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Die Baustelle im Wald - Fragen zur Waldbewirtschaftung

Warum wird der Wald bewirtschaftet?

Wälder liefern den von uns allen benötigten Rohstoff Holz, und zwar regional und nachhaltig. Die Verwendung in Möbeln oder Häusern gewährleistet die langfristige CO2-Bindung. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Der weit überwiegende Teil der Wälder wird bewirtschaftet, um die Ansprüche der Gesellschaft und der Wirtschaft gezielt zu erfüllen. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung erhöht die Leistungsfähigkeit des Waldes und fördert seine biologische Vielfalt, Vitalität und Stabilität. Aber auch die ökologischen Schutzfunktionen und der Erholungswert des Waldes werden durch qualifizierte Forstwirtschaft positiv beeinflusst und gefördert. Der so genannte Waldumbau von labilen Reinbeständen in stabile Mischwälder lässt sich außerdem durch eine aktive Forstwirtschaft deutlich beschleunigen.

Aber nicht jeder Wald wird aktiv bewirtschaftet. So gibt es Schutzgebiete, in denen die Waldflächen einer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Dies dient außer den ökologischen Aspekten unter anderem auch der langfristigen Beobachtung dieser Prozesse unter wissenschaftlicher Begleitung.

Warum werden Bäume gefällt?

Bäume werden aus verschiedenen Gründen gefällt. Meistens sollen damit gezielt einzelne ausgewählte Bäume gefördert werden. So können sich ihre Kronen optimal entwickeln und das verbessert dann die Stabilität des gesamten Waldes.

Es kann auch notwendig sein, Bäume zu fällen, die von Schädlingen oder Krankheiten befallen sind. Damit soll deren Ausbreitung eingedämmt werden. Droht ein Baum auf ein benachbartes Grundstück oder eine Straße zu fallen, muss dieser ebenfalls gefällt werden. Dann spricht man von Verkehrssicherung.

Das bei den Fällarbeiten anfallende Holz wird entastet, in Stücke geschnitten und sortiert. Danach wird es im Sägewerk oder in einer Fabrik verarbeitet – zu Möbeln, zu Konstruktionsholz für Bauzwecke, zu Platten oder zu Papier und Zellstoff. Im Übrigen wird nur so viel Holz geerntet wie nachwächst. Dazu wird alle zehn Jahre eine Waldinventur durchgeführt. Holz ist also ein nachhaltig erzeugtes Naturprodukt.

Warum sieht der Wald so „unordentlich“ aus?

Wir sind seit vielen Jahren bemüht, den Totholzanteil in den Wäldern zu erhöhen. Hierzu werden bei jeder Pflegemaßnahme Teile des anfallenden Holzes im Wald belassen. Der positive Nebeneffekt dabei ist die Verbesserung der Böden, denn diese werden durch die Verwitterung des Restholzes mit Nährstoffen und Humus angereichert. Damit geht auch eine Erhöhung der Artenvielfalt in unseren Wäldern einher. Durch Totholz wird die Ansiedlung von Pilzen und Mikroorganismen bis hin zu Lebensräumen von verschiedensten Tier- und Insektenarten gefördert.

Warum werden im Wald Maschinen eingesetzt?

Die gefährliche, beschwerliche und schadensträchtige Arbeit im Wald kann auf Maschinen verlagert werden. Die Fällarbeit mit Holzerntemaschinen ist sicher, pfleglich und bodenschonend.

Die Holzerntemaschine („Harvester“) besteht aus einem geländegängigem Fahrwerk, auf dem ein langer, sehr beweglicher Kran montiert ist. Am Ende des Krans ist ein spezielles Aggregat angebracht, mit dem Bäume gehalten, gefällt, entastet, vermessen und in Stammabschnitte eingeschnitten werden können.

Die sehr gefährliche Fällarbeit erfolgt mit einem langen Kranausleger: ausbrechende Kronenteile beim Zufallbringen haben so ihren Schrecken verloren. Außerdem entstehen durch das gerichtete Zufallbringen kaum noch Schäden an den verbleibenden Bäumen.

Holzerntemaschinen verfügen über ein geländegängiges Fahrwerk mit mehreren und beweglichen Achsen und breiten und großen Rädern. Diese Maschinen dürfen ausschließlich auf dauerhaft markierten Schneisen, den so genannten Rückegassen fahren. Der Waldboden zwischen den Rückegassen wird so konsequent vor Befahrung und Bodenverdichtung geschützt.

Holzerntemaschinen haben Vorteile bei einfachen, homogenen Verhältnissen. Die Forstwirte können ihre Fähigkeiten dagegen besser bei komplexen Bedingungen anwenden, zum Beispiel bei schwierigen Gelände- oder Bestandesverhältnissen oder bei starken Bäumen oder auch im Zusammenwirken mit Holzerntemaschinen.

