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Haushaltsrede CDU

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr Damen und Herren der Kreisverwaltung, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“

„Alan Karg“

Der Haushalt ist die Politik der Zukunft in Zahlen. Lassen Sie uns gemeinsam unsere Zukunft gestalten. Denn „mehr als die Vergangenheit, interessiert uns die Zukunft, denn in ihr gedenken wir auch zu leben.“

Unsere Herausforderungen liegen auf der Hand. Wir müssen die Leistungsfähigkeit unseres Landkreises und der 18 Städten und Gemeinden immer im Auge haben. Wir sind verpflichtet, diese zu gewährleisten. Der Landkreis ist das Bindeglied zwischen den Kommunen und dem Land bzw. dem Bund. Der kommunalen Familie werden leider immer mehr Pflichtaufgaben von der EU, der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Baden-Württemberg auferlegtDiese Pflichtaufgaben, (u.a. laufende Krankenhausfinanzierung, Eingliederungshilfe, Bundesteilhabegesetz, Bürgergeld, Flüchtlingsunterbringung, Kindertagesbetreuung sowohl in Kindergärten wie auch in Schulen u.v.m.) schnüren die Finanzspielräume der Kommunen und der Landkreise immer mehr ein. Für die originären kommunalen Aufgaben vor Ort, bleibt immer weniger Geld übrig. Aufgrund wesentlicher finanziell kostenintensiver Beschlüsse aus Brüssel, Berlin und Stuttgart werden unsere kommunalen Handlungsspielräume immer enger.

Es ist bei den genannten Institutionen inzwischen guter Brauch, dass man finanziell sehr teure Versprechen an verschiedene Gruppen in unserer Gesellschaft, mit Garantien für die Menschen abgibt, die Bezahlung aber überwiegend den Kommunen oder Landkreisen aufbürdet. Die Landkreise werden hierbei teilweise über die Kreisumlage von den Kommunen mitfinanziert. Und leider übersteigen die Summen der Leistungsversprechen immer mehr unsere personelle und finanzielle Leistungsfähigkeit. Oft sind politische Wünsche ideologisch geprägt und in ihrer Umsetzung praktisch nicht möglich. Die Themen, über welche wir beraten und beschließen, sind überwiegend vorgegeben. Wir haben wenig Einwirkungs- noch Gestaltungsmöglichkeiten.

Unser Fokus muss lauten, uns nur auf das Machbare zu konzentrieren. Meine Aufforderung an die Politik - vor allem in Berlin, lautet; sich auf das Machbare zu konzentrieren und keine ideologischen Luftschlösser zu bauen, welche die kommunalen Familien ausbaden müssen. Die kommunale Familie ist das Fundament unsere Demokratie. Die Politik darf dieses Fundament weder beschädigen noch gefährden. Ich darf die Präsidenten des Gemeindetages, des Städtetages und des Landkreistages zitieren: „Kommunalfinanzen auch für 2025 im freien Fall, -kommunale Gestaltungskraft, -Zukunftsinvestitionen und -der gesellschaftliche Zusammenhalt geraten in Gefahr“.

Die politischen Auswirkungen auf unseren Landkreis:

Vorab ein Satz zu den Freiwilligkeitsleistungen, da sie immer wieder andiskutiert werden. Um weiterhin handlungsfähig zu sein, müssen wir uns gegenüber ehrlich machen, dass das Draufsatteln von Freiwilligkeitsleistungen vorüber ist. Wir haben in den guten Jahren, vielleicht zu optimistisch gehandelt. Die zum Teil bedingten Freiwilligkeitsleistungen für 2024 lagen bereits bei 6,78 Mio. €, für 2025 werden sie im Plan leicht auf 6,52 Mio. € sinken. Ein kleiner Lichtblick. Lassen Sie mich auf ein paar wenige Schwerpunkte des Haushalt 2025 eingehen: 

Sozialetat

Sozialetat Teilhaushalt 4 – unser größter Brocken. Dieser Anteil von 49,5% an ordentlichen Aufwendungen des Ergebnishaushaltes 2025, schießt durch die Decke des finanziell Machbaren.

