Sozialausschuss berät Situationsbericht zur Pflege - Verwaltung verdeutlicht Folgen des demografischen Wandels für die Pflege
Der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr des Kreistags hat vor kurzem im Landratsamt getagt. Im Fokus der Beratungen stand ein Situationsbericht der Kreisverwaltung für den Aufgabenbereich Pflege.
Nach den Feststellungen des Amtes für Pflege und Versorgung des Landratsamts sind die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Pflegeinfrastruktur und den Kreishaushalt deutlich spürbar. Danach steigt die Zahl der Pflegebedürftigen im Main-Tauber-Kreis überdurchschnittlich stark an, weshalb die Ausgaben für die gesetzliche Hilfe zur Pflege den Kreishaushalt vor erhebliche Mehrbelastungen stellen.
Der Main-Tauber-Kreis ist von dem demografischen Wandel dabei besonders betroffen. Im Jahr 2023 lag der Anteil der Hochaltrigen über 80 Jahren bereits bei 7,4 Prozent. Die Pflegequote erreichte im selben Jahr 7,1 Prozent und lag damit deutlich über dem baden-württembergischen Landesschnitt von 5,6 Prozent. Bis 2035 wird ein weiterer Anstieg der Pflegequote auf 7,8 Prozent erwartet. In absoluten Zahlen stieg die Zahl der Pflegebedürftigen von 4837 im Jahr 2013 auf 9443 im Jahr 2023 an. Für das Jahr 2035 prognostiziert der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) voraussichtlich 10.709 Pflegebedürftige.
Als zentrale Anlaufstelle für Fragen zur Pflegeversicherung verzeichnet der kreiseigene Pflegestützpunkt eine hohe Nachfrage. Die Zahl der Beratungen hat sich binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Um die künftige Versorgung vorausschauend zu steuern, erarbeitet der Kreis aktuell gemeinsam mit Kommunen und weiteren Partnern den Senioren- und Pflegeplan 2026 bis 2040.
Gegenstand des Berichts war auch die finanzielle Entwicklung bei der gesetzlichen Pflichtleistung Hilfe zur Pflege. Angesichts hoher monatlicher Heimeigenanteile – in Baden-Württemberg im ersten Jahr durchschnittlich 3657 Euro – springt der Sozialetat immer häufiger ein. Inzwischen liegt die Sozialhilfequote bei Einrichtungen im Landkreis in der Spitze bei bis zu knapp 40 Prozent – Tendenz steigend.
Das spiegelt sich direkt im Kreishaushalt wider. Lagen die Sozialhilfeaufwendungen für die Hilfe zur Pflege im Jahr 2025 bereits bei 7,2 Millionen Euro netto, kündigte die Verwaltung an, dass der für 2026 veranschlagte Ansatz von 7,8 Millionen Euro nicht ausreichen wird und der Landkreis mit hohen Mehraufwendungen rechnen muss.
Unter www.main-tauber-kreis.de/buergerinfoportal-kreistag können die Beschlussvorlagen zur Sitzung und in Kürze auch die Beschlüsse eingesehen werden.