Ausbruch der Maul- und Klauenseuche simuliert - Ernstfall wurde vom Veterinäramt in Creglingen geprobt
Das Veterinäramt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis hat kürzlich mit einer großangelegten Übung den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im Landkreis simuliert. Auf dem Prüfstand standen die festgelegten Abläufe, Zuständigkeiten sowie die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall. Hierzu wurde der Bauhof in Creglingen in kurzer Zeit zu einem Logistikzentrum umfunktioniert. Es wurde ein MKS-Ausbruch in einem Schafbestand in der Nähe der Grenze zum Nachbarkreis Schwäbisch Hall fiktiv angenommen. Bei diesem angenommenen Fall wären allein im Main-Tauber-Kreis 136 Betriebe mit über 44.000 von der Seuche bedrohten Tiere zu überwachen.
„Die Ausbrüche von MKS in Brandenburg Anfang Januar sowie in den EU-Ländern Ungarn und Slowakei im März und April zeigen deutlich das Gefahrenpotential von Tierseuchen und die Dynamik, mit der sie sich ausbreiten. Hier sind Zeit, Flexibilität und Effizienz die entscheidenden Faktoren, denn der Ausbruch und der Verlauf solcher Krisen sind nur schwer vorhersehbar. Um in einer solchen Krisenlage einen Schritt vor der Lage zu bleiben, haben wir die Einsatzabläufe auf den Prüfstand gestellt“, betont Erster Landesbeamter Florian Busch, der selbst an der Übung teilnahm.
Vor allem bei der Bekämpfung der MKS als eine der schwerwiegendsten Tierseuchen, bei der Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen sowie unter anderem auch Wildwiederkäuer und Alpakas betroffen sein können, ist eine schnelle Aktivierung bestehender Strukturen unerlässlich. Im viehdichten Gebiet des südlichen Main-Tauber-Kreises sind bei einem Seuchengeschehen potentiell sehr viele Betriebe gefährdet.
Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren. Sie kommt in vielen Ländern des Nahen Ostens (unter anderem in der Türkei), Asiens, Afrikas und Südamerikas nach wie vor endemisch vor. „Der verheerende Seuchenzug Anfang 2001 im Vereinigten Königreich mit Folgeausbrüchen in Frankreich, den Niederlanden und der Republik Irland sowie die Ausbrüche vor einigen Jahren in Taiwan, Südkorea und Japan und der Fall in Brandenburg zeigen, dass die Seuche nicht an Landkreisgrenzen halt macht, auch nicht in seit Jahrzehnten MKS-freien Ländern“, erklärt Amtsleiter Dr. Gerhard Wegmann. „Diese Präventionsmaßnahmen und der damit einhergehende Schutz für unsere lokalen Betriebe sind elementare Aufgaben des Veterinäramts.“
Die Tierseuche ist gefürchtet, weil alle Klauentiere betroffen sein können. Für ihre Bekämpfung müssen nicht nur die befallenen Bestände getötet werden, sondern es folgen als Konsequenz drastische Beschränkungen im Handel mit Tieren und tierischen Produkten. Um dies im Sinne der tierhaltenden Betriebe zu verhindern, legt das Veterinäramt einen großen Fokus auf die präventive Seuchenbekämpfung.
„Die logistische Herausforderung bei dem simulierten Fallgeschehen bestand darin, die 136 Betriebe durch die Veterinäre innerhalb von sieben Tagen aufzusuchen und frei zu testen. Um die Außenteams entsprechend auszurüsten und nach Rückfahrt von den Betrieben wieder zu dekontaminieren, ist ein gut funktionierendes Logistikzentrum die Voraussetzung. Wir bedanken uns bei der Stadt Creglingen für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die enge Kooperation“, erklärte Dr. Wegmann. Im Zuge dessen wurde das auf dem Gelände des Bauhofes in Creglingen angesiedelte Tierseuchenkrisenzentrum (Logistikzentrum) hochgefahren und aktiviert.
Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn, der als Übungsbeobachter ebenfalls an der Simulation teilnahm, betonte. „Wir leisten sehr gerne unseren Beitrag und unterstützen das Übungsszenario. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, sind die geprobten Abläufe ein wesentlicher Faktor, um größeres Unheil für unsere Betriebe in der Region abzuwenden. Das gelingt nur mit einem gemeinsamen Schulterschluss zwischen Kommunen und Landkreisverwaltung.“