Der Transferaufwand 2025 steigt aufgrund der Fallzahlen sowie Sach- und Lohnkosten bei den Einrichtungen auf 118 Mio €. In 2024 haben wir hier erstmalig die 100 Mio € an Ausgaben überschritten. Die Mehraufwendungen ergeben sich hauptsächlich durch die Eingliederungshilfe, die Jugendhilfe, die Hilfe zur Pflege, das Bürgergeld und Kosten der Unterkunft, sowie Flüchtlingsaufnahme. Die Erträge bleiben hier deutlich hinter den Ausgaben zurück, sie sind im Haushalt mit 51 Mio. € kalkuliert. Somit liegen unsere Transferleistungen im Sozialetat bei satten 67 Mio. €, dies sind ca. 27 Punkte Kreisumlage. 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, dies mach mir schon ein wenig Angst, insbesondere, da immer mehr Leistungen versprochen werden, jedoch nicht zu einhundert Prozent von den „Bestellern“ und „Versprechern“ (Bundes-, und Landesregierung) bezahlt werden. Die Kosten des Sozialstaates dürfen nicht auf die kommunale Familie abgewälzt werden. Das sind Angelegenheiten des Bundes und der Länder. Wenn wir uns dann aus Berlin oder Stuttgart immer wieder anhören müssen, unsere Kassen sind auch leer, dann sollte man sich halt mal Gedanken machen, welche Gesetze verabschiedet werden und welche Versprechungen gemacht werden. Eines sollten wir nicht vergessen, ein Sozialstaat muss bezahlbar sein, in guten wie auch in schlechten Zeiten.

Eingliederungshilfe

Sie ist die finanziell größte Herausforderung im Sozialetat. - Hier das BTAG (Bundesteilhabegesetz) - Dieses Gesetz war bestimmt gut gemeint, die Umsetzung lässt aber, vor allem in ihrer Finanzierung zu wünschen übrig. An Komplexität nicht zu überbieten und viel zu bürokratisch. Es kommt bei den Menschen sehr wenig an. Der Aufwand in der Kreisverwaltung, steht nicht im Verhältnis zu den Mehrleistungen, die eigentlich bei den Menschen ankommen sollen. Dieses „Bürokratiemonster“ ist ein Kostentreiber für unsere Kreise, dieses BTAG hat das Potenzial die Haushalte in den Kreisen zu sprengen. Seit Umsetzung der neuen Vorgaben hat sich der Aufwand um gute 36% erhöht. Zur Erstattung der BTAG-Mehrkosten ist das Land verpflichtet. Hier gibt es eigentlich verbindliche Vereinbarungen. Für 2022 und 2023 wurden Abschlagsbeträge von jeweils 830.000,00 € ausbezahlt. In 2023 standen Ausgaben von 32,4 Mio. € gegenüber. Für 2024 gab es auch eine Abschlagszahlung von insgesamt 1,1 Mio €, hier stehen die Ausgaben noch nicht final fest. Diese Abschlagszahlungen kamen leider erst aufgrund hohen Druckes der kommunalen Landesverbände. Für den Haushalt 2025 rechnet die Kreisverwaltung mit einem Aufwand von 35,9 Mio. €, hier wird ein Ertrag von 2,7 Mio. € erwartet.

Jugendhilfe

Bei den Hilfen zur Erziehung, junge Volljährige, Kindertagesbetreuung, Jugendsozialarbeit usw. wird mit einem Aufwand von 32,4 Mio. € gerechnet. Hier steht ein Ertrag von 12,9 Mio. € gegenüber. Der immer größer werdende Zuschussbedarf von aktuell 19,5 Mio. € liegt zum Teil -in den gesellschaftlichen Veränderungen,

  • Krisenfolgen der Pandemie, -der hohen UMA-Zahlen,
  • Kinder mit sozialen Auffälligkeiten,
  • Kindertagesbetreuung- und Pflege sowie
  • in der Prävention

begründet.

Hilfe zur Pflege

Dem Aufwand von 6,6 Mio. € stehen hier nur 0,3 Mio. € Ertrag gegenüber. Der hohe Zuschussbedarf liegt hier begründet mit u.a. dem nicht mehr greifenden Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz und dem Anstieg der Hochbetagten und pflegebedürftigen Menschen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich bei all dem Pflegepersonal in unserem Landkreis für ihre hervorragende Arbeit und ihr Engagement ganz herzlich bedanken.

