Informationen zum Hausnotruf
Notrufsysteme
Wenn alleinstehende ältere Menschen stürzen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden, können Notrufsysteme lebensrettend sein. Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, den Betroffenen und ihren Angehörigen Sicherheit für einen Notfall zu bieten:
Standard-Hausnotruf
Mit einem Anbieter wird ein monatliches Service-Paket abgeschlossen, bei dem je nach Tarif verschiedene Leistungen enthalten sind. Bei allen Paketen trägt der oder die Betroffene einen Notrufsender am Arm oder als Halskette. Wird der Notfallknopf gedrückt, kann bei einem Notfall über die Basisstation, die mit der Telefonleitung verbunden ist, eine Sprechverbindung zur Zentrale hergestellt werden. Ein geschulter Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale, die 24 Stunden täglich erreichbar ist, spricht mit dem Anrufer. Abhängig von der jeweiligen Situation entscheidet der Mitarbeiter der Notrufzentrale, welche Maßnahme eingeleitet wird. In unkritischen Situationen werden Angehörige oder Nachbarn verständigt, bei einem Notfall wird entweder ein ambulanter Pflegedienst oder der Rettungswagen vorbei geschickt. Ein Schlüssel für die Haustüre muss hinterlegt werden, sonst können Zusatzkosten für die Türöffnung entstehen.
Die monatlichen Kosten können bei Vorliegen eines Pflegegrads unter bestimmten Voraussetzungen von einer Pflegekasse bezuschusst werden.
Die Details der jeweiligen Service-Pakete können bei folgenden Anbietern oder über die jeweils kooperierenden Pflegedienste erfragt und gebucht werden:
Adressen ambulanter Pflegedienste
Notrufuhren
Beim Standard-Hausnotruf ist die Reichweite des Gerätes beschränkt. Dies kann in weitläufigen Gebäuden oder bei einem Aufenthalt im Garten oder außerhalb des Hauses zum Problem werden. Um Sicherheit in größerer Reichweite zu gewährleisten, wurden sogenannte Notrufuhren entwickelt. Die Uhren sind mit einer SIM-Karte bestückt und ermöglichen einen Notrufkontakt zu einer eingespeicherten Person oder einer Notrufzentrale. Je nach Modell und Vertrag werden Angehörige oder Notfallhelfer bei einem Sturz automatisch benachrichtigt. Es ist auch möglich eine Notrufuhr zu erwerben und eigene Notrufkontakte einzuspeichern, so entfällt der monatliche Vertrag. Ein paar wenige der Notrufuhren sind anerkannte Hilfsmittel der Pflegekassen und die monatlichen Kosten werden bei Vorliegen eines Pflegegrades teilweise von den Pflegekassen übernommen.
Unter dem Stichwort Notrufuhren finden sich viele Anbieter im Internet. Sie können sich aber auch gern beim Pflegestützpunkt informieren-
Systeme, die nicht am Körper getragen werden müssen
Für manche Menschen ist das Tragen eines Notrufsenders oder einer Notrufuhr unangenehm. Andere vergessen häufiger, sie anzulegen. Damit Angehörige im Notfall trotzdem informiert werden, gibt es Systeme, die ohne Notrufsender auskommen. Ein „intelligenter“ Hausnotruf besteht aus einem Gerät, das beispielsweise im Wohnzimmer aufgestellt wird. Das Gerät ist mit Sensoren ausgestattet und kann Veränderungen im Raum wahrnehmen, ohne Daten aufzuzeichnen oder auszuwerten. Wenn das Gerät längere Zeit keine Aktivitäten erkennt, obwohl jemand zu Hause ist, werden die Angehörigen oder Bezugspersonen auf dem Handy oder einem Empfängergerät benachrichtigt. Die Geräte lernen, welche Bewegungsgewohnheiten die alleinstehenden Menschen haben, und senden bei Änderungen eine Nachricht an die entsprechenden Vertrauenspersonen.