Seiteninhalt
09.02.2026

Schwacher konjunktureller Jahresausklang für das regionale Handwerk - Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage im Handwerk für das vierte Quartal 2025

Die Hoffnung auf Besserung war bereits im Vorfeld gering – und dennoch fallen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken für das vierte Quartal 2025 enttäuschend aus. 

Die negativen Entwicklungen, die sich bei nahezu allen Kennzahlen zeigen, machen einmal mehr deutlich, dass die kommende Landesregierung die Interessen des Handwerks priorisieren muss.

Getrübte Geschäftslage

Aktuell bewerten nur 49 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“. Damit fällt der Wert knapp unter die 50-Prozent-Marke und liegt zugleich zwei Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresquartals (Quartal 4/2024). Der Anteil der Betriebe, die ihre aktuelle Geschäftslage als „schlecht“ bezeichnen, bleibt mit 17 Prozent hingegen unverändert. 33 Prozent der Betriebe stufen ihre Geschäftslage neutral als „befriedigend“ ein (Quartal 4/2024: 31 Prozent).

Die Erwartungen für das erste Quartal 2026 legen nahe, dass vorerst nicht mit einem Ende des Negativtrends zu rechnen ist: 28 Prozent der Betriebe rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Situation. Mit 55 Prozent prognostiziert mehr als die Hälfte der Betriebe eine unveränderte Geschäftslage. Lediglich 16 Prozent erwarten im nächsten Quartal eine Verbesserung.

Erneute Auftrags- und Umsatzrückgänge

Wie bei der Geschäftslage ist auch bei den Auftragseingängen der Saldo negativ: Zwar berichten 19 Prozent der Handwerksbetriebe von einer Steigerung (Quartal 4/2024: 15 Prozent). Gleichzeitig verzeichneten jedoch wie im Vorjahresquartal 37 Prozent einen Rückgang. Bei 44 Prozent der Betriebe blieben die Auftragseingänge unverändert (Quartal 4/2024: 49 Prozent). Für das kommende Quartal erwarten 49 Prozent der Betriebe gleichbleibende Auftragseingänge. 31 Prozent rechnen mit sinkenden und 19 Prozent mit steigenden Auftragseingängen.

Mit 32 Prozent hatte zuletzt fast jeder dritte Handwerksbetrieb im Kammerbezirk Umsatzrückgänge zu verzeichnen (Quartal 4/2024: 26 Prozent). 18 Prozent konnten hingegen ihre Umsätze im abgelaufenen Quartal steigern (Quartal 4/2024: 21 Prozent). Bei 49 Prozent der Betriebe blieben die Umsätze konstant (Quartal 4/2024: 53 Prozent). Die Tendenz für das kommende Quartal bestätigt das derzeitige Muster: 32 Prozent der Betriebe rechnen mit Umsatzrückgängen, während 18 Prozent eine Umsatzsteigerung erwarten. 50 Prozent der Betriebe rechnen mit einer stabilen Umsatzentwicklung.

Stagnierende Betriebsauslastung

43 Prozent der Handwerksbetriebe berichten, dass ihre Betriebsauslastung im vierten Quartal 2025 bei über 80 Prozent lag (Quartal 4/2024: 44 Prozent). Eine Auslastung zwischen 61 und 80 Prozent melden 30 Prozent der Betriebe, was einer Steigerung von drei Prozentpunkten entspricht. Nichtsdestotrotz ist mit 26 Prozent mehr als jeder vierte Handwerksbetrieb in der Region lediglich bis zu 60 Prozent ausgelastet (Quartal 4/2024: 29 Prozent).

Die Zahl der Beschäftigten blieb im abgelaufenen Quartal bei 74 Prozent der Betriebe konstant (Quartal 4/2024: 79 Prozent). Bei neun Prozent ist sie gestiegen (Quartal 4/2024: 8 Prozent) und bei 17 Prozent gesunken (Quartal 4/2024: 13 Prozent). Für das erste Quartal 2026 rechnen 80 Prozent der Betriebe mit einer stabilen, sieben Prozent mit einer steigenden und 13 Prozent mit einer sinkenden Beschäftigtenzahl.

Im vierten Quartal 2025 haben 19 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk ihre Investitionen erhöht (Quartal 4/2024: 13 Prozent), bei 25 Prozent sind sie gesunken (Quartal 4/2024: 12 Prozent) und bei 55 Prozent sind sie auf dem gleichen Niveau geblieben (Quartal 4/2024: 76 Prozent). Für das kommende Quartal planen 16 Prozent höhere und 34 Prozent niedrigere Investitionen, während 49 Prozent mit gleichbleibenden Investitionen rechnen.

Konjunkturumfrage

Vierteljährlich werden Handwerksbetriebe aus den acht baden-württembergischen Handwerkskammern Freiburg, Heilbronn-Franken, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Region Stuttgart, Reutlingen und Ulm zur wirtschaftlichen Lage befragt. Die Erhebung erfolgt im Regelfall in den letzten beiden Wochen eines Quartals. Seit Anfang 2026 werden die Erhebungen als Online-Befragungen durchgeführt. Zuvor erfolgte die Umfrage telefonisch. Die aktuelle Umfrage fand vom 12. bis zum 25. Januar 2026 statt.

Seite zurück nach oben Seite drucken