Bürgergeld / Kosten der Unterkunft

Der Aufwand in diesem Bereich, steigt und steigt immer weiter an. Seit dem Rechtskreiswechsel im Juni 2022 erhalten auch Ukrainische Kriegsflüchtlinge Leistungen nach dem SGB II, anstelle von Asylbewerberleistungen. Hinzu kommt der grundlegende Systemwechsel 2023 von Hartz IV hin zum Bürgergeld. Die Regelsätze des Bürgergeldes wurden 2023 und 2024 in Summe - um 23% erhöht, hinzu kommen steigende Miet-, Heiz- und Nebenkosten. Die Verwaltung geht von einem Aufwand in 2025 von 15,9 Mio. € aus. 11,8 Mio. € werden hier zwar vom Bund erstattet, aber die 4,2 Mio. € die bei uns hängen bleiben, dürfen nicht unterschätzt werden, sie machen alleine fast 2 Punkte Kreisumlage aus. Diese Veränderungen hatten und haben massive Folgen für unseren Kreishaushalt. Der Bund ist weiterhin leider nicht bereit, seine Erstattung zu überdenken. Der Anteil derer, die Hilfe in Anspruch nehmen, steigt weiter an. Und damit natürlich auch die Kosten, die die kommunale Familie zu tragen hat. Wir müssen auf die entstehenden Probleme aufmerksam machen. Die Politik darf keine weiteren Versprechungen geben, welche einfach nicht einzuhalten möglich ist, weil sie schlichtweg nicht bezahlbar sind. Was ist in unserem Sozialstaat noch möglich? Und was ist nicht mehr möglich? Das müssen wir ganz klar benennen, auch wenn es weh tut. Da sollten wir auch mal nein sagen dürfen. Die Menschen werden es verstehen, wenn wir unser Nein erklären und nicht einfach weitere Begehrlichkeiten wecken. Berlin hat hier Entscheidungen getroffen, die uns als kommunale Familie die Luft zum Atmen nimmt. Dieses Bürgergeld stößt in der Bevölkerung auf sehr viel Unverständnis. Aktuell sind im Main-Tauber-Kreis 2400 Bedarfsgemeinschaften. Der Anteil der ukrainischen Flüchtlinge liegt hier im Moment leider noch überdurchschnittlich hoch. Wir müssen alles dafür tun, um arbeitswillige ukrainische Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen. Trotz dem sogenannten „Jobturbo“, scheint es zur Zeit weniger attraktiv zu sein, bei diesen hohen Bürgergeldleistungen einen Job anzunehmen. Dies - gilt nicht nur für die Flüchtlinge. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir sind für die Schwachen in unserer Gesellschaft da. Eines sollte aber ganz klar sein, diejenigen die arbeiten können - dürfen aus diesem Topf nichts bekommen.

Allgemein Flüchtlinge

Lassen Sie mich hier nur paar wenige Sätze dazu verlieren. Der finanzielle Aufwand der Kreise wird zwar erstattet, aber: Wir, die kommunale Familie, wir sind an der Grenze angelangt. Wir haben große Probleme mit der Unterbringung in den einzelnen Kommunen. Wir haben große Probleme bezüglich Koordinierung in unseren Kindergärten und Schulen. Wir können die Integration nicht mehr gewährleisten. Wir sehen zum Teil den sozialen Frieden in Gefahr. Lassen Sie mich aber auch ganz klar Stellung nehmen. Wir stehen weiterhin - zu unserer Pflicht - und sehen es auch als unsere Aufgabe und Auftrag, Menschen - die wirklich Schutz, und ich betone wirklich Schutz bedürfen, adäquat unterzubringen. Alle Landkreise in der Bundesrepublik Deutschland fordern gemeinsam: - Es muss dringend einen ehrlichen Kurswechsel in der Migrationspolitik geben - ! Die Missstände in der Migrationspolitik wie z.B. die hohen Sozialleistungen und vieles mehr, dürfen und müssen, endlich angegangen werden. Wir selbst haben diese falschen Anreize geschaffen. Wir müssen die Menschen schneller zum Arbeiten bringen, statt sie an die Sozialleistungen und das „Nichtstun“ zu gewöhnen.

