Landkreis erwirbt Straßenmeisterei-Stützpunkte - Creglingen, Weikersheim und Boxberg für effizienten Winterdienst notwendig
Der Main-Tauber-Kreis hat Ende des Jahres 2025 die drei Straßenmeisterei-Stützpunkte in Creglingen, Weikersheim und Boxberg erworben. Bislang waren die Liegenschaften Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Landrat Christoph Schauder besuchte gemeinsam mit der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern die Gehöfte und verschaffte sich einen Eindruck von den Immobilien und ihrer Ausstattung.
Der Main-Tauber-Kreis betreibt insgesamt drei Straßenmeistereien. Diese befinden sich in Bad Mergentheim, Külsheim und Tauberbischofsheim. Die zusätzlichen Stützpunkte Creglingen und Weikersheim sind der Straßenmeisterei Bad Mergentheim zugewiesen. Der Stützpunkt in Boxberg gehört zur Straßenmeisterei Tauberbischofsheim.
„In einem Flächenlandkreis wie dem Main-Tauber-Kreis sind solche Stützpunkte sehr wichtig. Die unterschiedlichen topografischen Höhenverhältnisse mit Erhebungen von bis zu 482 Höhenmetern im Raum Schwarzenbronn machen die Stützpunkte für einen flexiblen, effektiven und kostengünstigen Betriebs- und Unterhaltungsdienst unverzichtbar und notwendig. Ganz allgemein werden dadurch die Zugriffszeiten verringert sowie die Räum- und Streupläne für den Winterdienst optimiert“, sagte Landrat Christoph Schauder. Er bedankte sich beim Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg für die konstruktiven Verhandlungen, die zum Erwerb der drei Immobilien führten und beim Kreistag des Main-Tauber-Kreises für die Bereitstellung der finanziellen Mittel.
Die Bürgermeister Uwe Hehn (Creglingen) und Nick Schuppert (Weikersheim) sowie die Bürgermeisterin Heidrun Beck (Boxberg) lobten das gute Miteinander von Landkreis und Kommunen. „Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Straßen- und Radwegebau klappt reibungslos und unkompliziert“, sagten die drei unisono.
Torsten Hauck, Immobiliendezernent beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, erläuterte, dass der Stützpunkt in Boxberg in den späten 1960er Jahren und die beiden anderen Stützpunkte in den 80er Jahren erbaut wurden. Der Erwerb der Liegenschaften für insgesamt 775.000 Euro sei notwendig gewesen, um die Stützpunkte an den bisherigen Standorten halten zu können. Der Landkreis wolle diese nun in den nächsten Jahren sukzessive ertüchtigen.
Vor der Verwaltungsstrukturreform 2005 fielen die Stützpunkte in die Zuständigkeit des Landes Baden-Württemberg. Nachdem die Aufgaben auf die Landkreise übergegangen sind, war der Main-Tauber-Kreis verpflichtet, den Straßenwärtern eine adäquate Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund hatte der Landkreis die drei Stützpunkte vom Land Baden-Württemberg angemietet.
Am Stützpunkt in Weikersheim sind neun Straßenwärter beschäftigt und in Boxberg acht Personen tätig. Da der Stützpunkt in Creglingen nur als Winterstützpunkt mit Salzlager genutzt wird, ist hier kein Personal vor Ort.
Im Winterstützpunkt Creglingen sind außerdem auch keine kreiseigenen Fahrzeuge stationiert, lediglich ein Fremdunterunternehmer beginnt von hier aus seinen Winterdienst. „Für das Nachladen der Streufahrzeuge, die in Weikersheim und Creglingen losfahren, ist der Stützpunkt für einen wirtschaftlichen und effizienten Winterdienst jedoch unabdingbar“, erläuterte Michael Baun, Dienststellenleiter der Straßenmeisterei Bad Mergentheim.
