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30.09.2026

HPV-Impfung: Ein kleiner Stich mit einer großen Schutzwirkung

Humane Papillomviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Viren und sind ein bedeutender Risikofaktor für Krebserkrankungen weltweit. Etwa 85 bis 90 Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren als wirksame Prävention. Hierauf weist das Gesundheitsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis hin.

Nachholbedarf bei der Impfquote – Zeitpunkt der Impfung besonders wichtig

Mit Impfquoten von 55 Prozent in Deutschland und 39 Prozent im Main-Tauber-Kreis bei 15-jährigen Mädchen bzw. 36 Prozent in Deutschland und 20 Prozent im Main-Tauber-Kreis bei 15-jährigen Jungen besteht großer Nachholbedarf. „Das internationale Ziel ist, eine Impfquote von mindestens 90 Prozent bei 15-jährigen Mädchen bis 2030 zu erreichen. Diesen Zielen hat sich auch Deutschland verpflichtet. Mit einer zeitgerechten zweifachen Impfung gegen HPV können wir unsere Kinder wirksam schützen“, betont Monika Treppner als kommissarische Leiterin des Gesundheitsamtes.

Bei der Impfung ist es besonders wichtig, dass der empfohlene Zeitpunkt eingehalten wird. Meistens erfolgt die Ansteckung mit HPV bereits kurz nach Aufnahme der sexuellen Aktivität. Somit ist die Impfung, die aus zwei Gaben im Abstand von fünf Monaten besteht, idealerweise vor der Aufnahme der sexuellen Aktivität zwischen dem neunten und 14. Lebensjahr, unbedingt zu empfehlen. Wenn bis zum 14. Geburtstag noch keine Impfung erfolgt ist, wird empfohlen diese bis zum 18. Geburtstag nachzuholen. In diesem Fall sind drei Impfungen erforderlich. Die Wirksamkeit der Impfung wird von mehreren Studien belegt.
Welche Krebserkrankungen verhindert werden können

Die mehr als 200 bekannten Genotypen werden in Hoch- und Niedrigrisikotypen unterteilt. Niedrigrisikotypen (Typ sechs und elf) verursachen etwa 90 Prozent aller Genitalwarzen, die Hochrisikotypen (Typ 16 und 18) können Krebsvorstufen und Krebs auslösen. Betroffen sein können der Gebärmutterhals, die Vulva, die Vagina, der Penis, der Analbereich und der Mund-Rachen-Raum. Die Viren werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, indem sie über winzige Haut- und Schleimhautrisse in die Haut eindringen und dort Zellen in der Schleimhaut oder in der untersten Hautschicht infizieren. In den meisten Fällen heilen HPV- Infektionen ohne Symptome ab, sodass eine Infektion oft gar nicht bemerkt wird.

Bei ausbleibender Spontanheilung können Infektionen mit Niedrigrisikotypen nach ein bis acht Monaten zur Bildung von Feigwarzen im Genital- oder Analbereich führen. Infektionen mit Hochrisikotypen sind in zehn Prozent der Fälle mehrere Jahre nachweisbar und führen zu zunehmend starken Zellveränderungen. Unbehandelt können sie sowohl bei Männern als auch bei Frauen Krebsvorstufen und Krebs hervorrufen. In Deutschland erkranken knapp 8000 Menschen jährlich an HPV-bedingten Krebserkrankungen. Davon erkranken 4500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1500 Frauen versterben jährlich daran. Bei etwa 56.000 Frauen werden jährlich höhergradige Krebsvorstufen behandelt.

Beratungen zu Impfungen bietet das Gesundheitsamt Main-Tauber-Kreis unter der Telefonnummer 09341/825579 an.

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