17. Distelhäuser Medienwerkstatt - Praxisnahe Ideen für einen innovativen Unterricht
Die 17. Distelhäuser Medienwerkstatt hat auch in diesem Jahr zahlreiche Anregungen für einen zeitgemäßen Unterricht geboten. Mehr als 130 Referendare und Lehrkräfte nahmen an der Fortbildung teil und informierten sich zur Künstlichen Intelligenz, zum Programmieren und zum Thema Medienkritik. Organisator war das Kreismedienzentrum (KMZ) Main-Tauber-Kreis im Neuen Schloss Distelhausen. In Kooperation mit den Kreismedienzentren Hohenlohe- und Neckar-Odenwald-Kreis, Schwäbisch Hall, Tübingen und Esslingen wurde erneut ein sehr abwechslungsreiches Programm mit interessanten Themen rund um die Bereiche Medien und Unterricht angeboten.
Zum Auftakt erhielten die Teilnehmenden in einer Keynote der SWR-Journalistinnen Katharina Kunz und Ursi Zeilinger Einblicke in den Redaktionsalltag. Sie erläuterten, wie Nachrichten entstehen, welche journalistischen Qualitätsstandards gelten und welche Herausforderungen Desinformation und Künstliche Intelligenz für den Journalismus mit sich bringen. Damit griff der Vortrag ein Thema auf, das auch für Schulen und den Erwerb von Medienkompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Anschließend wählten die Teilnehmenden Workshops aus. Das Angebot reichte von Künstlicher Intelligenz im Unterricht über Programmierung bis hin zu Audio- und Videoproduktion, Medienbildung in der Grundschule sowie kreativen Unterrichtsideen für unterschiedliche Schularten.
Großes Interesse fanden die verschiedenen KI-Angebote, denn es wurde nicht nur der Einsatz von Chatbots vorgestellt, sondern auch diskutiert, wie Lehrkräfte KI sinnvoll, reflektiert und datenschutzkonform in Unterricht und Vorbereitung einsetzen können. In anderen Workshops ging es um den kritischen Umgang mit Nachrichten und Fake-News sowie um die Frage, welchen Einfluss Influencer auf Jugendliche ausüben und wie diese Themen im Unterricht aufgegriffen werden können.
Ein interaktives Angebot für die Teilnehmer boten zudem der Makerspace des KMZ sowie das Makermobil des Landesmedienzentrums, die das Potential von Lasercuttern, Plottern oder dem 3D-Druck zeigten. Zudem konnten die Teilnehmer erste Erfahrungen mit Bee-Bots, Ozobots und LEGO Spike sammeln. Weitere Workshops beschäftigten sich unter anderem mit iPads im Unterricht, Book Creator, iMovie, Audioproduktion oder der Erstellung eigener Unterrichtsmaterialien mit digitalen Werkzeugen.
Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zwischen den Workshops, um Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Anregungen für den eigenen Unterricht mitzunehmen. Dass Medien nicht nur digital sind, sondern auch ganz analoge Material- und Bücherkoffer einschließen, konnten die Lehrkräfte beim Rundgang durch das Schloss, aber auch im Workshop „Raus in den Wald“ mit Joachim Süßmuth von ForstBW entdecken.
„Die Medienbildung lebt vom Ausprobieren und vom Austausch miteinander“, betont Ulf Neumann, Leiter des Kreismedienzentrums Main-Tauber-Kreis. „Unser Ziel ist es, Lehrkräften und angehenden Lehrkräften Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie unmittelbar im Unterricht einsetzen können. Dabei haben wir immer den Blick auf einen pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien. Mit ihrer Mischung aus aktuellen Themen, praktischen Erprobungsphasen und kollegialem Austausch bestätigt die Distelhäuser Medienwerkstatt auch in ihrer 17. Auflage ihren Stellenwert als regionales Fortbildungsformat für die schulische Medienbildung.“
Das Makermobil des Landesmedienzentrums, welches auch an Schulen im Kreis fährt, um dort Projekte zu unterstützen, wird noch bis Mitte Juli im Hof des Kreismedienzentrums zur Besichtigung bereitstehen. Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Angeboten des KMZ sind unter www.kmz-tbb.de abrufbar.