Seiteninhalt
08.04.2025

Eine stärkere Zukunft für das ländliche Europa: Petition fordert dringende Maßnahmen

Organisationen für die Entwicklung der ländlichen Räume, lokale Aktionsgruppen (LAGs) und Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa haben eine Petition gestartet, in der sie die Europäische Kommission auffordern, LEADER/CLLD als wichtige Säule der EU-Politik für den ländlichen Raum und die Finanzierung im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) zu stärken. Damit fordern sie, dass LEADER/CLLD als horizontales Instrument für den territorialen Zusammenhalt anerkannt wird und dass im nächsten MFR über die Gemeinsame Agrarpolitik hinaus ein zweckgebundenes Budget für die einschlägigen EU-Fonds sichergestellt wird (CLLD = „Community-Led Local Developement“; zu Deutsch: von der örtlichen Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung).

In einer Zeit, in der ländliche Gebiete mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert sind – von wirtschaftlicher Stagnation über demografische Veränderungen bis hin zu digitaler Ausgrenzung – fordert die Petition die politischen Entscheidungsträger der EU auf, die langfristige Finanzstabilität von LEADER/CLLD zu sichern, seine Rolle über die Landwirtschaft hinaus auszuweiten und seine Position als partizipatives Governance-Instrument für den territorialen Zusammenhalt und das demokratische Engagement zu stärken.

”Seit über 30 Jahren unterstützt LEADER/CLLD ländliche Gemeinschaften, indem es sie in die Lage versetzt, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen zu konzipieren und umzusetzen. Allerdings bedrohen Finanzierungsunsicherheiten und administrative Hindernisse nun dieses wichtige Instrument”, sagte Piotr Sadłocha, Präsident von ELARD, der europäischen LEADER-Vereinigung für die Entwicklung des ländlichen Raums.” Mit dieser Petition fordern wir die Europäische Kommission auf, dafür zu sorgen, dass die partizipative ländliche Entwicklung im Mittelpunkt der EU-Politik bleibt.”

Ein kohärenterer Ansatz für die Entwicklung des ländlichen Raums

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist die Notwendigkeit einer größeren Kohärenz bei der Unterstützung ländlicher Gebiete auf EU-Ebene. Zum ersten Mal wird die Reform der Kohäsionspolitik neben der Gemeinsamen Agrarpolitrik (GAP), der blauen Wirtschaft und der europäischen territorialen Zusammenarbeit ausgerichtet. Könnte dies eine Gelegenheit sein, die Struktur der ländlichen Entwicklung innerhalb der EU zu überdenken?

ELARD konzentriert sich traditionell auf die Agrarpolitik, um sicherzustellen, dass LEADER eine starke Säule der GAP bleibt. Die Akteure sind sich jedoch bewusst, dass die ländliche Entwicklung weit über die Landwirtschaft hinausgeht – es geht um wirtschaftliche Diversifizierung, sozialen Zusammenhalt, Jugendbindung und Klimaanpassung. Die langfristige Vision der EU für den ländlichen Raum (LTVRA) fordert einen integrierten Ansatz, aber die Komplexität mehrerer Fonds bleibt für viele lokale Aktionsgruppen (LAG) eine Herausforderung.

Zentrale Forderungen der Petition

  • Gewährleistung einer stabilen und ausreichenden finanziellen Unterstützung für LEADER/CLLD durch Sicherstellung einer stärkeren Mittelzuweisung im nächsten MFR.
  • Ausweitung von LEADER/CLLD über die Gemeinsame Agrarpolitik hinaus, um die ländliche Entwicklung in die Kohäsionspolitik, den Fonds für einen gerechten Übergang und Digitalisierungsinitiativen zu integrieren.
  • Vereinfachung der fondsübergreifenden Umsetzung durch einen harmonisierten Rechtsrahmen für LEADER/CLLD für alle EU-Fonds mit einheitlichen Regeln für Finanzmanagement, Prüfung und Berichterstattung.
  • Anerkennung der LAG als wichtiger Akteur der territorialen Governance, die für die Krisenreaktion, den digitalen und ökologischen Wandel und die Bekämpfung von Desinformation in ländlichen Gebieten von entscheidender Bedeutung sind.
  • Stärkung von LEADER/CLLD in den Kandidaten- und Nachbarländern als Instrument für demokratisches Engagement und soziale Resilienz.

Bemühungen zur Fürsprache im Gange

Parallel zur Petition haben sich Vertreter der Initiative an wichtige Entscheidungsträger der Europäischen Kommission gewandt, darunter den Vizepräsidenten für Kohäsion und Reformen, den Kommissar für Haushalt und Verwaltung und den Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Es wurden Briefe mit konkreten Empfehlungen für die Integration von LEADER/CLLD in mehrere EU-Fonds, die Finanzstabilität der LAG und den Bürokratieabbau übermittelt.

”Wir begrüßen die laufenden Diskussionen über den nächsten MFR und sind fest entschlossen, unser Fachwissen einzubringen”, fügte Sadłocha hinzu. ”Wir haben formell um Treffen mit den Kommissaren gebeten, um zu erörtern, wie LEADER/CLLD weiterhin Innovation, sozialen Zusammenhalt und nachhaltige ländliche Entwicklung in ganz Europa fördern kann.”

Schließen Sie sich der Bewegung an

Die Petition steht allen Einzelpersonen, Organisationen und politischen Entscheidungsträgern offen, die an die Kraft der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen lokalen Entwicklung glauben, um ein stärkeres, widerstandsfähigeres ländliches Europa aufzubauen.

Die Petition unterzeichnen und mehr über die Kampagne erfahren

Seite zurück nach oben Seite drucken