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10.04.2026

Aus Restmüll wird Energie gewonnen - Delegation aus Kreistag und Verwaltung besucht Gemeinschaftskraftwerk

Allein im Jahr 2025 wurden rund 190.000 Tonnen Restmüll im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) verarbeitet – ein Teil davon stammt aus dem Main-Tauber-Kreis. Vor kurzem haben sich daher Landrat Christoph Schauder, Erster Landesbeamter Florian Busch und der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Main-Tauber-Kreis, Stefan Rauch, gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags ein Bild von der Anlage gemacht.

Die GKS GmbH betreibt im Hafengebiet der Stadt Schweinfurt ein Heizkraftwerk und eine thermische Abfallbehandlungsanlage. Der Main-Tauber-Kreis ist als kommunaler Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligt. Der im Landkreis angefallene Restmüll wird von beauftragten Entsorgungsunternehmen bei den Haushalten im Landkreis abgeholt, auf der Kreismülldeponie Heegwald bei Wertheim umgeschlagen und anschließend gebündelt zur Entsorgung und Verwertung beim GKS angeliefert.

„Die Entscheidung, sich vor 30 Jahren an dem Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt zu beteiligen, war für unseren Landkreis wegweisend. Sie garantiert bis heute eine sichere und verlässliche Entsorgung des Restmülls. Für die seit vielen Jahren gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanke ich mich ganz herzlich“, sagte Landrat Christoph Schauder. Die Anlagentechnik und die erreichten Umweltstandards seien sehr beeindruckend. „Eine moderne Abfallverwertung ist äußerst wichtig für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft“, betonte Schauder.

Geschäftsführer Dr.-Ing. Ingo Zorbach und Organisationsleiter Dr.-Ing. Marcel Strätz gaben der Delegation interessante Einblicke in die Organisation des Unternehmens und den aktuellen Anlagenpark. Während eines Rundgangs informierten sich die Besucher außerdem über die technischen Abläufe der energetischen Abfallverwertung. „Durch die energetische Verwertung des Restmülls kann der Einsatz fossiler Brennstoffe wie Kohle reduziert werden. Gleichzeitig erzeugen wir durch Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme und Strom. Im Jahr 2025 haben wir rund 190.000 Tonnen Restmüll unserer neun kommunalen Gesellschafter verarbeitet und daraus umweltfreundliche Energie erzeugt. Unser Einzugsgebiet erstreckt sich auf circa 1,3 Millionen Einwohner“, erläuterte Geschäftsführer Dr.-Ing. Ingo Zorbach.

Der Main-Tauber-Kreis liefert jährlich im Durchschnitt etwa 15.000 Tonnen Restmüll an das GKS. „Diese stabilen Müllanlieferungsmengen und der über die Jahre vollständig abgeschriebene Anlagenpark haben in den vergangenen Jahren die Entsorgungspreise für den Main-Tauber-Kreis sukzessive sinken lassen“, erklärte Organisationsleiter Dr.-Ing. Marcel Strätz. „Dies wiederum ermöglichte es uns, den Bürgerinnen und Bürgern des Main-Tauber-Kreises stabile Abfallgebühren anbieten zu können“, fügte der Erste Landesbeamte Florian Busch als zuständiger Dezernent für Abfallwirtschaft hinzu.

Landrat Christoph Schauder betonte die besondere Bedeutung der Anlage für den Landkreis: „Das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt leistet einen bedeutenden Beitrag zur kommunalen Daseinsvorsorge im Main-Tauber-Kreis. Es ermöglicht uns eine verlässliche, umweltgerechte Entsorgung und schafft gleichzeitig einen regionalen Mehrwert für die Bürgerschaft und die Industrie.“

Im Mittelpunkt des Besuchs standen auch die künftigen Herausforderungen für das Unternehmen. „Die Anlagen haben eine begrenzte Lebensdauer. In den kommenden Jahren sollen diese daher schrittweise modernisiert werden. Ziel ist es, die Technik zu erneuern, die Effizienz weiter zu steigern und den Betrieb des Anlagenparks langfristig abzusichern“, machte Geschäftsführer Zorbach deutlich. Hierfür wird nach Auskunft des Geschäftsführers derzeit mit Fachexperten ein umfassendes Modernisierungskonzept ausgearbeitet. 

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