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13.07.2026

BSZ Wertheim: Größtes Bildungsbauprojekt der Kreisgeschichte vollendet

Mit einem feierlichen Festakt ist das für rund 46,5 Millionen Euro generalsanierte Berufliche Schulzentrum (BSZ) Wertheim eingeweiht worden. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis Odenwald-Tauber und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sowie weiteren Vertretern aus Politik und der regionalen Bildungslandschaft hat Landrat Christoph Schauder eines der größten Bauprojekte der Landkreisgeschichte offiziell eingeweiht.

„Gerade in einer Zeit, in der sich unsere Arbeitswelt so tiefgreifend verändert wie selten zuvor, kommt der beruflichen Bildung eine besondere Bedeutung zu. Das neue Berufliche Schulzentrum mit seinen modernen Klassenräumen und hervorragend ausgestatteten Werkstätten schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass Schülerinnen und Schüler darauf exzellent vorbereitet werden. Nach der erfolgreichen Generalsanierung, die unter großen Einsatz aller Beteiligten durchgeführt wurden, erhalten junge Menschen hier hervorragende Chancen für ihren weiteren Lebensweg“, betonte Bundesministerin Nina Warken als Festrednerin.

Rendite für kommende Generationen: Zukunftsorientierte Bildung regional verankert

Landrat Christoph Schauder bezeichnete den modernen Standort als ein absolutes „Leuchtturmprojekt“ und dankte dem Kreistag für die Bereitstellung der Mittel. „In einer wirtschaftsstarken Region mit zahlreichen Industrie- und Handwerksbetrieben ist eine moderne berufliche Ausbildung ein entscheidender Standortfaktor. Gute Bildung eröffnet Chancen, denn sie schafft Perspektiven und stärkt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Jeder investierte Euro ist hier goldrichtig angelegt“, betonte Landrat Schauder. Trotz einer allgemein schwierigen Haushaltslage sei es der feste Wille des Landkreises, weiterhin mutig in die Attraktivität seiner Schulen zu investieren. „Die Sanierung des BSZ Wertheim markiert dabei die bislang größte Einzel-Investition in der Geschichte des Main-Tauber-Kreises. Die 46,5 Millionen Euro sind ein eindrucksvoller Beleg unseres Commitments und machen den Stellenwert von zukunftsfähigen regional verankerten Bildungsstandorten im Main-Tauber-Kreis deutlich“, erläuterte Landrat Schauder.

Von den neuen Bedingungen profitieren aktuell rund 750 Schülerinnen und Schüler sowie 65 Lehrkräfte. An der Schule werden 19 Berufe ausgebildet. Das breite Angebot erstreckt sich über die Bereiche Glas, Metall und Gesundheit bis hin zu Wirtschaft und Biotechnologie. In den Gesamtkosten von 46,5 Millionen Euro sind beispielsweise rund 420.000 Euro für eine zeitgemäße digitale Ausstattung mit interaktiven Tafeln und flächendeckendem WLAN enthalten. Das Land Baden-Württemberg unterstützte das Vorhaben maßgeblich mit Mitteln aus der Schulbauförderung in Höhe von rund 12,4 Millionen Euro. Zusammen mit Zuschüssen der KfW und der BAFA summiert sich die Gesamtförderung auf 19,2 Millionen Euro. Die Stadt Wertheim hat während der Bauphase die Otfried-Preußler-Schule auf dem Reinhardshof zur Verfügung gestellt, sodass der Schulbetrieb reibungslos aufrechterhalten werden konnte.

Der Blick zurück: Vom Kreistagsbeschluss 2018 bis zur Einweihung 2026

Was ursprünglich im Jahr 2018 als reine Fassaden- und Brandschutzsanierung mit geschätzten Kosten von rund 22 Millionen Euro geplant war, entwickelte sich zu einer tiefgreifenden „Operation am offenen Herzen“ des gesamten Schulstandorts. „Steigende Baupreise und unvorhergesehene Herausforderungen bei der Schadstoffsanierung führten im Verlauf zu erheblichen Kostensteigerungen. In den ersten Monaten meiner Amtszeit war es eine echte Herkulesaufgabe, dieses Projekt in die richtigen Bahnen zu lenken. Es freut mich, dass sich unser gemeinsames Engagement ausgezahlt hat und die zuletzt kalkulierte Gesamtsumme eingehalten werden kann“, erklärte Landrat Schauder mit Blick auf die Kostenentwicklung.

Neben der energetischen Sanierung erfolgte die Schadstoffsanierung, die Erneuerung der gesamten Haustechnik sowie die Neustrukturierung zahlreicher Räume. Aufgrund des zusätzlichen Flächenbedarfs wurde von 2020 bis 2021 das Werkstattgebäude neu gebaut. Auf rund 1900 Quadratmetern stehen nun moderne Ausbildungsbereiche für Metall-, Glas- und Elektrotechnik zur Verfügung. Zudem konnte das Parkproblem elegant gelöst werden. Von 2022 bis 2023 wurde die ehemalige Werkstatt zu einem hochmodernen Fachraumzentrum umgebaut. Unter anderem entstanden zeitgemäße Fachräume für Chemie, Biologie, Biotechnologie, Physik, Elektrotechnik und EDV. Zu guter Letzt erfolgte von 2024 bis zur Fertigstellung 2026 der Umbau sowie die Sanierung des Hauptgebäudes.

Insgesamt 78 Firmen und 27 Planungsbüros wirkten an diesem logistischen und finanziellen Kraftakt mit. „Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank für die Mitwirkung bei diesem Großprojekt“, betonte Landrat Schauder.

Die kommissarische Schulleiterin Andrea Holtfrerich dankte dem Schulträger für das nachhaltige Engagement: „Die Generalsanierung markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung unserer Schule und ist ein starkes Zeichen für die Wertschätzung von Bildung. Sie bietet unserer Schulgemeinschaft moderne Rahmenbedingungen für gemeinsames Lernen“. Ein besonderer Dank ging an das Lehrerkollegium und die Schülerinnen und Schüler, die den anstrengenden Umweg über die Ausweichquartiere mit enormer Flexibilität und Organisationstalent gemeistert haben.

Nach dem erfolgreichen Projektabschluss in Wertheim richtet der Main-Tauber-Kreis den Blick bereits nach vorn: Als nächste schulische Großprojekte stehen die Sanierung der Schule im Taubertal in Unterbalbach sowie der Kaufmännischen und Gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim auf der Agenda.

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