Ein grünes Klassenzimmer mitten im Wald - Schüler der Grundschule Assamstadt entdecken die Haselmaus
Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Grundschule Assamstadt haben kürzlich ihr Klassenzimmer für einen Tag in den Wald verlegt. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Julia Nied und der Schulsozialarbeiterin Janette Mach machten sie sich zu Fuß auf den rund eineinhalb Kilometer langen Weg und nahmen mitten im Assamstadter Wald auf Baumstämmen Platz.
Anlass für diesen Ausflug war die laufende Flurneuordnung in den Wäldern rund um Assamstadt. Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern anschaulich zu erklären, welche Veränderungen dabei vorgenommen werden und wie Eingriffe in die Natur verantwortungsvoll ausgeglichen werden können.
Organisiert wurde die Aktion von den Verantwortlichen des Flurneuordnungsverfahrens. Gemeinsam mit der zuständigen Landespflegerin Karin Öchslen und der Projektingenieurin Manuela Knittel-Völkner sowie dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Bruno Leuser wurde den Kindern am Beispiel der Haselmaus erläutert, welche Maßnahmen notwendig sind, wenn neue Wege gebaut oder bestehende Wege verbreitert werden. Solche Eingriffe bedeuten Veränderungen im Lebensraum vieler Tiere.
Um diesen Ausgleich zu schaffen, wurden unter anderem spezielle Nisthilfen im Wald angebracht. Anschaulich wurde der Lebenszyklus der kleinen, streng geschützten Haselmaus erklärt und gezeigt, wie sie sich in den Kästen einrichtet. Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Öffnen und Reinigen von fünf Nisthilfen: eine Aufgabe, die einmal jährlich erfolgen muss, um den Tieren ein sauberes und sicheres Zuhause bieten zu können. Dabei kamen spannende Funde zum Vorschein: ein Wespennest, Vogelnester und sogar Raupenpuppen. Natürlich durfte auch ein echtes Haselmausnest bestaunt und vorsichtig Stück für Stück untersucht werden.
In einer Fragerunde zeigten die Kinder großes Interesse und stellten viele Fragen. Zum Abschluss lauschten sie einer Bilderbuchgeschichte über eine besonders mutige Haselmaus. Und dann wartete noch eine Überraschung: Eine „ganz besondere“ Nisthilfe durfte geöffnet werden. Darin befanden sich zwar keine Haselmäuse, dafür aber Gummibärchen als kleine Belohnung für die engagierten Nachwuchs-Naturschützer. Die Kinder haben an diesem Vormittag schnell verstanden, worauf es ankommt: Wer Nisthilfen für Haselmäuse, Vögel oder Fledermäuse aufhängt, übernimmt auch Verantwortung.