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Bäcker (m/w/d)

Mit Mehl, Herz und Hand

Mein vierter Tag als Job-Checkerin startet in der großen Backstube der Bäckerei Weber in Königshofen. Schon beim Betreten der Hallen war ich beeindruckt, wie viele Bäckerinnen und Bäcker, Konditorinnen und Konditoren und Mitarbeitende hier zusammen schon früh morgens dafür sorgen, dass täglich frische Brötchen, Brot, süße Stückchen und Kuchen auf unseren Tischen landen. Auch der Duft nach frisch Gebackenen hat mich direkt zu Beginn begrüßt.

Viele Menschen denken bei Backstuben sofort an Arbeit mitten in der Nacht und es gibt tatsächlich immer noch sehr frühe Schichten, aber die Branche hat sich stark verändert. Heutzutage sind die Arbeitszeiten in Schichten geregelt und nur noch wenige beginnen abwechselnd nachts oder frühmorgens. Die Arbeitszeiten sind dadurch deutlich flexibler geworden und lassen sich viel einfacher mit dem Privatleben vereinbaren.

Ein großer Teil des Alltags findet hier zusammen mit Maschinen statt, die die Bäckerinnen und Bäcker überwachen und steuern. Technisches Verständnis ist also von großer Bedeutung. Die Brötchen werden hier nicht einfach so fertig geliefert, sondern aus den einzelnen Rohstoffen komplett selbst hergestellt. Mehl, Hefe, Wasser und viele andere Zutaten werden genau abgemessen, zu einem Teig verarbeitet und anschließend geformt, bis sie letztendlich in die großen Backöfen geschoben werden können. Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich sich Teige je nach Temperatur, Feuchtigkeit und Ruhezeiten verhalten können. Man braucht hier also ein richtig gutes Gefühl für Lebensmittel und ein gewisses Verständnis für Chemie und Biochemie.

Auch wenn Maschinen heutzutage viele Aufgaben erleichtern, bleibt es ein handwerklicher Beruf, was ich auch in der Konditorei beobachten konnte. Hier entstehen unter anderem Kuchen und Torten und hier ist vor allem Fingerspitzengefühl gefragt. Ich durfte sogar meinen eigenen Kuchen fertigstellen und in den Backofen schieben, das hat großen Spaß gemacht und mir gezeigt, dass sauberes und verantwortungsvolles Arbeiten in der Backstube an erster Stelle steht. Eine Besonderheit der Konditorei ist, dass man von Anfang bis Ende der Zubereitung dabei ist. Vom Zusammenmischen der Zutaten, bis hin zum kreativen Verzieren gehört alles zu den alltäglichen und abwechslungsreichen Aufgaben.

Nicht zu unterschätzen ist auch der körperliche Anspruch, den der handwerkliche Beruf abverlangt. Bäckerinnen, Bäcker, Konditorinnen und Konditoren arbeiten mit wirklich viel Einsatz und das nicht nur technisch und handwerklich, sondern auch körperlich, kreativ und mit viel Fachwissen.

Die Ausbildung zur Bäckerin / zum Bäcker oder zur Konditorin / zum Konditor dauert drei Jahre und ist unglaublich spannend. Neben dem praktischen Alltag in der Backstube gehört auch die Theorie dazu, wie beispielsweise Lebensmittelkunde, Chemie oder Hygiene. Wer möchte, kann sich später spezialisieren, zum Beispiel als Meisterin oder Meister und sogar in der Lebensmitteltechnik.

In der Ausbildung sowie im späteren Beruf arbeitet man heutzutage in hellen und ergonomischen Arbeitsplätzen und kann von flexiblen Arbeitszeiten profitieren. Außerdem gibt es viele Aufstiegsmöglichkeiten sowohl im Betrieb als auch in der ganzen Lebensmittelbranche.

Für mich war der Tag in der Backstube ein echtes Erlebnis. Ich konnte sehen, wie modernste Technik mit traditionellem Handwerk einhergeht und die Qualität der Produkte immer an erster Stelle steht. Vor allem habe ich aber gemerkt, wie viel Handwerk hinter jedem einzelnen Brötchen und Stück Kuchen steckt, das wir später genießen können.

Bäckerinnen, Bäcker, Konditorinnen und Konditoren sind Teil einer wichtigen Berufsgruppe. Sie kümmern sich nicht nur darum, dass wir täglich Grundnahrungsmittel wie Brötchen und Brot zur Verfügung haben, sondern versüßen uns auch oft den Tag mit leckeren Kuchen und Törtchen. Zwei Berufe mit Zukunft, Vielfalt, Handwerk und Herz.

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