Asiatische Tigermücke erstmals im Landkreis entdeckt - Vorerst kein Grund zur Sorge
Die Asiatische Tigermücke wurde erstmals auch im Main-Tauber-Kreis entdeckt. In Grünsfeld wurden zwei Exemplare gefangen und über den Mückenatlas identifiziert. Grund zur Sorge bestehe durch den Fund allerdings vorerst nicht, teilt die Amtsleiterin des Gesundheitsamtes beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Monika Treppner, mit.
Die Tigermücke ist eine ursprünglich in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatete Stechmückenart. Sie verbreitete sich in den vergangenen Jahrzehnten durch den globalen Handels- und Reiseverkehr als blinder Passagier weltweit. Der Klimawandel und die damit verbundenen immer milderen Winter begünstigten ihre Ansiedlung in Europa. In Deutschland ist sie vor allem in der Rheinebene, insbesondere entlang des Oberrheingrabens und in weiteren Gebieten entlang des Rheins in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen etabliert.
Sie gilt als Überträgerin tropischer und subtropischer Krankheitserreger wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus. Das Risiko einer Krankheitsübertragung in Deutschland ist aktuell sehr gering. Bei den in Deutschland festgestellten Infektionen handelte es sich bisher um Infektionen, die im Ausland erworben wurden.
„Auch wenn die Tigermückensaison als nahezu beendet angesehen werden kann, ist es vor allem wichtig, eine dauerhafte Ansiedlung der Tigermücke zu verhindern. Ein wirksame Bekämpfungsmaßnahme ist es, jegliche Wasseransammlungen zu vermeiden, die der Tigermücke als Brutstätte dienen“, erklärt Monika Treppner.
So sollten beispielsweise Regentonnen mit einem engmaschigen Mückennetz oder einem passenden Deckel lückenlos verschlossen, Wasseransammlungen in Blumentopf-Untersetzer regelmäßig entleert und Behälter, in denen sich Wasser ansammeln kann, vor Regen geschützt gelagert werden. Damit sich die Larven nicht im Abwassersystem verbreiten, ist es wichtig, dass stehendes Wasser nicht in den Gully, sondern auf eine Wiese geschüttet wird.
Aus geschützt stehenden Brutstätten können in den nächsten Wochen allerdings noch allerletzte Tigermücken schlüpfen, so dass letzte Tigermückensichtungen tatsächlich noch im November vorkommen könnten.
Die Eier der Asiatischen Tigermücke können den Winter am Innenrand von Wasserbehältnissen, in denen sich über die Mückensaison zumindest zeitweise Wasser befand, überdauern. Deshalb sollten Gefäße mit einer Bürste gründlich abgeschrubbt, Innenrand und Bürste mit Wasser abgespült und das Wasser mitsamt Abrieb zum Versickern auf die Erde geschüttet werden. Damit sind die Eier zerstört. Heißes Wasser mit einer Temperatur von mehr als 60 Grad tötet Eier und Larven ebenfalls ab.
Nähere Informationen zur Asiatischen Tigermücke sowie zur Bekämpfung und zu Kontrollmaßnahmen gibt es unter www.gesundheitsamt-bw.de/informationen-fuer-fachpersonal-und-institutionen/klimawandel-und-gesundheit/asiatische-tigermuecke/.