Nach der Fällung werden die Stammabschnitte von einem Rückezug (Zugmaschine mit Kranausleger und Rungenkorb) an einen Waldweg transportiert und dort aufgestapelt. Die Holzstapel (Polter) werden dann mit einem Lkw in die Holz verarbeitenden Betriebe gefahren.

Warum sind Waldwege manchmal verschlammt?

Wegeschäden entstehen vor allem bei feuchter Witterung, wenn der Boden aufgeweicht ist. Beim Holzrücken setzt sich nämlich Bodenmaterial aus den Rückegassen in die Reifenprofile. Dadurch werden zwar Fahrspuren auf den Rückegassen im Wald vermieden, das Bodenmaterial im Reifenprofil fällt beim schnelleren Fahren aber auf dem befestigten Waldweg heraus. Es ist paradox: Die Waldfläche wird geschont, aber der Weg wird verschmutzt. Das ist sehr unangenehm für Spaziergänger. Wir bitten um Ihr Verständnis. Bei starker Verschmutzung werden die Wege sofort nach dem Holzrücken abgezogen.

Grundsätzlich werden die Wege nach Abschluss einer Holzerntemaßnahme und der Abfuhr des Holzes wieder instandgesetzt. Danach ist wieder für ein paar Jahre Ruhe. Im Übrigen werden die Wege während den Holzerntearbeiten zu Ihrer Sicherheit gesperrt.

Warum können Borkenkäfer gefährlich werden?

Borkenkäfer sind insbesondere für Nadelbäume, darunter Fichte, Kiefer und Lärche, sehr gefährlich. Sie entwickeln sich zwischen der Rinde und dem Holz der Bäume. Durch den Fraß wird der Saftfluss des Baumes unterbrochen, wodurch der Baum abstirbt. Dies gelingt den Borkenkäfern in der Regel nur bei bereits geschwächten Bäumen. Hohe Temperaturen und geringe Niederschläge schwächen die Bäume. Das kann eine Massenvermehrung hervorrufen und sogar zu großflächigem Absterben von Wäldern führen.

Dies ist mit der prognostizierten Klimaentwicklung in häufigerem und größerem Maß zu erwarten. Die beste Vorsorgemaßnahme ist es, erfolgreiche Bruten zu verhindern: Wichtig ist es, befallene Bäume rechtzeitig zu erkennen, diese rasch zu fällen und aus dem Wald abzutransportieren.

Was bedeuten die Markierungen im Wald und an den Bäumen?

Die meisten Markierungen dienen der Bewirtschaftung, Waldeinteilung und Orientierung. Sie erleichtern die Einweisung von Waldarbeitern, Firmen oder Jägern. Die zu fällenden Stämme sind in der Regel durch rote Schrägstriche markiert, wogegen zum Beispiel die Rückegassen, das sind baumfreie Schneisen für den Abtransport des Holzes, mit Querstrichen markiert sind. An den Holzstapeln werden Informationen für die Käufer zur Menge und Art des Holzes angebracht.

Die Wälder sind in bestimmte, häufig rechteckige Bereiche eingeteilt, die durchnummeriert sind (so genannte Abteilungen). Sie werden durch Wege oder baumfreie Schneisen abgegrenzt und sind an den Ecken mit Schildern und entsprechenden Nummern markiert.

Warum bleibt das Holz so lange liegen?

Wenn ein Baum gefällt, entastet und eingeschnitten wird, fallen nicht nur hochwertiges Stammholz, sondern auch Stammteile an, die nicht im Sägewerk verarbeitet werden können. Diese Stammteile können als Brennholz oder zur stofflichen Verwertung genutzt werden. Dabei wird das Holz mechanisch oder chemisch in seine kleinsten Bestandteile zerlegt, um beispielsweise Papier, Zellstoff, Spanplatten oder sonstige Rohstoffe herzustellen. Der Pilzbefall spielt für diese Art der Verarbeitung keine große Rolle.

Die Holzverarbeiter sparen sich Lagerflächen am Werk und sie fahren das Holz erst dann ab, wenn es in der Produktion verarbeitet werden kann. Sie müssen das ganze Jahr über gleichmäßig produzieren und sind gezwungen, ein so genanntes „Sommerlager“ anzulegen, weil der weitaus größte Teil des Holzes im Winter eingeschlagen wird. Je nach der Versorgungslage des Holzverarbeiters kann es daher vorkommen, dass Holz sehr lange im Wald lagert. Es kann allerding nicht vergessen werden, da moderne Datenbanken jeden einzelnen Holzstapel mit GPS-Koordinaten erfasst haben.

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