prozent der Säuglinge eine RSV-Prophylaxe.

„Die positiven Auswirkungen der RSV-Prophylaxe können wir bereits jetzt aus den uns vorliegenden Meldedaten beobachten. Sie stellt einen wichtigen Schutz für die Jüngsten unter uns dar“, betont die kommissarische Amtsleiterin des Gesundheitsamtes Main-Tauber-Kreis, Monika Treppner.

Die RSV-Erkrankungen treten saisonal gehäuft von Oktober bis März auf. Die STIKO empfiehlt die RSV-Prophylaxe allen Neugeborenen und Säuglingen vor ihrer ersten RSV-Saison. Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, sollen die Prophylaxe möglichst zwischen September und November erhalten. Neugeborene, die zwischen Oktober und März geboren werden, sollen die Prophylaxe möglichst rasch nach der Geburt, idealerweise bei Entlassung aus der Geburtseinrichtung oder bei der U2-Untersuchung (dritter bis zehnter Lebenstag), bekommen.

Impfung gegen HPV als wirksamer Schutz gegen Krebsvorstufen

Während die RSV-Prophylaxe Säuglinge unmittelbar vor schweren Erkrankungen schützt, entfaltet die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die ab dem Kindes- und Jugendalter empfohlen ist, ihre Wirkung erst im Laufe des Lebens. Bestimmte HPV-Typen können Jahre nach der Infektion sowohl bei Frauen als auch bei Männern Krebsvorstufen und Krebs am Gebärmutterhals, im Rachen und im Anogenitalbereich auslösen. Zum Schutz vor HPV-bedingtem Krebs ist für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren in Deutschland die Impfung empfohlen. Im Main-Tauber-Kreis waren 2024 39 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 20 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Die Quoten liegen damit deutlich unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation angestrebten 90 Prozent.

Trotz der in Deutschland vergleichsweise niedrigen Impfquoten werden laut einer Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts erste schützende Effekt auf Bevölkerungsebene sichtbar. So ging die Rate der Neuerkrankungen mit Gebärmutterhalskrebs bei jüngeren Frauen im Alter von 20 bis 34 Jahren zurück. Sie ist von 7,8 pro 100.000 Frauen im Jahr 2015 kontinuierlich auf 4,3 im Jahr 2023 gesunken. In der nächsthöheren Altersgruppe, für die zum damaligen Zeitpunkt noch keine HPV-Impfempfehlung bestand, ist hingegen kein eindeutiger Trend erkennbar.

„Mit höheren HPV-Impfquoten können wir zukünftig noch mehr HPV-bedingte Krebsfälle verhindern. Daher sollten möglichst alle Kinder und Jugendliche dieses Impfangebot wahrnehmen“, empfiehlt Monika Treppner.
Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfdosen erforderlich. Wenn die HPV-Impfung verpasst wurde, sollte sie spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Wird die Impfung erst nach dem 15. Geburtstag begonnen, sind für den vollständigen Schutz drei Impfungen notwendig. HPV-Impfungen können zum Beispiel vom Kinderarzt, der Hausärztin oder dem Frauenarzt verabreicht werden.

Für eine persönliche Impfberatung, auch für Reiseimpfungen, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts unter der Telefonnummer 09341/82-5579 zur Verfügung. Zudem können sich Interessierte an die niedergelassenen Ärzte im Landkreis wenden. Im Zuge der europäischen Impfwoche bietet das Gesundheitsamt am Donnerstag, 23. April, zwischen 14 und 16 Uhr eine Impfsprechstunde an. Telefonisch ist die Beratung unter der Telefonnummer 09341/82-5579 möglich. Unter dieser Nummer kann auch ein Termin für eine persönliche Beratung vor Ort vereinbart werden.

Eine Übersicht zu Informationen rund um das Thema Impfen bietet zudem die Webseite www.infektionsschutz.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Die Impfempfehlungen der STIKO sind übersichtlich im Impfkalender dargestellt.

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