Baumaßnahmen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie mich den Bereich des Teilhaushaltes 4 verlassen und kurz auf die Baumaßnahmen im Kreis eingehen. Stellvertretend hier

  1. Straßen- / Radwegebau und
  2. Schulsanierungen

Kommen wir zum Straßen- und Radwegebau; Der Sanierungsstau wurde die letzten Jahre kontinuierlich abgebaut und es wurde viel investiert. Was wir sehr begrüßen. Wir müssen aber ein wenig Wasser in den Wein leeren. Da die Straßen Lebensadern unsere Infrastruktur sind, bedauern wir sehr, dass das Deckenprogramm der Kreisstraßen von 1,8 Mio. € Plan 2024 auf 1,4 Mio. € für 2025 reduziert werden muss. Wir bitten hier die Straßenbaukommission, dieses Geld mit Augenmaß im gesamten Kreis gut zu begleiten. Auch der Radwegebau und die Radwegeplanung ist im Haushalt mit über rund 660.000,00 € vorgesehen. Hier ist unsere Bitte, Investitionen in Radwege nur zu tätigen, wenn die Frequentierungen auch wirklich gegeben sind.

Schulsanierungen

Mit der Generalsanierung des BSZ in Wertheim geht es weiter voran. Die Sanierungskosten von jetzt 46,5 Mio. € können nach derzeitigem Stand eingehalten werden. Diese Maßnahme ist das bisher kostenintensivste Bauprojekt in der Geschichte unseres Kreises. Der Umzug ist in der 2. Hälfte des nächsten Jahres vorgesehen. Bei der Schule und dem Schulkindergarten in Unterbalbach laufen die Sanierungsvorbereitungen im vollen Gange. Die Vergabe wird im 1. Quartal 2025 erfolgen.

Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf insg. 14 Mio. € und sind im Haushalt eingestellt. Auch für die Generalsanierung der beruflichen Schule in TBB laufen die Vorbereitungen. Hier sind im Haushalt Planungsmittel in Höhe von 130.000,00 € eingestellt.
Diese Schulsanierungen sind für uns keine infrage zu stellenden Ausgaben, sie sind Investitionen in die Bildung, sie sind Investitionen für unsere Zukunft. Herzlichen Dank an die Landkreisverwaltung für diese klugen, strukturierten und zielorientierten nachhaltigen Investitionen.

ÖPNV

Wir haben uns eine Vorreiterrolle in BW erarbeitet. Es wird leider aber immer schwieriger, den „Status Quo“ zu halten. Steigende Aufwendungen, vor allem steigende Lohn- und Sachkosten bei den Fuhrunternehmen sowie bei der Schülerbeförderung und höhere Kraftstoffkosten treiben die Kosten nach oben. Dem Aufwand von 13,3 Mio. € stehen hier 8,8 Mio. € Ertrag gegenüber. Der Zuschussbedarf des Kreises erhöht sich gegenüber 2024 um über 1 Mio. €. Allein die Brutto-Kosten beim Ruftaxi - eine Freiwilligkeitsleistung - werden auf 1,4 Mio. € ansteigen. Der Landkreiszuschuss wird hier durch kluges handeln der Landkreisverwaltung auf 900.000,00 € eingefroren. Durch Fahrgeldeinnahmen, sowie durch Zuschüsse vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar und des Landkreises Würzburg kann hoffentlich der aktuelle Standard gehalten werden. Sollten Zuschüsse von Bund oder Land reduziert werden, bzw. steigen die Defizite weiter an, müssen wir uns hier vor Ort auch

  • über Kürzungen der Fahrpläne oder aber
  • über eine Diskussion bezüglich Fahrpreiserhöhungen

mit den Partnern im Verbund unterhalten. Das Defizit im öffentlichen Nahverkehr macht weitere 2 Kreisumlagepunkte aus.