Im Stützpunkt Weikersheim sind ein Mannschaftstransportwagen und ein Streckenkontrollfahrzeug sowie ein Lkw untergebracht. Außerdem starten hier im Winterdienst zwei Fremdunternehmer. Mit 12000 Quadratmetern ist dies der größte der drei Stützpunkte.
Im Stützpunkt Boxberg sind ein Mannschaftstransportwagen, ein Streckenkontrollfahrzeug und ein Unimog beheimatet. Auch von hier brechen im Winterdienst zwei Fremdunternehmer auf.
Mit Blick auf die nördliche Randlage der Straßenmeisterei Tauberbischofsheim ist der Stützpunkt Boxberg in der südlichen Randlage verortet. Der Stützpunkt ist für den Straßen- und Unterhaltungsdienst im südwestlichen Landkreis auf 115 Kilometern Straße zuständig und trägt dazu bei, ein gleichbleibendes Qualitätsniveau beizubehalten.
Der Stützpunkt Weikersheim mit seinem Winterstützpunkt in Creglingen ist für einen wirtschaftlichen Straßen- und Unterhaltungsdienst im oberen östlichen Bezirk auf 120 Kilometern Straße verantwortlich.
Die Salzlagerkapazität in Creglingen und Boxberg beläuft sich auf jeweils 600 Tonnen, während in Weikersheim 800 Tonnen Salz gelagert werden.
Winterdienst funktioniert reibungslos
„Der Winterdienst im Main-Tauber-Kreis funktioniert reibungslos. Dies wurde insbesondere bei den Witterungslagen in den zurückliegenden Tagen deutlich. Die Straßenwärter leisten eine unverzichtbare und wichtige Arbeit und geben rund um die Uhr ihr Bestes, um die Straßen im Landkreis auch bei Schnee und Eis sicher befahrbar zu halten. Bei starkem Schneefall oder flächendeckendem Eisgeschehen kann es natürlich an der ein oder anderen Stelle etwas dauern, bis die Mannschaft alle Straßen geräumt und gestreut hat. Die Streurouten richten sich nach Prioritätenlisten und werden anhand dieser abgearbeitet“, erklärte Markus Metz, Leiter des Amtes für Straßen- und Radwegebau beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis.
„In dieser Winterdienstsaison sind bis Ende Januar 2026 rund 3000 Tonnen Streusalz verbraucht worden. Der Durchschnittsverbrauch der vergangenen zehn Jahre liegt bei rund 2500 Tonnen Streusalz pro Winterdienstsaison. Im Vergleich dazu lag der Verbrauch in der Extremwintersaison 2010 / 2011 bei 5400 Tonnen“, erklärte Markus Metz.
Auf Grund der vorausschauenden Bevorratung von Salz und der der jeweils rechtzeitigen Nachbestellungen sind laut dem Amt für Straßen- und Radwegebau keine Lieferengpässe für den Winterdienst auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Main-Tauber-Kreis zu erwarten.
Der Winterdienst wird in zwei Schichten von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend an sieben Tagen die Woche mit insgesamt 22 Fahrzeugen und 75 Straßenwärtern organisiert und sichergestellt. Insgesamt wird ein Streckennetz von rund 910 Kilometern bedient.
Externe Unternehmen für Winterdienst gesucht
Aufgrund des umfangreichen Streckennetzes, das das Amt für Straßen- und Radwegebau bedient, ist dieses auch auf die Unterstützung von Subunternehmern angewiesen. Sofern Unternehmen sich vorstellen könnten, im Winterdienst zu fahren, können sie sich gerne unter der Telefonnummer 09341/82-5238 melden. Für den Einsatz als Winterdienst-Fremd-Fahrzeuge sind Zwei- oder Drei-Achs-Allrad-Kipper, Lastkraftwagen, Unimogs oder vergleichbare Fahrzeuge geeignet. Die komplette Winterdienstausstattung wird vom Landratsamt übernommen. Ein heimatnaher Einsatz ist möglich.