Zweites Futurelabs-Barcamp bringt 40 Akteure zum Zukunftsdialog zusammen
Beim zweiten Barcamp der Futurelabs im Rebgut in Lauda diskutierten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Kommunen darüber, wie Wandel gelingen kann.
„Es fühlt sich nicht mehr nach Ausnahmezustand an – der Krisenmodus ist zum Normalzustand geworden.“ Mit dieser Diagnose eröffnete Jörg Ernstberger, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Heilbronn-Franken von Südwestmetall und Beiratsvorsitzender der Futurelabs, seinen Impulsvortrag beim zweiten Futurelabs-Barcamp im Rebgut. Unter dem Motto „Shift happens – vom Modus Krise zum Modus Machen“ ging es allerdings weniger darum, Missstände zu beklagen. Vielmehr suchten er und die rund 40 Teilnehmenden nach Antworten, wie Unternehmen und Netzwerke der Region den Wandel aktiv gestalten können.
In seiner Keynote zeichnete Ernstberger ein Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Steigende Kosten, Bürokratie, geopolitische Konflikte und der tiefgreifende Wandel ganzer Branchen stellen Unternehmen seit Jahren vor immer neue Herausforderungen. Er warb dafür, den Blick nach vorne zu richten. Netzwerke müssten neu gedacht und Verantwortung stärker übernommen werden.
Nach diesem Impuls begann das eigentliche Barcamp. Anders als bei klassischen Konferenzen gibt es keine vorab festgelegte Agenda. Die Teilnehmenden bestimmen selbst, welche Themen diskutiert werden. Zu Beginn werden Vorschläge gesammelt, vorgestellt und gemeinsam zu einem Ablauf zusammengestellt. Anschließend verteilen sich die Gruppen auf mehrere Sessions, in denen Fragen gezielter formuliert, Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsansätze entwickelt werden. Jeder kann dabei Impulsgeber sein, jeder bringt seine Perspektive ein.
Bereits zum zweiten Mal setzten die Futurelabs auf dieses offene Veranstaltungsformat. In insgesamt drei Session-Runden beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Themen, die sie aktuell bewegen. Dabei ging es unter anderem um Motivation in schwierigen Zeiten, persönliche Souveränität, Vertrauen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit, Krisenkommunikation sowie die Frage, wie Unternehmen trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten erfolgreich bleiben können.
Auch die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt wurden intensiv diskutiert. Im Mittelpunkt stand nicht nur die technische Entwicklung, sondern das Thema, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Weitere Gespräche drehten sich um regionale Netzwerke und den Austausch zwischen Unternehmen.
Mit dem zweiten Barcamp unterstrichen die Futurelabs erneut ihren Anspruch, Zukunftsthemen in der Region zu platzieren. Neben der Werkstatt sowie Angeboten für Kinder und Jugendliche haben sich die Futurelabs inzwischen als Plattform für Unternehmen, Institutionen und engagierte Menschen etabliert. Formate wie der KI Circle, der Innovationscircle und der Selbstständigen Circle helfen dabei, Menschen miteinander zu vernetzen, Wissen auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln.
Passend zum Engagement der Futurelabs für Zukunftsthemen gibt es eine weitere erfreuliche Nachricht: Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus fördert den Digital Hub Heilbronn-Franken auch in einer dritten Förderperiode bis 2028. Gemeinsam mit dem Konsortialführer hfcon GmbH & Co. KG sowie der Hochschule Heilbronn sind die Futurelabs Teil des Trägerkonsortiums. Die Förderung schafft die Grundlage dafür, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und Unternehmen der Region auch in den kommenden Jahren mit innovativen Angeboten rund um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Vernetzung zu unterstützen.