Thema Deutschlandticket - Nur einen Satz. Da der Fahrpreis für das Deutschlandticket leider auch vorgegeben ist, sind uns hier die Hände gebunden. Der Bund sollte sich mal über die 3 Milliarden € Kosten Gedanken machen. Wären diese Gelder, aufgeteilt - auf alle Kreise in der Bundesrepublik Deutschland für ihre OPNV´s als Zuschuss, nicht viel besser angelegt?

Personalkosten

Das Personal in der Landkreisverwaltung leistet hervorragende Arbeit. Durch die immer mehr werdenden Bürokratie und immer aufwendigeren Arbeitszuwächse bzw. -Abläufe, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass die Ämter in Summe über 40 Stellen angemeldet haben. Trotz diesen enormen Bedarf, sieht die Landkreisverwaltung keine zusätzliche Stellen im Haushalt 2025 vor. Wir begrüßen diese „Stelleneinfrierung“, bitten aber darum, dass das Personal nicht überfordert wird. Die Steigerungen der Personalkosten im Planansatz 2025 gegenüber 2024 um 4,3 Mio. €, resultieren allein durch die erwarteten tariflichen Steigerungen und die Besoldungserhöhungen. Da fällt mir gerade ein, dass das unnötige Landesmobilitätsgesetz; hier speziell die Einstellung von Radverkehrskoordinatoren vom Landkreistag keine „Priorisierung“ erfährt, können wir für gut heißen. 

Gesamtergebnishaushalt

Nachdem wir 2023 das erste Mal in der Kreisgeschichte mit einem Negativergebnis abgeschlossen haben. Und wir in 2024 ebenfalls mit einem Negativergebnis rechnen müssen, muss 2025 leider wieder mit einem Defizit von 6,9 Mio. € gerechnet werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir leben von unsere Substanz.

Der Haushaltsentwurf Insgesamt

Wir müssen ehrlich zu uns sein, der Haushaltsentwurf birgt einige Risiken: Unter anderem wurde bei der Grunderwerbssteuer sehr optimistisch gerechnet. Aber das größte Risiko verbirgt sich bei den Ansätzen im Sozialletat. Wir wissen noch nicht, was in 2025 und den Folgejahren alles passieren wird; Ukraine, Syrien, Flüchtlingsstrom, auf dem Wirtschafts- und Energiesektor u.v.m. Wir bitten die neue Bundesregierung ab Frühjahr 2025 – egal welche Farbkonstellation es geben wird - die gescheiterte

  • Sozial-
  • Migrations-
  • Energie- und vor allem die
  • Wirtschaftspolitik

wieder in den Griff zu bekommen. Allein die sinkende Schlüsselzuweisung zeigt doch ganz offen, dass die deutsche Wirtschaft schwächelt. - Wir befinden uns mitten in der Rezession.- So viele Insolvenzen oder Produktionsverlagerungen ins Ausland wie zur Zeit, hatten wir noch nie. Und liebe Kolleginnen und Kollegen, dass ¾ der Kreise ihren Haushalt nicht ausgleichen können, muss uns doch allen zu denken geben. Trotz all diesen Umständen, erscheint uns, dass der Kreishaushalt seriös und belastbar aufgestellt ist.

Kreisumlage und Schuldensituation

Eine Erhöhung der Kreisumlage war uns bewusst, sie ist unumgänglich. In der Mittelfristigen Finanzplanung waren für 2025 33,5 Punkte vorgesehen. Aber allein der enorme Zuschussbedarf u.a. im Sozialetat und den tarifvertraglichen Personalkostensteigerungen führt zu erheblichen Mehraufwendungen im Vergleich zum Vorjahr. Den Vorschlag der Verwaltung, die Kreisumlage um 3 Punkte von 31 Punkten auf 34 Punkte zu erhöhen, können wir alle nachvollziehen, die CDU Kreistagsfraktion wird dies auch so mittragen. Die weiteren Erhöhungen in der mittelfristigen Finanzplanung 2026 auf 36,75 / 2027 auf 37,25 und 2028 auf 38,5 Punkten - dieses Satz hatten wir zuletzt 2005, lassen wir einfach mal so stehen. Lassen Sie uns hier Jahr für Jahr neu entscheiden. Denn wir sollten hierbei auch bedenken, die 38,5 Punkte von damals, hatten eine ganz andere Aussage bzw. Grundlage als heute. 

