Bundesweiter Warntag am 11. September - Weitere Warnmittel werden getestet
Der bundesweite Warntag für die Bevölkerung findet am Donnerstag, 11. September, statt. Um genau 11 Uhr werden zeitgleich in Landkreisen und Kommunen aller Bundesländer Probealarme mit Warnmitteln wie Sirenen, Warn-Apps, Nachrichten auf Smartphones (Cell-Broadcast) und digitalen Stadtinformationsanlagen ausgelöst.
Das Ziel des Warntags ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für unterschiedliche Warnmöglichkeiten und deren Bedeutung. Der Tag ist also ein reiner Informations- und Sensibilisierungstag. Den bundesweiten Warntag gibt es seit 2020 jährlich. Dadurch sollen die Akzeptanz für und das Wissen über die verschiedenen Warnformen in Notlagen erhöht werden. Zudem soll die Selbstschutzfertigkeit der Bürger im Ernstfall verstärkt werden. Im Ernstfall kann beispielsweise vor Krankheitserregern, Naturgefahren, gefährlichen Wetterlagen, Angriffen, Stromausfall oder Feuer gewarnt werden.
„Die Warnung der Bevölkerung ist ein wichtiger Eckpfeiler, um die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Krisen aller Art zu steigern. Die Gefahrenlagen sind vielfältig und daher ist es wichtig, die verschiedenen Warnkanäle regelmäßig in den Fokus zu rücken“, erklärt Erster Landesbeamter Florian Busch.
Der bundesweite Warntag verfolgt zwei Hauptziele: zum einen die technische Warninfrastruktur einer Belastungsprobe zu unterziehen und zum anderen der Bevölkerung Informationen zum Thema Warnung und zu den verschiedenen Wegen zu vermitteln, über die die Behörden Warnungen versenden.
„Eine Warnung vor Gefahren hilft, Menschen zu schützen. Sie bietet wichtige Informationen und erste Empfehlungen, wie Betroffene bei einem plötzlich eintretenden Ereignis bestmöglich reagieren können“, sagt Andreas Geyer, Kreisbrandmeister des Main-Tauber-Kreises.
Die Abläufe im Fall einer Warnung sollen auf Basis der technischen Warninfrastruktur in Deutschland und mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren durchgespielt werden. Deshalb wird der Prozess von der Auslösung einer Warnmeldung bis hin zu ihrem Empfang auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger probeweise durchlaufen und somit werden auch die Warnmittel selbst überprüft.
Auf diese Weise können mögliche auftretende Herausforderungen oder Probleme von den jeweiligen Betreiberinnen und Betreibern der Warnsysteme und von den für die Warnmittel Verantwortlichen identifiziert und im Nachgang behoben werden. „Zweck der Probe ist ausdrücklich, Schwachstellen im Warnsystem zu finden, um diese anschließend zu beseitigen und das System für den Ernstfall stabiler und effektiver zu machen“, stellt Kreisbrandmeister Geyer fest.
Regionale Unterschiede bei den Warnmitteln
Die in den Gemeinden vorhandenen Sirenen im Main-Tauber-Kreis werden an diesem Tag nicht aktiviert. Sie sind technisch nicht für eine Warnung der Bevölkerung ausgelegt und dienen ausschließlich der Alarmierung der Feuerwehr. Ausnahmen bilden hier die Sirenen der Stadt Grünsfeld. Die Stadt Grünsfeld kam als bisher einzige Kommune im Landkreis in den Genuss von Fördermitteln aus dem Sirenenförderprogramm zur Ertüchtigung des Sirenennetzes zur Warnung der Bevölkerung.
Zum Einsatz kommen daher Warnmeldungen über Radio und Fernsehen, die sozialen Medien, Stadtanzeigetafeln und Warn-Apps. Erneut wird auch der Warnkanal „Cell Broadcast“ erprobt. Hierbei handelt es sich um eine Meldung, die direkt auf das Handy geschickt wird. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr sowie die Bundesnetzagentur arbeiten für diesen Warnkanal eng mit den Mobilfunkanbietern in Deutschland zusammen. Ziel des Kanals ist es, Bürger im Ernstfall ohne zusätzliche Apps und unabhängig vom mobilen Datennetz informieren zu können.
Gegen 11.45 Uhr erfolgt eine Entwarnung über die Warnmittel und Endgeräte, über welche zuvor die Warnung versendet wurde. Über Cell Broadcast wird derzeit noch keine Entwarnung versendet. Die Möglichkeit, auch über diesen Warnkanal zu entwarnen, wird derzeit unter anderem von den Mobilfunknetzbetreibern geprüft.
Weitere Informationen für die Bevölkerung finden sich auf der Website www.warnung-der-bevoelkerung.de.