Erfolgreiches "Tasting" im Kloster Bronnbach: Wenn der Rechtsanwalt zum Whiskyglas greift
Dass ein Rechtsanwalt nicht nur mit Paragrafen, sondern auch mit Gerste, Dinkel und Roggen bestens umgehen kann, bewies Jochen Hörner aus Wertheim-Dertingen in der Vinothek des Klosters Bronnbach. Unter dem Motto „Gentlemen Whisky Tasting“ hatte der Jurist und leidenschaftliche Hobbybrenner zu einer besonderen Genussreise eingeladen.
Obwohl der Abend als „Gentlemen Whisky Tasting“ angekündigt worden war, fanden sich erfreulicherweise auch Damen unter den Gästen. Dies fand auch in eigens für diesen Abend verfassten Versen des bekannten Oberpfälzer Kabarettisten und Dichters Norbert Neugirg seinen Niederschlag.
Whisky, Klostermauern und ein Rechtsanwalt
Schon die Kombination versprach einen ungewöhnlichen Abend: Ein traditionsreiches ehemaliges Zisterzienserkloster, eine Vinothek, in der gewöhnlich der Wein im Mittelpunkt steht, und ein Rechtsanwalt, der sich mit Leidenschaft der Herstellung von Whisky verschrieben hat.
Vom Obstbrenner zum Whiskymacher
Jochen Hörner ist in der Region vor allem als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht bekannt. Doch seit vielen Jahren widmet er sich in seiner Freizeit einer anderen Leidenschaft: der Herstellung hochwertiger Destillate und seit 2018 der Herstellung von Getreidebränden und Whisky. Dabei setzt er auf handwerkliche Produktion, unterschiedliche Getreidesorten und die natürliche Reifung in Holzfässern.
Mit einem Vergleich zwischen seinen beiden Tätigkeitsfeldern sorgte Hörner für Heiterkeit: Während man bei einem Gerichtsverfahren nie genau wisse, was am Ende herauskomme, könne man bei einem Whiskyfass wenigstens darauf hoffen, dass nach drei Jahren etwas Gutes entstanden sein wird.
Sechs Proben, sechs unterschiedliche Charaktere
Unter dem Motto „Vom Korn ins Glas“ führte Hörner seine Gäste durch die Welt des Whiskys. Dabei ging es nicht allein um das Verkosten, sondern auch um die Frage, wie unterschiedliche Getreidesorten, Holzarten und Lagerbedingungen den Geschmack beeinflussen.
Zum Anfang präsentierte Hörner einen sogenannten „White Dog“. Dabei handelt es sich um einen frisch destillierten, noch nicht im Holzfass gereiften Gerstenbrand. Anschließend kredenzte Hörner einen Gerstenwhisky aus dem Eichenfass. Malzige Noten, Vanille, Holz und eine angenehme Süße standen im Mittelpunkt. Anschließend folgte ein Dinkelwhisky, ebenfalls im Eichenfass gereift, der sich durch seinen weicheren, feineren und leicht nussigen Charakter unterschied. Eine besondere Aufmerksamkeit verdiente der Dinkelwhisky aus dem Eichenfass. Deutlich würziger wurde es bei der vierten Probe: einem Roggenwhisky aus dem Kastanienfass. Hier zeigte sich, dass nicht nur das Getreide, sondern auch die Wahl des Fassholzes entscheidenden Einfluss auf das spätere Aroma nimmt. Besonders ungewöhnlich war der leicht getorfte Gerstenwhisky in der fünften Probe. Dessen rauchige Noten erinnerten an Lagerfeuer und Räucheraromen.
Ein süßer Abschluss mit Whisky-Eierlikör
Nach den fünf Whisky-Proben servierte Hörner noch einen selbst hergestellten Eierlikör auf Whiskybasis. Diese ungewöhnliche Kreation bildete den süßen Schlusspunkt einer Reise, die von der Getreideauswahl über die Destillation bis zur jahrelangen Fassreifung geführt hatte.
Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde die Veranstaltung von „The Filly Fairis“, die mit Geige, Gitarre und Gesang irische Volksmusik darboten.