Auswirkungen auf die Kommunen

Die in der Finanzplanung vorgesehenen Umlagen werden die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen enorm gefährden. Manch eine Kommune wird ihre Pflichtaufgaben in Zukunft nicht mehr ohne massive Steuererhöhungen erledigen können. Zumal zur Kreisumlage in Baden-Württemberg ja noch eine FAG Umlage an das Land mit 22,10 Punkten zu leisten ist. Im Finanzplanjahr 2027 und 2028 werden damit fast bzw. über 60% der Umlagekraft der Kommunen von Bund, Land und Kreis abgeschöpft. Diese hohen Umlagen schränken unsere Kommunen und dadurch auch der Wohlfühlfaktor unserer Bürger, in ihren Entwicklungen sehr stark ein. Die Kommunen werden sich überlegen müssen, wann und wie sie z.B. mit ihren Gemeindeverbindungsstraßen umgehen werden. Hier werden die nächsten Jahre zig Mio.€ notwendig sein. Die ein oder andere Kommune wird sich leider auch überlegen müssen, wie sie bei Themen u.a.

  • barrierefreie Bushaltestellen,
  • Hitzeplanungen
  • Klimaschutzmanager, Klimaneutralitätsmanager,
  • Biotopverbundplanungen,
  • Vereinsförderungen u.v.m.

auf die Bremse drücken bzw. einsparen können, um ihre Haushalte einigermaßen hinzubekommen.

Kreishaushalt - Schulden

Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, das der Schuldenstand 2025 voraussichtlich auf 46 Mio.€ ansteigen wird. Für die Jahre 2026, 2027 und 2028 sieht es nicht besser aus, 2028 müssen wir mit einem Schuldenstand von 65 Mio.€ rechnen. Es werden durchweg negative Ergebnisse prognostiziert. Die ordentliche Ergebnisrücklage reicht jedoch schon 2025 nicht mehr aus, um den Fehlbetrag zu decken. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Verlustvorträge notwendig. Im Haushaltsjahr 2028 muss erstmalig eine Verrechnung mit dem Basiskapital erfolgen. Um Konsolidierungsmöglichkeiten für die nächsten Jahre zu beleuchten, regt die CDU Fraktion für das Frühjahr 2025 eine Haushaltsklausur an. Frühjahr - deshalb, da im Herbst ja schon viele Haushaltsblöcke eingeschlagen sind und zum Teil keine große Änderungen mehr möglich wären. Wir sind in einer Zeit angelangt, in der wir auch über schmerzhafte Einschnitte reden müssen und „liebgewonnes“ leider nicht mehr möglich sein wird. Ich bin aber überzeugt, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn wir alle bereit dazu sind, zusammenzustehen und dies auch wirklich wollen, dann werden wir für die schwierigen Themen auch Lösungen finden. Manfred Rommel sagte einmal: 

„Finanzpolitik ist der hartnäckig unternommene Versuch, aus einer Ein-Liter-Flasche zwei Liter auszuschenken.“ Lasst uns die nächsten Jahre gemeinsam versuchen, diese zwei Liter zu reduzieren.

  

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Dezernentinnen und Dezernenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die CDU Fraktion bedankt sich ganz herzlich für Ihre Arbeit und Ihr Engagement zum Wohle unserer Bürger im Kreis. Auch ein „Vergelt´s Gott“ für die hervorragende Zusammenarbeit mit der gesamten Verwaltung. Die CDU Fraktion stimmt diesem Haushalt zu! Bei Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen im Kreistag, darf ich mich im Namen der CDU Fraktion ebenfalls für die gute Zusammenarbeit zum Wohle unserer Bürger bedanken. Auch wenn wir mal nicht derselben Meinung sind bzw. waren, unter Demokraten und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen darf man auch mal unterschiedlicher Meinung sein. Liebe Landkreisverwaltung, liebe Damen und Herren Kreisräte, die CDU Fraktion wünscht Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben.

Für das neue Jahr 2025 wünschen wir Ihnen alles Liebe und Gute, viel Erfolg und Zufriedenheit, vor allem aber Gesundheit und Gottes Segen.

Herzlichen Dank.

  

Joachim Döffinger
für die CDU-Fraktion

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