Weiterbildungsverbund Psychiatrie und Psychotherapie: Weitere Kooperationspartner stärken gemeinsame Arbeit
Der Weiterbildungsverbund (WBV) Psychiatrie und Psychotherapie, der sich über die Landkreise Neckar-Odenwald und Main-Tauber erstreckt, wächst um weitere Kooperationspartner. Dies wurde bei der jüngsten Koordinierungssitzung des Verbunds bekanntgegeben. Gemeinsames Ziel der Verbundpartner bleibt ein geeintes Engagement, um die psychiatrische Versorgung in den beiden Landkreisen für die Zukunft zu stärken.
Die Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Elisabeth Krug, leitete die Sitzung und eröffnete sie gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter für Jugend und Soziales im Neckar-Odenwald-Kreis, Peter Roos. Elisabeth Krug und Peter Roos erinnerten an das Ziel des im Juli 2023 gegründeten Weiterbildungsverbundes, junge Medizinerinnen und Mediziner bei der Facharztweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie zu unterstützen und damit frühzeitig dem sich abzeichnenden Ärztemangel in der Psychiatrie entgegenzuwirken. Beide würdigten die gute Zusammenarbeit aller Kooperationspartner, zu dem die beiden Landkreise sowie die fachspezifischen und weiterbildungsbefugten Kliniken und die niedergelassenen Fachärzte der beiden Landkreise gehören.
Durch den Beitritt der Klinik Schloss Waldleiningen in Mudau (Neckar-Odenwald-Kreis) wächst der Verbund nun weiter und baut damit sein Weiterbildungsangebot um ein weiteres Fachgebiet im Rotationsabschnitt aus. Chefarzt Dr. med. Reza Ladjevardi ermöglicht den angehenden Fachärztinnen und Fachärzten im Verbund, zukünftig auch einen Weiterbildungsabschnitt im Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu absolvieren. Dies stellt eine ideale Ergänzung zum bestehenden Weiterbildungsangebot dar. Zudem befindet sich der Mediclin Campus Wertheim derzeit im Beitrittsprozess. Zukünftig soll dadurch auch das neurologische Weiterbildungsangebot um einen weiteren klinischen Partner verbreitert werden.
Katrin Friedrich und Leonie Rodemers von der Koordinierungsstelle des Verbunds präsentierten den Sachstandsbericht. Dabei wurde der Blick auf die ambulante Versorgungssituation gerichtet. Es wurde deutlich, dass sich einerseits die nervenärztliche Versorgung sowohl im Main-Tauber-Kreis als auch im Neckar-Odenwald-Kreis in den vergangenen beiden Jahren verbessert hat. Andererseits muss die langfristige Sicherstellung der Versorgung im Blick behalten werden, da eine Vielzahl praktizierender Ärztinnen und Ärzte vor dem Übergang in den Ruhestand steht. Dies zeige, dass in den kommenden Jahren der Bedarf an ärztlichem Nachwuchs insbesondere in der Psychiatrie deutlich steigen werde.
„Das verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung unseres Verbunds für die Zukunft der fachärztlichen Versorgung in unseren Landkreisen. Denn unser Weiterbildungsverbund setzt aufgrund der frühzeitigen engen Zusammenarbeit mit jungen Ärztinnen und Ärzte genau hier an“, unterstrichen Friedrich und Rodemers die Relevanz der Kooperation. Einig war man sich im Gremium deshalb auch, dass die bestehenden Marketingaktivitäten beibehalten und weitere ergänzt werden sollen, um die Bekanntheit des Verbunds bei jungen Medizinerinnen und Medizinern außerhalb der Landkreisgrenzen noch weiter zu steigern. Auch die Präsentation in Gremien der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg sowie bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg wurde lobend erwähnt. Eine Vertreterin der Kassenärztlichen Vereinigung würdigte die außerordentliche Leistung in den beiden Landkreisen.
Melanie Rudolf von der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz Neckar-Odenwald stellte die Wissensreihe zur mentalen Gesundheit vor, die bereits seit 2023 großen Zuspruch erfährt. In der Veranstaltungsreihe wird zu psychischen Erkrankungen sowie zur mentalen Gesundheit informiert. Gleichzeitig zielt die Arbeit auf die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen ab. Die Wissensreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Direktor der Diakonie-Klinik Mosbach und Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Dr. Karsten Rudolf, statt. Er ist zugleich Kooperationspartner des Weiterbildungsverbunds Psychiatrie und Psychotherapie.
Weitere Informationen zum Weiterbildungsverbund Psychiatrie und Psychotherapie können unter www.wir-fuer-mediziner.de/wbv-psychiatrie abgerufen werden. Ärztinnen und Ärzte, die Interesse an einer Facharztweiterbildung über den Verbund haben, können sich per E-Mail an psychiatrie@wir-fuer-mediziner.de an die Koordinierungsstelle wenden.