Der Wald im Main-Tauber-Kreis - Zahlen und Fakten
Wem gehört der Wald im Main-Tauber-Kreis?
Der Main-Tauber-Kreis ist flächenmäßig der sechstgrößte Kreis in Baden-Württemberg und weist gleichzeitig die geringste Bevölkerungsdichte auf. 29,6 Prozent der Kreisfläche ist bewaldet (rund 38.800 Hektar). Der Waldanteil des Landes Baden-Württemberg beträgt 37,8 Prozent. 15.800 Hektar Gemeindewald werden vom Forstamt betreut: Acht Gemeinden besitzen Wald mit einer Fläche zwischen 1000 und 2000 Hektar, zehn Gemeinden zwischen 100 und 900 Hektar. Dazu kommen zwei mittelgroße Kirchenwälder mit zusammen 200 Hektar.
Der Privatwald umfasst etwa 17.000 ha, davon 3000 Hektar Großprivatwald mit eigenem Förster, 300 Hektar mittlerer Privatwald unter vertraglicher Betreuung durch das Forstamt und 13.700 Hektar kleinparzellierter Privatwald, dem das Forstamt auf Anfrage jederzeit zur Seite steht (so genannte „fallweise Betreuung“).
Der Staatswald (5700 Hektar) wird von zwei ForstBW-Betriebsteilen betreut. Der Bund betreut außerdem circa 300 Hektar Wald auf militärischen Liegenschaften.
Die Wälder liegen mit einer großen standörtlichen und waldbaulichen Vielfalt in der weitläufigen Landschaft entlang von Main und Tauber sowie deren Seitentälern. Sie sind überwiegend laubbaumgeprägt und bestehen häufig aus kleinen Waldflächen. Sie erstrecken sich über verschiedenste geologische Ausgangsvoraussetzungen. Die Bandbreite reicht vom Buntsandstein im Norden über wellige Muschelkalklandschaften in der Mitte bis zu den Lettenkeuperhochflächen im Süden des Landkreises.
Die Wälder sind im baden-württembergischen Vergleich von außerordentlicher Vielfalt und Baumartenreichtum. Wenn Sie einen Eindruck haben möchten, verfolgen Sie doch unsere Serie “Bemerkenswerte Bäume im Main-Tauber-Kreis".
Welche Bäume wachsen in den Wäldern der Gemeinden im Main-Tauber-Kreis?
Die Wälder im Eigentum der Gemeinden werden alle zehn Jahre im Stichprobenverfahren gemessen. Diese Messungen liefern genaue Angaben, so dass die möglichen Nutzungen in Bezug auf den Zuwachs genau eingeschätzt werden können. Die Einhaltung des „forstlichen Grundgesetzes“ der Nachhaltigkeit kann so genau überwacht werden.
Fast alle Waldbestände bestehen aus Mischungen verschiedener Baumarten. Jeder einzelne Waldbestand ist einzigartig und unterscheidet sich von anderen. Wenn man diese unterschiedlichen Bestände grob in Kategorien einsortiert, ergibt sich folgende Verteilung:
- Eichenmischwälder 28 Prozent
- Kiefernmischwälder 23 Prozent
- Buchenmischwälder 19 Prozent
- Douglasienmischwälder 13 Prozent
- Buntlaubbaummischungen 10 Prozent
- Fichtenmischwälder 7 Prozent
- Tannenmischwälder 1 Prozent
Die Waldbestände bestehen im gesamten aus 65 Prozent Laubbäumen und 35 Prozent Nadelbäumen. Im landesweiten Vergleich sticht der sehr geringe Anteil an Fichten-Mischwäldern und der sehr hohe Anteil an Eichen-Mischwäldern hervor. Die Wälder im Main-Tauber-Kreis sind gut für die Belastungen der Klimaänderungen gerüstet.
Der durchschnittliche Holzvorrat auf einem Hektar (1 ha = 10.000 qm) Waldfläche beträgt 304 Kubikmeter. Der Zuwachs je Hektar beträgt 6,9 Kubikmeter im Jahr und die geplante Nutzung je Hektar (der so genannte Hiebsatz) 5,4 Kubikmeter im Jahr. Es soll also weniger Holz eingeschlagen werden als zuwächst. Der Holzvorrat wird also ansteigen.