Tauberschwarz-Reben ergänzen Weinberg: Bronnbacher Josephsberg wurde verjüngt
Kloster Bronnbach und Wein gehören unzertrennlich zusammen, schon wegen des 23 Ar großen, klostereigenen Josephsbergs. Der Weinberg wurde jetzt verjüngt und die teilweise mehr als 30 Jahre alten Rebstöcke gegen junge Pflanzen ausgetauscht. Gepflanzt wurde die einheimische Rebsorte "Tauberschwarz", insgesamt 600 Stück. Die Pflege und Bearbeitung des Weinbergs erfolgt seit 2017 durch das Weingut Fürst Löwenstein in Kleinheubach.
Aus dem in Bronnbach gewonnen Wein wird das "Landratsviertele" hergestellt – ein Bocksbeutel, den der Main-Tauber-Kreis nur als repräsentatives Geschenk für unterschiedliche Anlässe und zum Ausschank bei ausgewählten Veranstaltungen der Kreisverwaltung verwendet. Aber auch Besucherinnen und Besucher des Klosters Bronnbach haben die Möglichkeit, den edlen Tropfen zu verkosten. Nach jeder Gästeführung wird in der Vinothek das "Weinversucherle" ausgeschenkt.
Bis aus den neu gepflanzten Tauberschwarz-Rebstöcken der erste Wein gewonnen werden kann, wird es voraussichtlich drei Jahre dauern. Aktuell wird das Landratsviertele aus der Ernte 2025 abgefüllt. Die Rebstöcke entlang der Steinmauern stehen noch und können im Herbst gelesen werden.
Für die Mitglieder des Freundeskreises Kloster Bronnbach besteht eine besondere Gelegenheit, ihre Verbundenheit zum Kloster zu zeigen, in dem sie eine Patenschaft für eine Zeile im Bronnbacher Weinberg übernehmen. Aus diesem Grund war auch der Vorsitzende des Freundeskreises, Altlandrat Georg Denzer, bei dem Termin anwesend. "Ich freue mich sehr, dass die lange Tradition des Weinbaus im Josephsberg mit dieser Neupflanzung fortgeführt wird", sagte er.
Der Weinbau hat im Taubertal eine lange Tradition. Besonders zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert gehörte er zu den wichtigsten Wirtschaftsgrundlagen vieler Orte entlang der Tauber. Das Klima war während der mittelalterlichen Warmzeit günstig für den Weinbau. Wein war ein Grundnahrungsmittel, weil Wasser oft unsauber war. Klöster förderten den Weinbau stark für die Verwendung in Liturgie und Handel, auch in Bronnbach.
Noch heute zeugt ein Bildstock von der Anlage des Weinberges mit dem Text "Zur Gedächtnis dieses erbauten neuen Weinberges hat Gott zu ehren dieses Bildnis des Heiligen Joseph hier gesetzt, Abt Joseph Hartmann, 4. Mai 1720." Auf Abt Joseph Hartmann geht auch der Name des Weinberges "Bronnbacher Josephsberg" zurück.
Fast auf den Tag genau wurden nun 326 Jahre nach der ersten Anlage des Weinberges die Reben wieder neu gepflanzt. Dies erfolgt in der Regel heutzutage alle 25 bis 40 Jahre. Hochwertige alte Weinberge können auch 50 bis 80 Jahre oder sogar über 100 Jahre alt werden. Bei der Neuanlage wurde nun auch die Zeilenbreite erweitert, um die Bewirtschaftung mit modernen Maschinen zu ermöglichen.