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13.07.2026

Kommunale Gesundheitskonferenz nimmt Arbeit auf

Die Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) des Main-Tauber-Kreises ist nach einer personellen Neuausrichtung wieder zu einer Sitzung zusammengekommen. Vertreterinnen und Vertreter aus dem regionalen Gesundheitswesen – von Krankenhäusern und Arztpraxen über Krankenkassen bis hin zu sozialen Einrichtungen – nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur strategischen Vernetzung.

„Die Kommunale Gesundheitskonferenz ist ein zentrales Instrument, um die gesundheitliche Versorgung und die Gesundheitsförderung im Main-Tauber-Kreis gemeinsam weiterzuentwickeln. Sie bringt die wichtigsten Akteure an einen Tisch und schafft das Fundament für nachhaltige und abgestimmte Lösungen“, betonte Elisabeth Krug als Sozialdezernentin des Landratsamtes Main-Tauber-Kreises.

Fokus auf aktuelle und zukünftige Projekte

Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorstellung bereits angelaufener sowie geplanter Initiativen. Dazu gehört unter anderem ein umfassender Gesundheitsbericht für den Main-Tauber-Kreis. Anhand von Statistiken wird mit ihm die gesundheitliche Lage der Bevölkerung erfasst und evaluiert, um darauf aufbauend fundierte Entscheidungen für die künftige Gesundheitsplanung zu treffen. Ein konkretes Beispiel für datenbasierte Maßnahmen ist der bereits initiierte „Bewegungspass“ zur Förderung der frühkindlichen Motorik in Kindertagesstätten. Die Auswertung von Einschulungsuntersuchungen hatte zuvor deutliche Auffälligkeiten bei Kindern bei der Grobmotorik sowie beim Gewicht aufgezeigt.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Sicherung der medizinischen Versorgung. Die Planungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg verdeutlichen einen anstehenden Generationswechsel bei den Hausärzten im Landkreis: Aktuell sind 43 Prozent der praktizierenden Hausärzte 60 Jahre oder älter. Um dem drohenden Ärztemangel langfristig zu begegnen, wurde im Februar 2026 der „Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin“ initiiert mit dem Ziel, angehenden Fachärzten mithilfe einer lückenlosen und gut strukturierten Weiterbildung eine langfristige Perspektive in der Region zu bieten. Ein ähnliches Erfolgsmodell existiert bereits seit 2023 für die Gesundheitsfelder Psychiatrie und Psychotherapie in Kooperation mit dem Neckar-Odenwald-Kreis.

Weiteres Schwerpunktthema: Steigerung der HPV-Impfquote

Als neuen fachlichen Schwerpunkt hat sich die Konferenz die Steigerung der HPV-Impfquote gesetzt. „Humane Papillomviren (HPV) gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Bestimmte Hochrisikotypen können noch Jahre nach der Infektion Krebserkrankungen im Genital-, Anal- oder Mund-Rachen-Raum verursachen“, erläuterte Monika Treppner, kommissarische Leiterin des Gesundheitsamtes. In Deutschland erkranken jährlich rund 10.000 Menschen an den Folgen einer HPV-Infektion.

Die Impfung, die für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen wird, bietet einen wirksamen Schutz. Da die Impfquote im Main-Tauber-Kreis derzeit bei Mädchen nur bei 39 Prozent und bei Jungen sogar lediglich bei 20 Prozent liegt, sollen gezielte Aufklärungs- und Informationskampagnen die Inanspruchnahme der Schutzimpfung steigern und so einen wichtigen Beitrag zur Krebsprävention leisten.

Zum Ausklang der Sitzung nutzten die Teilnehmenden den offenen Dialog. Die Wiederaufnahme der Arbeit der Gesundheitskonferenz wurde einhellig gewürdigt, um die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor des Main-Tauber-Kreises nachhaltig zu stärken und die Weichen für wichtige Zukunftsthemen zu stellen.

Für weitere Fragen stehen die Mitarbeiterinnen der Kommunalen Gesundheitskonferenz im Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises, Mimmi Krimm und Daniela Bartenstein, zur Verfügung. Sie sind erreichbar unter den Telefonnummern 09341/82-5455 und 09341/82-5399 sowie per E-Mail an gesundheitskonferenz@main-tauber-kreis.de.

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