Notfallseelsorge Main-Tauber-Kreis zieht Bilanz: 63 Einsätze im Jahr 2025
Im Rahmen ihres Jahrestreffens blickte die Notfallseelsorge Main-Tauber-Kreis auf ein arbeitsintensives und zugleich von guter Zusammenarbeit geprägtes Jahr 2025 zurück. Die Koordinatorin und Leiterin Stefanie Breidenbach stellte die Entwicklungen und Herausforderungen des vergangenen Jahres vor.
Als Vertreter der Kooperationspartner und Träger dankten Dekanin Renate Meixner und Erster Landesbeamter Florian Busch den ehrenamtlich Tätigen sowie allen Unterstützern der Notfallseelsorge im Main-Tauber-Kreis. Beide hoben die Bedeutung der neugeschaffenen Stelle der Koordinatorin hervor und würdigten die Arbeit von Stefanie Breidenbach.
Insgesamt wurde die Notfallseelsorge im Jahr 2025 zu 63 Einsätzen alarmiert. Den größten Anteil machten Einsätze im Zusammenhang mit plötzlichen Todesfällen aus. Hinzu kamen Überbringungen von Todesnachrichten sowie Einsätze bei Suiziden, Suizidversuchen oder Suizidandrohungen. Auch nach Verkehrs- und Arbeitsunfällen sowie bei Brandeinsätzen wurden die Einsatzkräfte angefordert. Ergänzt wurde die Arbeit durch Einsatznachsorgen und weitere Unterstützungsleistungen bei der psychosozialen Notfallversorgung.
Das Team der Notfallseelsorge besteht derzeit aus neun ehrenamtlichen Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern. Ein großer Teil der Einsätze wird dabei von wenigen besonders engagierten Mitgliedern getragen. „Bei mehr als einem Einsatz pro Woche zeigt sich, wie wichtig ein verlässliches und engagiertes Team ist“, wurde beim Jahrestreffen betont. Gleichzeitig bleibt die Gewinnung neuer Mitarbeitender eine Herausforderung. Interessentinnen und Interessenten können sich an Stefanie Breidenbach wenden.
Neue Kooperationsvereinbarung stärkt die Zusammenarbeit
Als wichtiger Schritt wurde die erfolgreiche Etablierung einer Kooperationsvereinbarung im vergangenen Jahr hervorgehoben. Diese stärkt die Zusammenarbeit mit den Trägern und beteiligten Organisationen und schafft eine verlässliche Grundlage für die gemeinsame Arbeit. Der Dank der Notfallseelsorge galt dabei ausdrücklich allen Trägern und Kooperationspartnern.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mehrere herausfordernde Einsatzlagen. Dazu gehörte unter anderem die Amoklage an einer Schule, bei der die Notfallseelsorge nicht nur unmittelbar vor Ort, sondern auch in den Tagen danach intensiv im Einsatz war. Insgesamt wurden rund 60 Einzelgespräche mit Schülerinnen und Schülern geführt. Auch der Einsatz nach dem Tod einer Kollegin eines DRK-Kreisverbands habe eindrücklich gezeigt, wie wichtig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen – auch über Landkreisgrenzen hinweg – sei. Hier betonte Stefanie Breidenbach die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarlandkreisen Hohenlohe und Neckar-Odenwald.
Übung brachte wichtige Erkenntnisse für weitere Zusammenarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Aus- und Fortbildung der Mitarbeitenden. So fanden unter anderem Fortbildungen im Hohenlohekreis zur Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen sowie eine Schulung zum Thema „Kinder“ statt. Mitglieder des Teams nahmen außerdem am Landesfachtag Notfallseelsorge in Pforzheim teil. Im Oktober wurde zudem eine größere Übung für einen Massenanfall von Verletzten (MANV) absolviert, die wichtige Erkenntnisse für die weitere Zusammenarbeit brachte.
Die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, DRK und weiteren Organisationen wurde im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Dazu gehörten gemeinsame Fortbildungen, Austauschgespräche sowie Schulungen für verschiedene Hilfsorganisationen und Feuerwehren in der Region. Auch hinsichtlich der psychosozialen Einsatznachsorge wurden Nachbesprechungen und Einzelgespräche mit Einsatzkräften geführt.
Neben der Einsatzarbeit engagierte sich die Notfallseelsorge auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Beim Feuerwehrjubiläum in Freudenberg informierte das Team kürzlich mit einem eigenen Stand über seine Arbeit.
Zur Stärkung des Teams fanden regelmäßig Teamtreffen und Supervisionen statt. Diese dienen sowohl dem fachlichen Austausch als auch der persönlichen Entlastung der Einsatzkräfte.
Der Bericht zur Finanzlage zeigte, dass diese sich derzeit auf einer stabilen Grundlage befindet. Es ist damit ein Grundstein gelegt für die anstehenden finanziellen Herausforderungen, insbesondere im Rahmen der Ausbildung neuer Mitarbeiter und der Beschaffung von notwendiger Ausstattung und Einsatzkleidung. „Die Finanzierung der Notfallseelsorge steht auf vielen verschiedenen Beinen. Spenden von Dritten sind ein wichtiger Bestandteil“, machte Stefanie Breidenbach deutlich.
INFO:
- Die Bankverbindung für Spenden lautet: Katholisches Dekanat Bad Mergentheim, IBAN: DE91 6735 2565 0000 1165 09, Stichwort „Notfallseelsorge“.
- Koordinatorin Stefanie Breidenbach ist per E-Mail an nfs.main-tauber-kreis@elkw.de erreichbar.