Angespannter Haushalt, vielfältige Herausforderungen - Spitzen von Kreis und Kirchen im Dialog
Landrat Christoph Schauder und Sozialdezernentin Elisabeth Krug haben kürzlich die katholischen und evangelischen Dekaninnen und Dekane im Main-Tauber-Kreis sowie die Geschäftsführungen von Caritas und Diakonie zu einem Gespräch empfangen. Die angespannte Haushaltslage auf Seiten des Landkreises sowie die aktuellen Transformationsprozesse der Kirchen standen im Fokus der Diskussion.
„Die Kirche einschließlich kirchliche Wohlfahrtsverbände und die Landkreisverwaltung arbeiten seit Jahren zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger eng und vertrauensvoll zusammen. Das ist die Grundlage, um die vielfältigen Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können. Es bleibt unser Ziel, etablierte Angebote wie unsere Familienzentren und Beratungsstellen zu erhalten, denn sie bieten einen echten Mehrwert für die Region“, erklärte Landrat Christoph Schauder. Der Haushalt des Landkreises sei allerdings auf Kante genäht und die Entwicklung bleibe besorgniserregend. „Die Kommunalfinanzen befinden sich im freien Fall, der Sozialetat schießt gleichzeitig durch die Decke. Ich erwarte von der großen Politik, dass hier an den richtigen Stellschrauben gedreht wird, um der Entwicklung entgegenzusteuern und die Landkreise sowie die Kommunen handlungsfähig zu halten“, betonte er weiter.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von evangelischer Seite Dekanin Wibke Klomp (Wertheim) und Dekan Ingolf Stromberger (Boxberg) sowie für die katholische Kirche Leitender Pfarrer Thomas Holler (Tauberbischofsheim) und der kommissarische Dekan Bogdan Stolarczyk (Mergentheim), außerdem die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis, Aleit-Inken Fladausch-Rödel, und der Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes im Tauberkreis Michael Müller.
Seelsorge vor Ort und Transformation
Ein weiteres Fokusthema war der teils noch laufende Prozess der Neustrukturierung und Konzentration der Kirchengemeinden, Seelsorgeeinheiten und Bezirke vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels. In der Erzdiözese Freiburg wurde als eine von 36 neuen Kirchengemeinden die katholische Kirchengemeinde St. Martin und Lioba an Tauber und Main gegründet. Für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist der Transformationsprozess aktuell auf den Weg gebracht. Die evangelischen Kirchenbezirke Adelsheim / Boxberg sowie Buchen und Wertheim werden derzeit zu einer neuen Einheit Odenwald-Tauber geformt. Aus den evangelischen Kirchenbezirken Weikersheim, Künzelsau und Öhringen ist bereits 2025 der neue Kirchenbezirk Hohenlohe entstanden. Der Transformationsprozess war aufgrund geringer werdender Mitgliederzahlen, personeller Herausforderungen und steigenden Kostendrucks notwendig geworden. Dennoch werden die Seelsorge für die Menschen und eine lebendige Kirche vor Ort weiterhin im Mittelpunkt stehen, so der erklärte Wille von allen Kirchenverantwortlichen.