Seiteninhalt
07.10.2025

Vierteilige Serie "Iss die Zukunft" des Landwirtschaftsamtes zum Erntedankfest: Teil 4 - Regionale Superfoods im Vergleich - das Gute liegt so nah

Für internationale Superfoods gibt es meist ein Pendant aus regionalem Anbau oder eine Alternative mit vergleichbaren Nährwerten, die zugleich eine deutlich bessere Ökobilanz haben und günstiger sind. Der vierte Teil der Serie „Iss die Zukunft“ nimmt regionale sowie „weit gereiste“ Lebensmittel unter die Lupe.

Ein trendiges Superfood ist beispielsweise der Chiasamen: Die Chia-Pflanze (Salvia hispanica) ist in tropischen und subtropischen Klimazonen heimisch, hat aber ihren Ursprung in Mexiko und wird in vielen Ländern Lateinamerikas sowie in China und Australien angebaut. In Deutschland bauen erste Landwirte im Bayerischen oder von der Schwäbischen Alb bereits erfolgreich Chiasamen an. Die kleinen Samen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und haben in Windeseile einen Stammplatz an den heimischen Esstischen erobert. Ihr neutraler Geschmack und ihre enorme Quellfähigkeit machen sie zu einer sättigenden Grundlage für viele Speisen, Puddings und Shakes.

Als heimische Alternative zu Chia-Samen gelten Leinsamen. Sie sind goldgelbe und braune Samen der einjährigen Flachspflanze „Gemeiner Lein“ (Linum usitatissimum). Diese traditionelle Pflanze ist in Deutschland heimisch, zählt zu den ältesten Kulturpflanzen und wurde bereits im Mittelalter kultiviert. Die ernährungsphysiologischen Werte wie etwa der Gehalt an Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen sind nahezu gleichwertig.

Warum die Exoten bevorzugen, wenn das Gute so nahe liegt?

Auch bei Obst lohnt sich ein Vergleich mit regionalen Alternativen. Hochgelobt als Superfood werden die aus China und Tibet stammenden Goji-Beeren wegen ihres Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Die Mengen an Goji-Beeren, die bei uns angebaut werden, decken nicht den Bedarf und oft sind sie nur getrocknet oder verarbeitet erhältlich. Ein Nährwertvergleich ist daher müßig, weil diese Anteile in verarbeiteten Produkten nicht mehr nachweisbar sind. Ein Alternative hierzu sind Hagebutten. Ihr Vitamin-C-Gehalt ist vierstellig und liegt bei etwa 1250 Milligramm je 100 Gramm. Wem Hagebutten zu mühsam zu verarbeiten sind, der findet in fast allen Beerenfrüchten eine Alternative.

Ein weiteres Vergleichspaar sind Hafer und Quinoa mit fast gleichen Nährwerten bei den Grundnährstoffen. Dabei ist Quinoa eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße in der Familie der Fuchsschwanzgewächse und damit eigentlich kein Getreide, sondern ein glutenfreies Pseudogetreide wie Amaranth, Hirse oder Reis. Die Hauptanbaugebiete sind in Peru, Bolivien und Ecuador. In verschiedenen Regionen Deutschlands wird Quinoa heute auch erfolgreich angebaut, aber die geernteten Mengen decken nicht den Bedarf. Quinoa kann in der heimischen Küche genauso verwendet werden wie Getreide, beispielsweise als Mehl oder in Bratlingen. Eine Alternative dazu stellt der Hafer dar. Als Zutat in Form von Flocken in Müsli und Porridge, als Mehl und Zutat in Brot und Gebäck, aber auch als „Milchersatz“ oder in der Medizin wird er eingesetzt. Hafer trumpft zusätzlich mit einem sogenannten „Health claim“ auf, da der Ballaststoff Beta-Glucan in Mengen von mehr als drei Gramm pro Tag nachweislich positive Wirkung auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel hat.

Als Fazit lässt sich sagen: Heimische Nahrungsmittel der Saison, „Exoten“ aus heimischem Anbau, ausreichend Gemüse und Obst sowie hochwertige Getreidesorten und Nüsse sind ein idealer Grundstock für die tägliche Ernährung. Sie bieten für eine ausgewogene Ernährung ausreichend Vitamine sowie Mineral- und Wirkstoffe.

Rezepttipp der Woche – massierter Grünkohlsalat

Der herbstliche Rezepttipp mit deutschen Superfood ist ein „massierter“ Grünkohlsalat. Hierzu wird Grünkohl in feine Stücke gezupft, mit Salz und Zitrone gut durchgeknetet, also „massiert“, und im Anschluss mit Birnen-, Karotten- und Rote Bete-Streifen angerichtet. Als Dressing empfiehlt sich ein fruchtiges Johannisbeeren-Dressing und als Garnitur karamellisierte Nüsse und Lauchzwiebeln.

INFO:

In der vierteiligen Reihe „Iss die Zukunft“ widmet sich das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreises im Rahmen der Erntedankwochen den Möglichkeiten einer ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung. Im vierten Teil dreht sich alles um regionale sowie „weit gereiste“ Lebensmittel im Vergleich.

Seite zurück nach oben Seite drucken