Weichen für hochmodernes Glasfasernetz im Kreis gestellt - Kreis reicht Förderanträge beim Bund ein
Die Weichen für ein hochmodernes, zukunftsfähiges Glasfasernetz im Main-Tauber-Kreis sind gestellt. Um die bestehenden Versorgungslücken nachhaltig zu schließen, hat die Kreisverwaltung die offiziellen Förderanträge im Rahmen des aktuellen Bundesförderprogramms nach der Gigabit-Richtlinie 2.0 eingereicht.
„Ein leistungsfähiges digitales Netz ist ein entscheidender Standortfaktor und elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge“, betont Landrat Christoph Schauder. „Mit dem Einreichen dieser Anträge gehen wir den entscheidenden Schritt, um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen unserer Region zu schaffen.“ Nachdem aus Sicht des Landkreises alle Voraussetzungen erfüllt sind, zeigt er sich sehr zuversichtlich, dass der Bund die beantragten Mittel gewähren wird.
In Abstimmung mit den Städten und Gemeinden erfolgt die kreisweite Breitbandkoordination weiterhin durch den Landkreis. Ziel ist der flächendeckende Ausbau einer leistungsstarken Glasfaserinfrastruktur, die Bürgerinnen und Bürgern in allen 18 Städten und Gemeinden sowie der lokalen Wirtschaft stabile Übertragungsraten im Gigabit-Bereich sichert.
Nachdem im Vorfeld durch ein umfassendes Markterkundungsverfahren ermittelt wurde, welche Adressen nicht privatwirtschaftlich durch Telekommunikationsunternehmen erschlossen werden, übernimmt nun die öffentliche Hand die Initiative. „Die geplante Maßnahme schließt genau dort an, wo der freie Markt an seine wirtschaftlichen Grenzen stößt. Für den gesamten Landkreis wurden nach der abschließenden Auswertung 27.416 unterversorgte Adressen ermittelt. Aufgrund der hohen Zahl an unterversorgten Adressen haben wir den Landkreis in vier Antragsgebiete aufgeteilt“, erläutert die zuständige Dezernentin für Kreisentwicklung und Bildung, Ursula Mühleck.
Hohe Fördersumme für den Infrastrukturausbau
Das Gesamtinvestitionsvolumen für dieses Infrastrukturprojekt beläuft sich nach aktuellen Berechnungen auf rund 206 Millionen Euro. Durch die Kombination von Bundes- und Landesmitteln wird der Großteil der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke abgedeckt: Der Bund übernimmt voraussichtlich 50 Prozent der Kosten, während das Land 40 Prozent als Co-Finanzierung beisteuert. Es ist beabsichtigt, dass der verbleibende kommunale Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent hälftig von Kreis und Kommunen getragen wird.
Ein positiver Förderbescheid wird für Ende des Jahres erwartet. Im Anschluss daran kann dann das europaweite Ausschreibungsverfahren für ein Wirtschaftlichkeitslückenmodell – also einen geförderten Ausbau dort, wo es Telekommunikationsunternehmen nicht auf eigene Rechnung machen – vorbereitet werden. Nach aktuellen Planungen könnte ein Baustart Mitte 2028 erfolgen.