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19.05.2026

Kommunaler Landschaftspflegeverband: Geschäftsführer Lorenz Flad in Ruhestand verabschiedet

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes Main-Tauber e.V. (KLPV) hat Landrat Christoph Schauder als Vorsitzender den langjährigen Geschäftsführer Lorenz Flad in den Ruhestand verabschiedet. Flad sei ein „Brückenbauer zwischen Politik, Landwirtschaft und Naturschutz“ gewesen, sagte Schauder. Zudem zeigte er sich erfreut, dass Alice Craemer nun die Aufgabe der Geschäftsführerin übernommen hat. Sie war beim KLPV bis Dezember 2025 für den Biotopverbund zuständig.

Landrat Schauder würdigte Lorenz Flads mehr als 25-jähriges Engagement für den KLPV und hob insbesondere seinen Einsatz für die Pflege der Trockenhänge, die Erhaltung der Kultur- und Erholungslandschaft sowie die Stärkung des ländlichen Raums hervor. Lorenz Flad habe die Arbeit des KLPV über viele Jahre maßgeblich geprägt und „mit innovativen Ideen wichtige Impulse gesetzt“. Mit einem Präsentkorb dankte der Vorstand für seinen langjährigen Einsatz und wünschte ihm alles Gute für den Ruhestand.

Geschäftsführerin Alice Craemer berichtete über ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2025. An der Versammlung im Sportheim Königheim nahmen neben den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden des Landkreises auch der Vorstand sowie der Fachbeirat des Verbandes teil. Landrat Schauder zeigte sich erfreut über die zahlreiche Teilnahme und betonte, dass dies die hohe Bedeutung der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes unterstreiche.

Auch im Jahr 2025 setzte der Landschaftspflegeverband seine Arbeit zur Pflege und Entwicklung der Kulturlandschaft konsequent fort. Insgesamt wurden rund 350 Hektar Fläche im Main-Tauber-Kreis gepflegt, wobei ein Finanzvolumen von rund 696.000 Euro umgesetzt wurde. Enthalten sind darin auch die Kosten für Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten. Diese werden vollständig vom Land getragen. So entfielen von den Gesamtaufwendungen 78 Prozent auf das Land, 17 Prozent auf die Städte und Gemeinden und fünf Prozent auf den Landkreis.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des KLPV bleibt weiterhin die Umsetzung von Maßnahmen aus FFH-Managementplänen (Flora-Fauna-Habitat) sowie die Pflege in Naturschutzgebieten. Ziel ist insbesondere die Verbesserung des Erhaltungszustands von FFH-Mähwiesen sowie die Pflege und Offenhaltung von Kalkmagerrasen im Rahmen der Regionalisierung. Darüber hinaus sind zahlreiche Führungen und Vorträge sowie die Mitwirkung in Austauschformaten und Fachgremien geplant. Das Mahdgutübertragungsprojekt „Archewiesen“ wird fortgeführt und durch Maßnahmen im Biotopverbund ergänzt. Neben der praktischen Umsetzung bilden auch die Beratung der Mitgliedsgemeinden sowie die Information von Landwirtinnen und Landwirten und Naturschutzgruppen wichtige Schwerpunkte der Arbeit. Ein besonderer Termin ist die Naturschutzbeauftragten-Tagung am 9. Juli, an der sich der Verband im Rahmen einer Exkursion aktiv beteiligt.

Bürgermeister Menikheim beantragte die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung, die von den anwesenden Mitgliedern einstimmig erteilt wurde. In seinem Beitrag unterstrich er die Bedeutung der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes, nicht nur für Natur, Landschaft und Biodiversität, sondern auch für den Tourismus in der Region. Als regelmäßiger Radfahrer könne er die gepflegte Kulturlandschaft und die Ergebnisse der Verbandsarbeit immer wieder selbst erleben. Im Namen der Mitglieder sprach er seinen Dank der Geschäftsführerin Alice Craemer und ihrem Team, dem Vorstand sowie den in der praktischen Landschaftspflege tätigen Akteuren aus. Ein besonderer Dank galt dem ehemaligen Geschäftsführer Lorenz Flad, dessen langjähriges Engagement er als Ära würdigte.

Das Arbeitsprogramm 2026/2027, welches Pflegemaßnahmen für alle 18 Städte und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises beinhaltet, wurde einstimmig beschlossen. Ziele des Programms sind die Erhaltung einer reich strukturierten Kultur- und Erholungslandschaft sowie die Sicherung und Wiederherstellung von Biotopen als Lebensraum für teils stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Die Umsetzung des Programms steht jedoch unter dem Vorbehalt möglicher Mittelkürzungen seitens des Landes.

Für die kommende Pflegeperiode sind Erstpflegemaßnahmen auf knapp 22 Hektar sowie Gehölzpflegemaßnahmen auf rund 19 Hektar vorgesehen. Ergänzend sind Beweidungen, Trockenmauersanierungen und Maßnahmen zur Bekämpfung invasiver Neophyten geplant. Einen zentralen Baustein im Arbeitsplan bildet die Nachpflege: Auf etwa 160 Hektar bereits freigestellter Flächen sollen die Maßnahmen fortgeführt werden, um die langfristige Erhaltung wertvoller Lebensräume zu sichern.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand eine Exkursion statt. Bei einer Wanderung durch das rund 58 Hektar große Naturschutzgebiet Haigergrund erhielten die Teilnehmenden Einblicke in einen der bedeutendsten Trockenlebensräume des tauberfränkischen Muschelkalkgebiets. Die stark besonnten, trockenen Südwesthänge sind geprägt von artenreichen Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Magerrasen auf flachgründigen Kalkböden. Diese nährstoffarmen Standorte bieten zahlreichen spezialisierten und wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. So konnten typische Arten wie verschiedene Orchideen – darunter Helmknabenkraut und Bocksriemenzunge – sowie der seltene und geschützte Diptam beobachtet werden. Sein Vorkommen gehört zu den größten in Deutschland. Die hohe Struktur- und Artenvielfalt unterstreicht die naturschutzfachliche Bedeutung des Gebiets.

Zum Ausklang trafen sich die Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Essen auf dem Hof des ökologischen Land- und Weinbaubetriebs Seitz in Königheim.

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