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29.07.2026

Netz der Zukunft: Kreis plant Förderanträge für Kommunen - Zuschlag für die Sanierung der K 2835 erteilt

Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Juli, im Großen Kursaal in Bad Mergentheim wichtige Weichen für die Zukunft der Region gestellt. Neben einer einstimmig verabschiedeten Resolution gegen Fahrplaneinschränkungen bei der Tauberbahn (siehe separater Bericht) beschloss das Gremium die weitere Koordination und Förderantragstellung für den Breitbandausbau im gesamten Landkreis sowie Investitionen des Kreises in die Infrastruktur.

Landkreis treibt Glasfaserausbau weiter voran – Fördermittel werden beantragt

Nach der Absage des eigenwirtschaftlichen Ausbaus durch die BBV Deutschland Anfang 2026 übernimmt der Landkreis die weitere Koordination des Breitbandausbaus in der Region. Ein Markterkundungsverfahren ergab, dass über 33.000 von rund 56.000 Adressen im Kreisgebiet unterversorgt sind. Da die Telekommunikationsunternehmen keinen flächendeckenden Eigenausbau planen, droht ohne Eingreifen des Landkreises und der Kommunen eine dauerhafte Versorgungslücke.

Der Kreistag beschloss daher die Teilnahme am Förderprogramm des Bundes nach der Gigabit-Richtline 2.0. Bei einer kalkulierten Wirtschaftlichkeitslücke von rund 249 Millionen Euro für den kreisweiten Ausbau decken Bund (50 Prozent) und Land (40 Prozent) bei einer Förderzusage den Großteil der Ausbaukosten ab. Der verbleibende kommunale Eigenanteil von rund 25 Millionen Euro wird hälftig zwischen dem Landkreis und den Kommunen aufgeteilt. Die ersten Förderanträge werden bis zum 15. September 2026 eingereicht; der Netzausbau soll nach der Vergabe im Jahr 2028 starten.

Investitionen in die Infrastruktur – Klimaschutzkonzept weiterentwickelt

Auch zur Weiterentwicklung der regionalen Infrastruktur wurden konkrete Beschlüsse gefasst. Die Firma Strabag AG erhielt für rund 283.000 Euro brutto den Zuschlag für die Deckenerneuerung der K 2835 zwischen Buch und Heckfeld auf einer Länge von circa 0,5 Kilometern, inklusive eines Vollausbaus auf einer Länge von circa 150 Metern.

Das Gremium stimmte der erweiterten Teilsanierung der Turnhalle am Beruflichen Schulzentrum Bad Mergentheim zu. Der Finanzierungsrahmen steigt nach finalen Fachplanungen auf rund 3,6 Millionen Euro. Die Maßnahme umfasst unter anderem ein PV-fähiges Dach, eine neue Lüftung sowie Brandschutzarbeiten. Diese Teilsanierung sichert eine nachhaltige Nutzung des Standorts für mehr als 20 Jahre und ist deutlich wirtschaftlicher als eine Vollsanierung des Gebäudes.

Nach Auswertung von über 150 Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde ferner der neue Nahverkehrsplan als strategische Grundlage für die Weiterentwicklung und Zukunftsfähigkeit des ÖPNV im gesamten Landkreis beschlossen.

Der Kreistag beschloss zudem die Fortschreibung des Integrierten Klimaschutzkonzepts des Main-Tauber-Kreises. Das erstmals 2018 erstellte Konzept wurde evaluiert und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Ziel ist die kontinuierliche Verringerung der Treibhausgasemissionen im Landkreis durch gezielte Maßnahmen in den Bereichen Erneuerbare Energien, Mobilität, Landwirtschaft und kreiseigene Liegenschaften – stets unter Berücksichtigung der finanziellen Ressourcen.

Personalien: Kreisbrandmeister und Sparkassen-Verwaltungsrat

Der Kreistag bestellte Torsten Schmidt (Dienstbezirk Nord) und Jürgen Friedel (Dienstbezirk Süd) für weitere fünf Jahre ab dem 1. August 2026 als stellvertretende Kreisbrandmeister im Ehrenbeamtenverhältnis.

Zudem einigte sich das Gremium im Hinblick auf das Ende der aktuellen Amtsperiode zum 31. Dezember 2026 auf die Entsendung von fünf Mitgliedern und deren Stellvertretern in den Verwaltungsrat der Sparkasse Tauberfranken für die am 1. Januar 2027 beginnende neue Amtsperiode.

Unter www.main-tauber-kreis.de/buergerinfoportal-kreistag können die Beschlussvorlagen zur Sitzung und in Kürze auch die Beschlüsse eingesehen werden.

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