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Wald und Holz

Warum ist Holz ein nachwachsender Rohstoff?

Jeder Baum wächst in die Höhe dem Sonnenlicht entgegen. Außer Sonnenlicht benötigen Bäume das Gas Kohlendioxid aus der Luft und ausreichend Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Damit können Bäume ihre Energiespeicherstoffe und Holz als strukturbildende Materie selbst herstellen. Charakteristische Merkmale von Bäumen sind die Krone mit vielen Ästen und Blättern als „Kraftwerk“, der Stamm für die Festigkeit und für die Wasserleitung und die Wurzel für die Verankerung im Boden und für die Wasser- und Nahrstoffaufnahme.

Da Sonnenlicht, Kohlendioxid in der Luft und Wasser im Boden nahezu immer zur Verfügung stehen, ist Holz der einzige namhafte nachwachsende und langlebige Rohstoff. In diesem Rohstoff ist außerdem das Treibhausgas Kohlendioxid dauerhaft gespeichert. Nutzt man also nicht mehr Holz als nachwächst, so kann man einen wunderbaren Rohstoff gewinnen, ohne dabei die Umwelt auszubeuten.

Warum sollte Holz genutzt werden?

Holzprodukte sind als Rohstoff nur schwer zu ersetzen. Man denke nur an Dachstühle, den Innenausbau, Möbel, oder Papier. Sicher, Holz kann oft ersetzt werden: Stahl, Kunststoff oder Beton bieten hier viele Möglichkeiten. Deren Herstellung ist aber mit erheblichem Energieeinsatz und Umweltbelastungen verbunden. Diese Produkte sind also keineswegs klimaneutral.

Dazu ist die Verwendung heimischen Holzes unbedenklich. Es wird nach den hohen deutschen Standards sehr umweltschonend und CO2-neutral produziert. Holzimporte aus Südamerika oder Ostasien hingegen belasten die Umwelt durch lange Transportwege und plantagenartiges Wirtschaften.

Die Nutzung heimischen Holzes ist nachhaltig, umwelt- und klimaschonend. Wer seine Konsumgewohnheiten also nicht dauerhaft ändern will (vom Toilettenpapier bis zum Dachstuhl, vom Kaminholz bis zum Pappkarton des Lieferdienstes) und dennoch kein heimisches Holz nutzen möchte, der trägt entweder zur Entwaldung anderer Regionen der Erde bei, oder fördert die Produktion von nicht nachhaltigen und weniger klimaschonenden Alternativprodukten.

Wie kann Holz naturschonend genutzt werden?

In der ersten Lebenshälfte von Bäumen herrscht eine starke Wuchsdynamik aufgrund der Konkurrenz benachbarter Bläume um Licht, Wasser und Nährstoffe. In der zweiten Lebenshälfte lässt das Wachstum nach.

Bäume werden grundsätzlich nur dann eingeschlagen, wenn damit ein unmittelbarer Nutzen verbunden ist:

  1. Nutzung im Rahmen der Waldpflege (»Durchforstung«): Dies bedeutet, einem Baum Wuchsraum zu verschaffen, indem benachbarte Bäume sukzessive gefällt werden: Der Baum kann seine Krone vergrößern, den Stamm verstärken und die Wurzeln tiefer und weiter ausbreiten. Durch die Eingriffe werden die Vitalität und Stabilität sowie eine nachhaltige Baumartenmischung gefördert.
  2. Nutzung vor der Entwertung: Dies bedeutet, einen Baum dann zu fällen, wenn die Qualität und die Vitalität nachlassen. Dieser Zeitpunkt ist dann erreicht, wenn das Holz zu verfärben droht, die Belaubung schütter wird, Kronenteile absterben oder gar der Baum als solcher abstirbt. Das kann durch Konkurrenzwirkung stärkerer Bäume oder durch Sturm und Schädlinge passieren.
  3. Nutzung zur Verjüngung: Mit Verjüngung wird der Generationswechsel umschrieben. Alte Bäume werden gefällt, damit mehr Licht auf den Boden kommt und die nächste Generation heranwachsen kann.
  4. Nutzung zur Gefahrenbeseitigung („Verkehrssicherung“): Wenn in Bäumen Äste absterben, oder sogar der ganze Baum abstirbt, besteht die Gefahr, dass Kronenteile abbrechen könnten und zu Boden fallen bzw. dass ganze Bäume umstürzen könnten. An Wegen und Straßen kann das sehr gefährlich werden. Daher werden diese Bäume zur Sicherheit vorsorglich gefällt. Abseits der Wege werden einzelne absterbende Bäume nicht gefällt, um die Artenvielfal zu erhöhen und damit das Ökosystem zu stärken.

Wieviel Holz sollte genutzt werden?

Grundsätzlich sollte nicht mehr Holz genutzt werden als nachwächst. Das nennt man dann nachhaltig. Im öffentlichen Wald wird diese Nachhaltigkeit durch die periodische Inventur des Waldes sichergestellt, indem die Bäume im Wald mittels statistischer Verfahren im zehnjährigen Abstand vermessen werden.

Durch das Vergleichen von Inventuren kann man außerdem ableiten, wie viel Holz im Jahr nachwächst. Und dieser Zuwachs kann dann gefällt werden, ohne dass der Wald ausgebeutet wird. Im Fachjargon nennt man das „Hiebsatz“.

Jüngere Bäume haben einen höheren Zuwachs als ältere Bäume. Deshalb soll in jüngeren Beständen und auf guten Standorten öfter eine Pflegemaßnahme erfolgen als in älteren Beständen oder auf schlechteren Standorten.

Eine alte Faustregel empfiehlt, „früh, mäßig, oft“ in die Bestände einzugreifen. Mit dieser Eingriffsstrategie werden die Vitalität und die Qualität gesteigert und das Risiko vermindert.

Steht der Geldertrag bei der Waldbewirtschaftung im Vordergrund?

Der Wald liefert durch den Verkauf des Holzes einen finanziellen Ertrag. Von diesen Erträgen werden die notwendigen Pflegemaßnahmen in den jüngeren Waldbeständen, die Nachzucht der nächsten Waldgeneration, die Unterhaltung der Wege und Erholungseinrichtungen und öffentliche Abgaben finanziert.

Solange die Erträge die Kosten decken, ist eine ordentliche Bewirtschaftung möglich. Ist dies nicht der Fall, muss der Waldbesitzer „zuschießen“. „Gespart“ würde dann in der Regel an kostenträchtigen, aber unverzichtbaren Pflegemaßnahmen. Ohne Pflege leiden die Vielfalt und die Stabilität. Folge ist, dass die Wälder ihre Leistungen für die Gesellschaft (Klimaschutz, Wasserschutz und Erholung) nicht mehr in vollem Umfang bereitstellen können.

Der Ertrag aus der Nutzung der Waldprodukte finanziert die Pflege des Waldes. Die Alternative wäre, dass die Öffentlichkeit als Nutznießer die Leistungen des Waldes finanziell honoriert. Wald finanziell zu fördern ohne aktives Handeln – nur weil es ihn gibt und er „immaterielle“ Leistungen für die Allgemeinheit liefert – war bisher nicht möglich.

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