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20.03.2025

Drei Tage, drei Länder: Reise der Taubertäler Weingästeführer mit europäischem Ausmaß

Die Weingästeführer des „Lieblichen Taubertals“ haben sich auf eine dreitägige spannende und interessante Exkursion in das Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg begeben. Die vom Tourismusverband geförderte Reise wurde von Conny und Thomas Lehr vom Markelsheimer Jakobshof, selbst Gästeführer der „ersten Stunde“, organisiert.

Drei Weingästeführer-Ausbildungen hat das Liebliche Taubertal bisher angeboten. Die letzte fand 2024 statt. Nun sollte der Blick einmal über die Grenzen der Anbaugebiete Baden, Franken und Württemberg hinaus gehen. Die Weingästeführer aus allen drei Kursen, von Röttingen bis Dertingen, nahmen an der Fahrt teil. Die Exkursion brachte interessante Einblicke in die Arbeit und Philosophie von Weingütern in den Anbaugebieten Rheinhessen, Rheingau, Mosel und Moselle Luxembourgeoise.

Erste Station war die kleine Weinbaugemeinde Framersheim nahe Mainz im Anbaugebiet Rheinhessen. Rund 34 Hektar Rebfläche werden naturnah bewirtschaftet, wobei auf Ertragsreduktion mithilfe von Anschnittbegrenzung und Dauerbegrünung gesetzt wird. Bei der Weinproduktion entstehen mit traditionellen Methoden wie Maischegärung und Barrique-Ausbau extraktreiche und komplexe Weine. Einen kleinen Querschnitt des Weinportfolios, wie Riesling und Shiraz, konnten die Weingästeführer bei einer Probe entdecken.

Die zweite Station für die Teilnehmer war Schengen im Luxemburger Kanton Remich. Inhaber Henri Ruppert empfing die Gäste und gab eine Betriebsführung. „Guter Wein will geplant sein“ lautet die Philosophie des Luxemburger Weingutes im Anbaugebiet Moselle Luxembourgeoise. Zielsetzung ist die Erzeugung hochreifer, gesunder Trauben mit kurzem Abschnitt, gezielter Düngung, Traubenhalbierung bei Bedarf, und ausschließlicher Handlese mit mehreren Durchgängen. Auf den Kalkböden gedeihen vor allem die Reben der Burgunderfamilie wie Pinot blanc, Pinot gris und Pinot noir.

Der zweite Tag der Reise begann mit einem Besuch des Schlosses Marienlay im Ruwertal. Das hier beheimatete VDP-Weingut Reichsgraf von Kesselstatt verfügt über Weinberge an den Steillagen von Mosel, Saar sowie Ruwer und ist bestrebt, die Unverwechselbarkeit jedes Terroirs in den Weinen auszuformen. „Riesling in all seinen Facetten und mit viel Authentizität, Herkunft, Charakter“ lautet die Philosophie des Weingutes.

Anschließend ging es nach Wiltingen an der Saar zur 2019 im Weinberg erbauten Weinmanufaktur Van Volxem. Die Vision des altansässigen Gutes ist es, den Saarweinen mithilfe handwerklicher Traditionen ihren exzellenten internationalen Ruf der Zeit um 1900 zurückzugeben. Eine lichtdurchflutete Vinothek und der liebevoll und luxuriös mit Naturstein ausgestaltete Weinkeller beeindruckten die Weingästeführer. Produziert werden unter anderem Weine aus einer der teuersten Lagen der Welt, dem Scharzhofberg.

Von Wiltingen ging es wieder zurück an die Mosel nach Trier, die als älteste deutsche Stadt gilt. Alexandra Kiebel vom Weingut Kiebel begeisterte die Gäste bei einer Weinverkostung mit ihrer freundlichen und natürlichen Art, die den Charakter dieses alteingesessenen Familienbetriebes mit elf Hektar Rebfläche widerspiegelt. Markus und Alexandra Kiebel produzieren junge, frische Weine vor allem aus den an der Mosel vorherrschenden Rieslingtrauben verschiedener Lagen.

Eine sportliche Herausforderung wartete am nächsten Vormittag mit einem Abschnitt des Calmont-Klettersteigs zwischen Bremm und Eller an der Mosel. Das letzte Ziel auf der Heimfahrt war das 1880 gegründete Weingut Georg Breuer. Das Weingut setzt auf Rebsorten wie Riesling und zu einem kleinen Prozentsatz Burgundertrauben sowie die alten Weißweinsorten Orléans und Heunisch.

Ein Abendessen im Waldmichelbacher Hof im Spessart bildete den Abschluss der Exkursion, in deren Rahmen sich auch die Winzerfamilie Fries aus Röttingen und die Rebschule Friedrich aus Dertingen mit kleinen Verkostungen vorgestellt hatten.

Bei allen Besuchen hatten Thomas Lehr sowie Gabriele Nehrdich-Escher vom Kloster Bronnbach den Gastgebern in den Weingütern mit einem Tauberschwarz aus Markelsheim und einem Bronnbacher Klosterwein gedankt. Großes Lob und Dank der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen an Conny und Thomas Lehr für die hervorragende Planung.

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