Schulterschluss der Region für verlässlichen Bahnverkehr - IG Tauberbahn gegründet
Die Tauberbahn erhält eine starke Stimme: Am Dienstag, 20. Oktober, haben unter anderem kommunale Spitzenvertreter, Verbände und Initiativen im Igersheimer Kulturkeller die Interessengemeinschaft Tauberbahn (IG Tauberbahn) gegründet. Zu der Gründungsveranstaltung hatten Landrat Christoph Schauder und Bürgermeister Frank Menikheim eingeladen.
Hintergrund sind die seit Jahren wiederkehrenden Zugausfälle und Verspätungen auf der Strecke zwischen Crailsheim und Wertheim (RE 87/RE 88), die jüngsten Haltausfälle in Igersheim, Edelfingen und Königshofen sowie die unzureichende Infrastruktur auf der in großen Teilen eingleisigen Strecke. Darunter leiden insbesondere Schülerinnen und Schüler, Berufspendler sowie der regionale Tourismus.
Nachdem die Kreistage des Main-Tauber-Kreises und des Landkreises Schwäbisch Hall sowie mehrere Gemeinderäte bereits im Sommer Resolutionen verabschiedet hatten, setzt die gesamte Raumschaft nun ein geschlossenes Zeichen: „Der Zugverkehr auf der Tauberbahn ist für die Menschen in unserer Region unverzichtbar. Deshalb bündeln wir jetzt die Kräfte und treten gemeinsam für einen verlässlichen, pünktlichen und attraktiven Bahnbetrieb ein. Öffentliche Mobilität darf kein exklusives Privileg von Ballungsräumen sein“, betonte Landrat Christoph Schauder. Bürgermeister Frank Menikheim ergänzte „die Tauberbahn ist eine unverzichtbare Lebensader und Teil der Daseinsvorsorge – nicht nur für den täglichen Nahverkehr vor Ort, sondern auch als Zubringer zu den überregionalen Verkehrsknotenpunkten.“
Forderungen und Ziele des Bündnisses
Die IG Tauberbahn versteht sich nach ihrem Statut als gesellschaftliche, nicht-rechtsfähige Interessenvertretung der Menschen im Einzugsbereich der Tauberbahn. Ihre Ziele sind ein pünktlicher und zuverlässiger Zugverkehr auf der Strecke Crailsheim – Wertheim mit Halt an allen Bahnhöfen und Haltepunkten, mindestens im Stundentakt, sowie die Weiterentwicklung der Strecke insgesamt. Dazu sollen eine klimafreundliche und barrierefreie Mobilität für alle ermöglicht und verschiedene Mobilitätsformen – Zug, Bus, Fahrrad, Ruftaxi, Carsharing – zu multimodalen Reiseketten verknüpft werden.
„Auch wenn der Fokus auf der Tauberbahn liegt, beziehen wir die anschließenden Bahnstrecken – wie die Maintal-, Franken- und Madonnenlandbahn – gezielt in unsere Arbeit ein, um das gesamte regionale Schienennetz zu stärken“, bekräftigen Landrat Schauder und Bürgermeister Menikheim.
Breite Trägerschaft und Organisation
Getragen wird das breite Bündnis von Landkreisen und Kommunen gemeinsam mit regionalen Verbänden, Vereinen, Interessenvertretungen und Bürgerinitiativen sowie Schulen, Tourismus und Wirtschaft. Die IG Tauberbahn ist offen für weitere Unterstützer. Als Sprecher der IG Tauberbahn wurden die Bürgermeister Sebastian Mayer (Niederstetten) und Michael Dieterich (Blaufelden) gewählt. Die Geschäftsstelle der IG Tauberbahn wird bei der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber mbH (VGMT), einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Main-Tauber-Kreises, in Lauda-Königshofen angesiedelt.
Mitglied werden können kommunale Körperschaften wie Landkreise, Städte und Gemeinden sowie Regionalverbände, ebenso lokale Verbände, Organisationen und Zusammenschlüsse, die die Ziele der IG teilen und unterstützen.
INFO: Unterstützer der ersten Stunde
Zu den Unterstützern der IG Tauberbahn gehören – neben zahlreichen weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Region – unter anderem Landrat Christoph Schauder (Main-Tauber-Kreis), Landrat Gerhard Bauer (Schwäbisch Hall), Landrat Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis), Landrat Björn Bartels (Miltenberg), Verbandsdirektor Dr. Andreas Schumm (Regionalverband Heilbronn-Franken), Bürgermeister Frank Menikheim sowie zahlreiche weitere Bürgermeister und Delegierte der Kommunen aus dem Main-Tauber-Kreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall, Fraktionsvorsitzende aus Kreis- und Gemeinderäten sowie Abgeordnete aus der Region, das Staatliche Schulamt sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Heilbronn-Franken, der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg, Repräsentanten aus Wirtschaft und Tourismus sowie Vertreter regionaler Bürgerinitiativen, Verbände und Vereine.