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04.12.2024

Inklusion überwindet Grenzen - Wenn Vertrieb und Pferdezucht Hand in Hand gehen

Wenn das Handicap zur Chance wird, die Größe zum Wiedererkennungswert und Inklusion zur Selbstverständlichkeit. Max Hachtel hat es geschafft: Der 34-Jährige jongliert gekonnt zwischen seiner Arbeit im Vertrieb bei Würth Industrie Service GmbH & Co. KG in Bad Mergentheim und seiner Leidenschaft für die Pferdezucht auf seinem Familienhof in Niederstetten. Seine Kleinwüchsigkeit ist für Max längst kein Hindernis mehr, sondern vielmehr Ansporn, sich neuen Möglichkeiten zu stellen.

Ob als ehemaliger Deutscher Meister beim Handicap-Schwimmen, als leidenschaftlicher Pferdezüchter oder auch als Reiseabenteurer: Max Hachtel ist ein wahrer Meister darin, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Aufgrund seines genetisch bedingten Kleinwuchses, auch Achondroplasie genannt, sowie mehreren Beinoperationen gestaltet er seinen Alltag auf seine ganz eigene Weise. Und das seit klein auf. Aufgewachsen auf dem Familienhof seiner Eltern außerhalb von Niederstetten, ist er dort bis heute tief verwurzelt. „Hier kennt mich jeder, schließlich bin ich kleiner als die meisten. Für mich ist das kein Nachteil – im Gegenteil: Mein Handicap ist mein Markenzeichen, meine Größe macht mich unverwechselbar“, betont Hachtel voller Überzeugung. Nach seiner Schulzeit an der Grund- und Hauptschule in Niederstetten begann er seine Ausbildung zum technischen Zeichner sowie anschließend seine Weiterbildung zum Konstrukteur und Projektleiter bei der IHK Heilbronn-Franken. Seit März 2022 arbeitet er bei Würth Industrie Service am Firmenstandort Bad Mergentheim und ist dort im Vertriebs- und Angebotsmanagement für Sonder- und Zeichnungsteile zuständig.

Dem Arbeitgeber war es daher ein Anliegen, einen ergonomisch angepassten Arbeitsplatz für Max zu schaffen. Mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch, einem maßgefertigten Bürostuhl und einem Podest, das ihm die freie Sicht auf seine Umgebung ermöglicht, wurde ein Umfeld gestaltet, das seinen Bedürfnissen bestmöglich gerecht wird. Doch Inklusion umfasst weitaus mehr. Das weiß Max bei Würth Industrie Service sehr zu schätzen: „Hier werde ich nicht als jemand mit Handicap gesehen. Natürlich wird berücksichtigt, was ich brauche, dennoch habe ich nie das Gefühl, bewusst anders behandelt zu werden – sowohl von meinen engsten Kolleginnen und Kollegen als auch bis zur Führungsebene gedacht. Hier herrscht ein Miteinander, das auf gegenseitigem Respekt und Hilfsbereitschaft basiert.“ Auch in seinem Vertriebsteam fühlt sich der 34-Jährige rundum wohl und geschätzt. „Hier unterstützt jeder jeden. Sei es beim gemeinsamen Kaffeetrinken in der Küche oder auch beim Mittagessen in der Kantine: Die Kolleginnen und Kollegen kommen immer zur Hilfe.“ Mit einer Körpergröße von 1,30 Meter ist Max in verschiedenen Alltagssituationen auf speziell angepasste Einrichtungen angewiesen, ganz gleich, ob auf der Arbeit, zu Hause oder auch unterwegs. Eine niedrige Küchenzeile, ein angepasstes Waschbecken oder ein umgebautes Auto sind nur wenige Beispiele, die ihm die Selbstständigkeit enorm erleichtern. Dass er im privaten Bereich mit seiner Familie einen festen Ankerpunkt hat, die ihm Stabilität und Selbstsicherheit gibt, ist für ihn von unschätzbarem Wert.

Zwischen Büro und Stall: Die Pferdezucht als zweite Leidenschaft

Neben seiner beruflichen Tätigkeit brennt Max für eine ganz besondere Leidenschaft: die Pferdezucht. Zusammen mit seiner Familie führt er etwas abseits von Niederstetten einen Landwirtschaftsbetrieb, auf dem einige Tiere – darunter Pferde, Hunde und Fische – ein Zuhause finden. Die Arbeit auf dem Hof ermöglicht ihm den idealen Ausgleich zum Büroalltag. Beim Ausreiten findet der stolze Pferdebesitzer nicht nur eine willkommene Ablenkung, sondern stärkt zugleich seinen Rücken und hält seine Gelenke aktiv in Bewegung. Mit einer separaten Aufstiegshilfe ist der Sportler auch hierfür bestens ausgerüstet, um allein in den Sattel zu steigen. Schon immer spielt Bewegung eine wichtige Rolle für seine Gesundheit. Als Leistungsschwimmer ergatterte er 2004 den Titel des Deutschen Meisters im Handicap-Schwimmen in Berlin – ein Erfolg, der ihn immer wieder daran erinnert: Nichts ist unmöglich! Vielleicht braucht es an der ein oder anderen Stelle mehr Zeit, Kraft und Mut, dennoch weiß Max: „Es lohnt sich, die Dinge anzugehen und das Beste daraus zu machen“. Mit einem Bootsführerschein in der Tasche begeistert er sich für Wassersport, fährt Wakeboard, restauriert Boote, fängt 2-Meter-Fische und genießt auf Reisen die Zeit in der Natur. So hat Max es geschafft, aus der anfänglichen Akzeptanz seines Handicaps immer wieder neue Chancen zu ergreifen.

Soziales Engagement und Würth

Am 3. Dezember - am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen - setzen Unternehmen weltweit ein sichtbares Zeichen für Inklusion und Vielfalt. Es geht um mehr als nur das Bewusstsein – es geht um konkrete Schritte für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe für alle. Dass Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung schon immer eine wichtige Rolle innerhalb der gesamten Würth-Gruppe spielen und ein sicheres und unterstützendes Arbeitsumfeld finden, ist dabei nur ein Beispiel für die Hingabe und das Engagement von Carmen Würth. Das zeigt sich in der Unternehmenskultur, die sie an der Seite ihres Mannes Reinhold Würth entscheidend geprägt hat, genauso wie in ihrem lebenslangen, sozialen Engagement. Auch bei der Würth Industrie Service steht der Mensch ganz klar im Mittelpunkt – und das seit der Firmengründung 1999. „Inklusion ist bei uns nicht nur ein Schlagwort, sondern Teil unserer Unternehmenskultur. Wir sind stolz darauf, Max und über 70 weitere Kolleginnen und Kollegen mit Handicap als wertvollen Teil unserer Firma zu haben“, so Thomas Link, Beauftragter für Menschen mit Handicap bei Würth Industrie Service. Dass Inklusion Gemeinschaft voraussetzt, ist völlig klar. Deshalb engagieren sich Link und sein Kollege neben der täglichen Arbeit als ehrenamtliche Vertrauenspersonen und Sprachrohr für Menschen mit Handicap im Unternehmen. Insbesondere die gemeinsamen Ausflüge und Treffen fördern und stärken das Miteinander. „Für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist Inklusion unverzichtbar. Wir alle können uns tagtäglich mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen dafür einsetzen, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden zu schaffen. Die Tatsache, dass bei uns Inklusion erlebbar wird, verdanken wir unserer starken Kultur“, so Michael Schubert, Geschäftsleitung Personal der Würth Industrie Service.

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