Seiteninhalt
19.06.2026

Kommunaler Behindertenbeauftragter: Inklusives Wahlprojekt aus Main-Tauber-Kreis dient als Vorbild

Ein inklusives Wahlprojekt des Main-Tauber-Kreises hat bei einer landesweiten Jubiläumsveranstaltung in Rastatt als Best-Practice-Beispiel gedient. Dr. Frank Mentrup, Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, hob die Initiative aus dem Landkreis während einer Podiumsdiskussion zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf kommunaler Ebene hervor.

Bei dem gewürdigten Projekt handelt es sich um den Workshop „Einfach richtig wählen“, den der Kommunale Behindertenbeauftragte des Main-Tauber-Kreises, Fabian Bayer, anlässlich der Europa- und Kommunalwahlen angeboten hatte. Der Workshop richtete sich an Menschen mit Behinderungen und vermittelte in Leichter Sprache grundlegende Informationen zum Wahlrecht sowie zum Ablauf von Wahlen. Ziel war es, die politische Teilhabe zu stärken und Menschen dabei zu unterstützen, selbstbestimmt von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Besonders hervorgehoben wurde dabei der inklusive Ansatz. Neben Menschen mit Behinderung beteiligten sich auch Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde in Lauda-Königshofen an dem Angebot. Dr. Mentrup bezeichnete dies als gelungenes Beispiel dafür, dass Inklusion nichts Außergewöhnliches sein müsse, sondern selbstverständlich im gesellschaftlichen Alltag gelebt werden könne. Projekte wie diese zeigten, dass Barrierefreiheit und verständliche Information vielen Menschen zugutekommen und die gesellschaftliche Teilhabe insgesamt stärken, erklärte Mentrup.

Anlass der Veranstaltung im Landratsamt Rastatt war das zehnjährige Bestehen der Kommunalen Behindertenbeauftragten in Baden-Württemberg, das unter dem Motto „Blick zurück nach vorn“ stand. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Landkreisen, Ministerien, Verbänden und Selbsthilfeorganisationen kamen zusammen, um auf die Entwicklung der Behindertenarbeit in den vergangenen zehn Jahren zurückzublicken und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.

Für den Main-Tauber-Kreis nahm Fabian Bayer an dem Treffen teil. Neben den Grußworten aus Landes- und Kommunalpolitik, einem Impulsvortrag zu den Chancen der Kommunalen Behindertenbeauftragten sowie dem Podiumsgespräch standen insbesondere die Themen Inklusion, Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Herausforderungen einer inklusiven Gesellschaft auch künftig gemeinsam angepackt und bewältigt werden können und die Arbeit der Kommunalen Behindertenbeauftragten dabei eine wichtige Rolle spielt. Das Treffen machte deutlich, welchen wichtigen Beitrag die Kommunalen Behindertenbeauftragten seit zehn Jahren für die Umsetzung von Inklusion und Barrierefreiheit im Land leisten, und bot zudem Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zur Vernetzung.

Seite zurück nach oben Seite drucken