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17.07.2019

Kreisverwaltung im Gespräch mit Dekanen - Fachkongress für 2020 geplant

Der jährliche Gedankenaustausch zwischen der Kreisverwaltung und den evangelischen und katholischen Dekanen aus dem Main-Tauber-Kreis hat Tradition. Eine Premiere war, dass das Gespräch kürzlich in der kreiseigenen Liegenschaft Kloster Bronnbach stattfand.

Landrat Reinhard Frank regte bei dem Gespräch einen Fachkongress zum Thema „Dorf 4.0“ an, der im Jahr 2020 stattfinden soll. Dazu werde die Landkreisverwaltung die Städte und Gemeinden, aber auch die Vertreter der Kirchen einladen. Als Begründung nannte er die demografische Entwicklung. Der Main-Tauber-Kreis gehöre zu den Landkreisen mit der ältesten Bevölkerung in Baden-Württemberg. „Unser Ziel muss sein, weiterhin gute Wohnverhältnisse auch in kleinen Dörfern zu gewährleisten. Wir müssen die dort lebende Bevölkerung halten und neue Bewohnerinnen und Bewohner hinzugewinnen“, sagte der Landrat. Als wichtiger Schritt sei es bereits gelungen, mit dem neuen Ruftaxikonzept rund 70 Ortschaften mit regelmäßigen ÖPNV-Verbindungen zu versorgen. „Das Ziel ist, den ländlichen Raum zu stabilisieren“, fasste er zusammen.

Die evangelischen Dekane Hayo Büsing (Wertheim) und Renate Meixner (Weikersheim) sowie die katholischen Dekane Gerhard Hauk (Tauberbischofsheim) und Ulrich Skobowsky (Bad Mergentheim) begrüßten die Initiative; ihr evangelischer Kollege Rüdiger Krauth (Adelsheim-Boxberg) sowie Sozialdezernentin Elisabeth Krug vom Landratsamt waren bei der Besprechung verhindert. Dekan Büsing erklärte seine „große Bereitschaft“, an dem Thema mitzuarbeiten. Ein Anliegen sei ihm beispielsweise die Erhaltung kleinerer Kindergärten, die auch wichtige Verbindungen in die Sozialräume seien.

Landrat Frank sprach sich weiter dafür aus, den Bau günstiger Mietwohnungen zu stärken, beispielsweise für Familien aus unteren Einkommensschichten, allein Erziehende und Flüchtlingsfamilien. Auch hier stieß der Landrat auf offene Ohren bei den Kirchenvertretern. Dekanin Renate Meixner bestätigte, dass der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum auch in der kirchlichen Beratung immer wieder ein Thema sei. Dekan Ulrich Skobowski appellierte, dauerhaft leerstehende Ladenlokale in ebenerdige, seniorengerechte Wohnungen umzubauen.

Die Leiterin des Amtes für Pflege und Versorgung im Landratsamt, Nicole Schwarz, berichtete, dass aktuell die Vorbereitungen für eine neue Kreisseniorenplanung laufen. Damit soll die Basis für die Weiterentwicklung einer bedarfsorientierten Versorgungs- und Infrastruktur in den Städten und Gemeinden des Landkreises geschaffen werden. Bis zum Jahresende 2020 soll das Werk fertig gestellt werden. Unter anderem wird untersucht, wie sich Altenhilfeträger, Kirchen und Kommunen die Weiterentwicklung der Angebote für Senioren vorstellen.

Jürgen Gotthard, Leiter des Amtes für Soziale Sicherung, Teilhabe und Integration, schilderte die Veränderungen durch das neue Bundesteilhabegesetz. Damit soll die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen verbessert und eine inklusive Gesellschaft angestrebt werden. Seit 2018 gibt es probeweise ein neues System zur Ermittlung des Hilfebedarfs. Es wird nun evaluiert. Zu den Leitgedanken gehört, die betroffenen Menschen entsprechend ihres persönlichen Bedarfs zu fördern anstelle der Einrichtungen, in denen sie leben. Ab dem Jahr 2023 soll bundesweit der Begriff der Behinderung gesetzlich neu definiert werden.

Dekan Gerhard Hauk formulierte den Wunsch, mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Freiwillige Soziale Jahr bei den Kirchen zu gewinnen, insbesondere durch eine verbesserte Finanzierung und mehr Marketing.

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