Arbeitsmarkt im August: Noch ist Zeit für Start in eine Ausbildung
Im August ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 13.869 gestiegen. Das sind 633 Arbeitslose (4,8 Prozent) mehr als im Juli und 680 (5,2 Prozent) mehr als im August 2024. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4 Prozent (Juli: 3,8 Prozent).
Wie schon im Juli zeigt sich der saisonale Effekt vor allem bei den gestiegenen Arbeitslosenzahlen junger Menschen unter 25 Jahren. „Viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger oder frisch Ausgebildete, die noch keine direkte Anschlussbeschäftigung gefunden haben, melden sich über die Sommermonate vorübergehend arbeitslos“, erklärt Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim.
Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Noch ist Zeit, auch kurzfristig einzusteigen. Insbesondere auch im Handwerk werden Auszubildende und Fachkräfte dringend gesucht. „Weniger abhängig von globalen Krisen, Zöllen oder schwankender Konjunktur bietet das Handwerk sehr gute Zukunftschancen“, führt die Agenturleiterin an. Wer sich heute für eine Ausbildung oder Umschulung entscheidet, hat beste Perspektiven auf eine sichere und langfristige Beschäftigung.
„Die großen Transformationen wirken im Handwerk als Wachstumstreiber. Energiewende, Klimaschutz und Digitalisierung eröffnen neue Aufgabenfelder. Ob Solaranlagen, Gebäudesanierung oder Smart Home: Handwerkerinnen und Handwer-ker sind gefragter denn je“, sagt Elisabeth Giesen.
Landrat zum Ausbildungsstart: Noch ist es nicht zu spät!
Auch Landrat Christoph Schauder ruft junge Menschen, die nach dem Schulabschluss noch keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben, dazu auf, sich kurzfristig für eine Berufsausbildung zu entscheiden. „Noch ist es nicht zu spät! Im Main-Tauber-Kreis bieten sich dank der großen Vielfalt an kleinen und mittelständischen Betrieben sowie international agierenden Unternehmen und aufgrund des breiten Branchenmixes hervorragende Karriere-Chancen, frei nach dem Motto unserer Kreis-Wirtschaftsförderung: ‚Für alle, die etwas vorhaben.`“ An die Unternehmen und Betriebe appelliert er, jungen Menschen auch jetzt noch die Möglichkeit zu geben, eine Berufsausbildung im beginnenden Ausbildungsjahr zu starten.
Im August wurden 779 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 56 (7,7 Prozent) mehr als im Juli und 39 (4,8 Prozent) weniger als im August 2024. Insgesamt waren 4918 Stellen gemeldet, 93 (1,9 Prozent) mehr als im Juli und 32 (0,6 Prozent) weniger als im August 2024.
Der Arbeitsmarkt im Main-Tauber-Kreis
Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent (Juli: 3,5 Prozent). Im August waren 2940 Menschen arbeitslos gemeldet, 213 (7,8 Prozent) mehr als im Juli und 171 (6,2 Prozent) mehr als im August 2024. 886 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 677 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 282 Stellen gemeldet, 76 (36,9 Prozent) mehr als im Juli und 5,1 Prozent weniger als im August 2024. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1323; 8,9 Prozent weniger als im August 2024.
Die Eckwerte nach Rechtskreisen
Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 6593 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 7276. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand betrug 47,5 Prozent.
Von den 2940 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1242 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (18 mehr als im August 2024). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1698 Arbeitslose (153 mehr als im August 2024).
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres haben Arbeitgeber 5045 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind davon 1655 noch nicht besetzt. Im gleichen Zeitraum haben sich 2860 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, das sind 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon sind 408 noch unversorgt. Das bedeutet, dass einem unversorgten Bewerber bzw. einer Bewerberin vier freie Stellen entgegenstehen.
Bei der Berufswahl lohnt es sich, Handwerksberufe mit einzubeziehen: Man sieht sofort, was man geschaffen hat und mit einer Ausbildung eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten – bis hin zum Meistertitel oder zur eigenen Firma. „Wer sich noch unsicher ist, sollte ein Praktikum machen: Dabei wird schnell klar, wie abwechslungsreich und kreativ die Arbeit im Handwerk sein kann“, erläutert Elisabeth Giesen und verweist auch auf das neue Online-Portal „meinBERUF“, das jungen Menschen, Eltern und Lehrern umfangreiche Informationen rund um die Berufsorientierung gibt und damit das persönliche Dienstleistungsangebot der Berufsberatung ergänzt.