Seiteninhalt
10.02.2026

Wachtelland stärkt Wirtschafts- und Tourismusstandort – Landrat informiert sich über Elf-Millionen-Investment 

Landrat Christoph Schauder hat gemeinsam mit dem Ersten Landesbeamten Florian Busch und dem Bürgermeister der Gemeinde Wittighausen, Marcus Wessels, das Unternehmen „Wachtelland“ in Unterwittighausen besucht. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung informierten Schauder, Busch und Wessels sich bei den Geschäftsführern Michael Volk und Nico da Silva Teixeira über die erfolgte Betriebsumsiedlung, die aktuellen Produktionsabläufe sowie die künftigen Ausbaupläne des spezialisierten Fachbetriebs.

Das „Wachtelland“ hat sich als Vollsortimenter für den Bedarf rund um die vorwiegend private Wachtel- und Hühnerhaltung etabliert. Nach einer Investitionssumme von rund elf Millionen Euro wurde der Betrieb schrittweise von Obersulm nach Wittighausen verlagert, nachdem am bisherigen Standort der Platz nicht mehr ausreichte. Im Juni 2024 zogen die ersten Wachteln in den Stall, im Oktober 2024 wurde die Logistik in Betrieb genommen, im Juni 2025 das Büro bezogen und im August 2025 wurde die Genussmanufaktur eröffnet.

Landrat Christoph Schauder hob während des Termins die regionale Bedeutung hervor: „Das Wachtelland stärkt den Wirtschafts- und Tourismusstandort im mittleren Taubertal. Es wird ein weiteres Aushängeschild werden. Ich finde es gut, dass die Betreiber sich für eine gestufte Vorgehensweise entschieden haben und eins nach dem anderen aufbauen.“

Das Sortiment des Unternehmens umfasst mehr als 1500 Produkte, darunter selbst entwickelte Futtermischungen und ein umfassendes Zubehörsortiment. Pro Jahr werden rund 700.000 leere Eierschachteln abgesetzt. In der Hauptsaison verlassen täglich bis zu 1300 Pakete das Logistikzentrum; die Mindestmenge liegt bei etwa 500 Sendungen pro Tag. „Man muss beim Entwickeln neuer Produkte auch kreativ sein. Zum Beispiel bieten wir Müslis für Wachteln an. Diese mischen wir selbst und bieten sie in kleinen Packungen an“, erläuterte Geschäftsführer Michael Volk. In der Futterproduktion sind aktuell sechs bis sieben Mitarbeiter in Vollzeit tätig.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die transparente Tierhaltung vor Ort. Derzeit leben im Betrieb etwa 4000 Wachteln. Ausgewachsene Hennen können dabei bis zu 250 Eier pro Jahr legen. Die tägliche Gesamtproduktion beläuft sich auf 800 bis 2500 Eier. Wie Michael Volk erläuterte, orientiert sich das Wachtelland an dem aktuell weltweit strengsten Haltungsgutachten für Wachteln. Selbst dabei wird die noch gestattete Anzahl an Wachteln pro Voliere oft unterschritten. Jeden Tag sind bis zu drei Tierpfleger im Stall tätig. „Die Privatkunden sind auch bereit, entsprechend mehr zu bezahlen. In zwölf Jahren haben wir eine sehr gut eingeführte Marke aufgebaut“, sagte Volk.

Bürgermeister Marcus Wessels betonte die lokale Relevanz: „Das Wachtelland ist bereits der zweitgrößte Arbeitgeber in Wittighausen und die größte Ausbildungsstelle. Wir sind froh und stolz, dass der Betrieb zu uns gekommen ist.“ Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 50 Mitarbeiter. Ein Teil der Belegschaft ist von Obersulm in den Main-Tauber-Kreis umgezogen, um weiterhin bei dem Unternehmen zu arbeiten. Das ursprüngliche Fachgeschäft in Obersulm bleibt mit fünf Mitarbeitern bestehen.

Neben dem Versandhandel und Werksverkauf bildet die „Genussmanufaktur“ eine weitere Säule. Das gastronomische Angebot umfasst unter anderem hausgemachte Wachteleier-Pasta sowie Fleisch von regionalem Weiderind und Freilandputen. Seit Beginn dieses Monats wurden die Öffnungszeiten verlängert und ein nachhaltiger Ausbau ist geplant.

Für die kommenden Jahre planen die Geschäftsführer eine Erweiterung des touristischen Profils. Auf einer angrenzenden, 11.000 Quadratmeter großen Ackerfläche, die bereits erworben wurde, sollen Parkplätze und Wohnmobilstellplätze entstehen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren einen attraktiven, touristischen Mehrwert für die ganze Region aufzubauen. Einige der Mitbewohner wie zum Beispiel die Alpakas werden für Besucher hautnah zu erleben sein. Ebenso ist ein großer Abenteuer-Spielplatz in der Planung.

Das Marketing wird durch ein Kinderbuch unterstützt, an dem Michael Volk derzeit gemeinsam mit einer Illustratorin arbeitet. Die darin enthaltenen Geschichten sollen als Grundlage für das Storytelling im Park dienen. Volk betonte die positive Zusammenarbeit mit den Behörden: „Die Kooperation mit dem Veterinäramt beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis ist sehr gut.“

Die Entscheidung für den Standort Wittighausen fiel nach einer Suche in einem Radius von 100 Kilometern um Obersulm. Ausschlaggebend waren die schnelle Reaktion von Bürgermeister Marcus Wessels auf die Anfrage sowie die verkehrsgünstige Lage nahe der Autobahn A 81.

Seite zurück nach oben Seite drucken